Interview mit boot-Director Petros Michelidakis

FOLLOW THE CALL heißt der Claim, mit dem die Besucher zum 50. Geburtstag der weltgrößten Wassersportmesse nach Düsseldorf gelockt werden. Wir sprachen mit boot-Director Petros Michelidakis über die erfolgreiche Strategie der Messe

Der neue Claim zum 50-jährigen Jubiläum der boot Düsseldorf lautet „FOLLOW THE CALL“. Wer alles soll dem Ruf der weltgrößten Wassersportmesse folgen?
Menschen, für die der Wassersport eine Herzensangelegenheit und eine große Herausforderung ist. Wir rufen mit „FOLLOW THE CALL“ Wassersportler aus allen Ecken der Welt auf, im Januar nach Düsseldorf zu reisen, um das einzigartige Flair der boot live zu erleben. Und damit meine ich wirklich alle: Segler, Motorbootfahrer, Taucher, Surfer, Kiter, SU-Paddler, Angler aber auch Schwimmer oder Urlauber sind eingeladen, in die faszinierende Welt der boot einzutauchen. Um die hohe internationale Ausrichtung zu beschreiben: Schon zur boot 2018 reisten Menschen aus 102 Ländern nach Düsseldorf. Insbesondere bei den Besuchern aus Übersee haben wir zum Beispiel auch einen großen Anteil an Fachbesuchern, z. B. Importeure von Wassersport-Equipment, Charteragenturen, Inhaber von Marinas, Broker und Händler. Sie haben erkannt, dass sich lukrative Geschäftsverbindungen auf der boot anbahnen lassen. Hier trifft sich die internationale Fachwelt zum Business. Bemerkenswert ist zum Beispiel das deutlich gestiegene Interesse der internationalen Fachpresse an der boot. So zum Beispiel aus den USA und Kanada. Die Journalisten, die die boot in diesem Jahr erstmals besuchten, berichteten in ihren Medien begeistert über diese „very professional show“ wie sie die boot bezeichneten und riefen ihre Leserschaft dazu auf, unbedingt die Jubiläumsmesse im Jahr 2019 zu besuchen.

Unter dem neuen Claim wurden für jede der Themenwelten der boot Düsseldorf ein spezielles Anzeigenmotiv entwickelt. Welche Botschaft sollen die großformatigen Motive vermitteln?
Die Kampagne „FOLLOW THE CALL“ ist voll magischer Momente. Momente, in denen Wassersportler dem Ruf ihrer Passion folgen, dem Ruf des Wassers. Und im Zusammenspiel mit dem boot-Logo auch dem Ruf der boot Düsseldorf. In den elf verschiedenen Motiven wird die Faszination dieser Augenblicke deutlich. Sie zeigen Szenen, die Erhabenheit und Ruhe ausstrahlen – selbst dann, wenn ihre Akteure gerade in Aktion sind. Momente der inneren Einkehr, des Ganz-im-Hier-und-Jetzt- Seins. Die Schauplätze der Szenen sind durchweg Sehnsuchtsziele ambitionierter Wassersportfans. Bekannte, bedeutende oder herausfordernde Orte, von der Antarktis bis hoch in den Norden Nordamerikas. Orte, wie geschaffen, um beim Betrachter Sehnsüchte zu wecken und ihn aufzufordern, sich auf den Weg zu machen – FOLLOW THE CALL. Um die internationale Bedeutung der boot und ihrer Besucher zu unterstreichen, wurden bewusst bekannte Spots rund um den Globus gewählt

Wie stark werden die herausragenden, besonderen Leistungen einiger Sportler, Freizeitskipper aber auch Unterwasserfotografen in die neue Kampagne der boot Düsseldorf integriert?
FOLLOW THE CALL ist für uns ein Beginn einer neuen Form des Aufrufs in Form eines Lockrufs. Wir läuten quasi eine neue Ära der boot ein. Im nächsten Schritt werden wir die Aktiven einbinden. Dann werden sowohl bekannte Gesichter aus der Welt des Wassersports, als auch Menschen, die ihre Freizeit auf dem Wasser verbringen, eingebunden. Den Weg, den wir bei künftigen Kampagnen einschlagen werden, haben wir schon bei unserem diesjährigen Media Meeting für die internationale Fachpresse gezeigt. Die Stars des Meetings waren die Akteure, die mit ihrer Leidenschaft und Begeisterung anstecken und sprichwörtlich Lust auf „Meer“ machen.

Die Kampagne zielt darauf ab Leidenschaft und Emotionen zu wecken. Wie werden diese bei den Besuchern geweckten Erwartungen auf der boot Düsseldorf befriedigt?
Das besondere Flair, das an den neun Tagen in den 16 Messehallen herrscht, wird die Erwartungen der Besucher in hohem Maße befriedigen. Vor allem auch Menschen, die die boot Düsseldorf noch nicht kennen und eventuell einen weiten Weg auf sich genommen haben, um nach Düsseldorf zu reisen, werden von dieser einzigartigen Atmosphäre in den Hallen begeistert sein. Nehmen wir einmal die Halle 3 als Beispiel. Wo auf der Welt gibt es in einer Messehalle ein solches Event der Tauchbranche, Business und riesengroße Tauchparty in einem? Oder die Segelhallen? Hier ist wirklich alles vertreten, was Rang und Namen hat, aber auch kleinere Start-Ups, der Segelsport im Sailing Center, Abenteuer – das spektakuläre Clipper Race ist erstmals auf der boot am Start – Informationen zum Blauwasser-Segeln oder Törn-Beratung.

Wie konnte es gelingen, dass sich in den vergangenen 50 Jahren eine Bootsmesse mitten im Binnenland zu der erfolgreichsten und größten internationalen Wassersportausstellung entwickelt hat?
OK, natürlich sind wir in Düsseldorf mitten im Binnenland, aber wir liegen auch direkt am Rhein, der wichtigsten und verkehrsreichsten Binnen-Wasserstraße Europas. So abwegig war also 1969 die Gründung der boot Düsseldorf nicht. Es war einfach ein neuer Weg, das Wassersport affine Publikum aus Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland zu bedienen. Und da wir nicht am Meer liegen, mussten wir gleich zu Beginn an der Attraktivität der Messe arbeiten. Die boot war ihren Mitbewerbern immer einen Schritt voraus: Erstmals präsentierte sie schon in den frühen Siebziger Jahren ein Aktionsbecken, auf dem gesegelt und bald auch schon gesurft wurde. Wenige Jahre später kam der Tauchturm hinzu und nun war auch das Tauchen und Testen von Ausrüstung direkt auf der Messe möglich. Über die Jahre hielten die Trendsportarten SUP, Kiten, Wake- und Skimboarden Einzug. 2017 gelang dann der Coup: Die boot präsentierte erstmals THE WAVE, die stehende 1,50 Meter hohe und 9 Meter breite Welle, auf der nach Herzenslust gesurft werden durfte. Sowohl Anfänger als auch internationale Profis toben sich hier mit großem Spaß aus. Das Tow-In Windsurfen kam 2018 als neue Attraktion hinzu und die Surfer begeisterten von Beginn an mit ihren spektakulären Sprüngen über dem Flatwater Pool. Die boot Düsseldorf ist einfach eine riesige Erlebniswelt für alle, die dem Sport im und auf dem Wasser verbunden sind und das macht ihren Erfolg über die Jahrzehnte aus. Sie war ihrer Zeit immer einen Schritt voraus und wurde damit zu dem, was sie heute ist – die größte Wassersportmesse der Welt.

Welche Wegbereiter sind aus der Geschichte der boot Düsseldorf nicht wegzudenken?
Alle, die über die fünf Jahrzehnte an dem besonderen Flair der boot Düsseldorf mitgewirkt haben, das sind Millionen von Menschen. Wichtigster Wegbereiter der boot war sicherlich der ehemalige Düsseldorfer Messechef Kurt Schoop. Er war einer der Gründerväter der boot und ein Visionär, der der Messe bis ins hohe Alter eng verbunden war. Dann natürlich Abdul-Rahman Adib, von 1970 bis 2008 an Bord prägte er erfolgreich als „Mr boot“ das Gesicht der Messe. Willi Weyer, in den 1970er und 1980er Jahren Präsident des Deutschen Sportbundes, ist ein weiterer großer Wegbereiter, sein Name ist allen Freunden der boot ein Begriff. Steht doch sein Patenkind, dessen Namensgeber er 1980 war, groß und weithin sichtbar am Rhein: Der Schiffskran „Big Willi“ ist immer noch fit wie eh und je und holt jedes Jahr zur boot über 40 Yachten aus dem Rhein.

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