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Die Seglerinnen und Segler freuen sich auf Kiel. Mit der Verschiebung der Kieler Woche aus dem Juni in den September haben die Verantwortlichen den richtigen Riecher gehabt, auch wenn in Zeiten von Corona erst kurz vor dem ersten Startschuss feststehen dürfte, wer wirklich antritt. Zu unsicher sind die Rahmenbedingungen durch immer wieder neu aufploppende Krisenregionen, zu wichtig ist die stetige Anpassung der Hygienevorschriften, Abstandsauflagen und Einreiseregelungen. So wird Kiel-Schilksee zu einer geschlossenen Gesellschaft ohne Eventareal. Da die Gesamtzahl der Personen im Hafenvorfeld begrenzt ist, muss das Gelände für die Öffentlichkeit abgesperrt werden. Die Aktiven sind mit Trainern und Organisatoren unter sich. Sie erhalten Einlass-Tickets, die nur für bestimmte Areale gelten, und es gilt eine Maskenpflicht. Statt bei großen Siegerehrungen werden Preise, Plaketten und Pokale einzeln vor einer Fotowand übergeben.

Das ist natürlich ungewöhnlich und nicht das Bild der Kieler Woche, das wir kennen. Aber das Wesentliche ist möglich: Es wird gesegelt. Aktive aus 56 Nationen haben sich angemeldet, darunter zahlreiche  Topseglerinnen und -segler. Die Aktiven in den Olympischen Klassen sind heiß auf den ersten Leistungsvergleich nach dem Shutdown, einige Nationen vergeben noch ihre Olympiatickets für Japan. 

Auch beim DSV sind noch nicht in allen Klassen alle Entscheidungen getroffen. Ende Juli hat der DSV nun beschlossen, die Kieler Woche in die Qualifikationsserie für Olympia aufzunehmen. Die Qualität der Felder ließe es zu, hieß es als Begründung, und der Deutsche Olympische Sportbund hat sein Okay gegeben. „Es sind WM-reife Teilnehmerfelder“, so DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner. Dank der neuen innerdeutschen Qualifikations-Events fallen in den Klassen 49er, 49er FX, Nacra 17 und Laser Radial noch in diesem Jahr die Entscheidungen, wer Deutschland bei den nächsten Olympischen Spielen vertritt. Nach der Kieler Woche steht dann fest, wer Philipp Buhl (Laser) im 49er und 49er FX nach Tokio begleitet. Im Nacra 17 und Laser Radial könnten Vorentscheidungen fallen. Doch die internationale Konkurrenz ist groß und könnte das Punktesammeln für das Qualifikationskonto schwer machen.

Auf der Teilnehmerliste der Kieler Woche stehen die Top Ten der jüngsten WM und die drei Medaillengewinnerinnen im Laser Radial in der olympischen Einhandklasse für Frauen. Die Goldmedaillen-Gewinner im 49er FX und Nacra 17, dazu Silber im Laser Standard sowie die Bronzemedaillengewinner im 49er und Nacra haben gemeldet. Hinzu gesellen sich Welt- und Europameister sowie Kieler-Woche-Sieger. Dabei gib es Wild Cards für die Top Ten der Olympischen Spiele 2016 und der jeweils jüngsten WM in den olympischen Klassen, wenn die Aktiven auf der Warteliste stehen. Kiel freut sich auf die Besten der Besten, die für den Start in Kiel auch Quarantänevorschriften in Kauf nehmen. 

Es seien enorme Herausforderungen, denen sich die Kieler Woche stelle, um den Seglerinnen und Seglern auch in diesem Jahr die Möglichkeit zu geben, Regatta zu segeln. Dabei stehe die Gesundheit aller Beteiligten ganz klar im Vordergrund, erklärte Kieler-Woche-Organisationsleiter Dirk Ramhorst auch mit Blick auf den großen Andrang. Letztlich bestimmen die Einreisevorschriften, wer wirklich starten darf.

Es wird eine ganz andere Kieler Woche, die deutlich digitaler in die Welt getragen wird. Aber es ist Segeln auf Topniveau angesagt.

Hermann Hell

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