IPC schließt Segeln für 2024 aus

Das Präsidium des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) hat 23 Sportarten in die nächste Bewertungsphase für die Aufnahme in das Paralympische Sportprogramm Paris 2024 aufgenommen.

Der Segelsport schaffte diese Hürde nicht und wird auch bei den Paralympischen Spielen in Paris nicht dabei sein.

Nach der Bewertung der Bewerbungen von 28 Sportarten für die Spiele 2024 stehen die 22 Sportarten, die bereits in Tokio 2020 dabei sind, sowie CP Football in der nächsten Entscheidungsrunde. Das IPC bewertete bei den Bewerbern die Antworten auf einen Fragekatalog, die bis zum 9. Juli eingereicht werden mussten. Dieser Katalog enthielt Fragen über die Regeln der einzelnen Sportarten, Einhaltung der Anti-Doping-Programme, weltweite Reichweite, vierjähriges Wettbewerbsprogramm und Verfahren zur Gewährleistung des Wohlergehens der Athleten. Die Einhaltung des Klassifizierungscodes wurde ebenfalls bewertet.

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Neben dem Segelsport konnten auch Golf, Karate, Para Tanzsport und Elektrorollstuhl-Fußball die Kriterien in einer Reihe von Bereichen nicht erfüllen.

Die Entscheidung über die Nichtberücksichtigung des Segelns für 2024 platzte mitten in die Weltmeisterschaft der paralympischen Klassen in den USA. Heiko Kröger, zweimaliger paralympischer Medaillengewinner zeigte sich geschockt. In einer Videobotschaft auf Facebook sagte der Hamburger: „Unsere Wiederbelebung als paralympische Sportart ist heute abgeschmettert worden. Wir sind 2024 definitiv nicht dabei. Was 2028 sein wird, weiß heute keiner. Ziemlich schlimme Nachricht für den Segelsport und auch für das Thema Inklusion, denn ich bin nach wie vor der Meinung, dass Segeln die inklusivste Sportart überhaupt ist. Das muss man jetzt erst einmal verarbeiten.“

Das gilt auch für den Weltseglerverband. World Sailing will sich nun so schnell wie möglich mit der IPC-Führung treffen, um die Details der Entscheidung und die Analyse durch das IPC-Managementteam zu hinterfragen.

„Wir haben unermüdlich daran gearbeitet, dass das Segeln die IPC-Kriterien erfüllt. Alle bei World Sailing sind zutiefst enttäuscht über die Entscheidung vom IPC“, sagte World-Sailing-CEO Andy Hunt. Besonders enttäuschend ist, dass das IPC bei seinen Wettbewerben auf die Einteilung nach Schadensklassen beharrt. Gerade hier bietet der Segelsport Besonderheiten, die eigentlich für den Sport sprechen sollten. „Segeln ist eine der umfassendsten Sportarten und bietet allen Sportlern Konkurrenzfähigkeit unabhängig von ihrer Klassifizierung. Alle Segel-Athleten agieren auf einem gemeinsamen Level-Playing-Field, und das haben wir gegenüber dem IPC immer wieder betont“, so Hunt.

In den letzten Jahren sei in der Entwicklung von Para World Sailing viel erreicht worden und der Weltseglerverband will weiterhin ein Programm für die Segler anbieten – auf nationaler und internationaler Ebene. Dazu gehört auch, dass die Weltmeisterschaften der Para-Klassen in 2022 erstmals in das Programm der Worlds integriert werden sollen.

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