MAIOR vom Winde verweht

Insgesamt wurden auf beiden Regattakursen sieben Wettfahrten gesegelt. Sowohl die ORC Klassen 1-3 als auch die One-Design Klassen (Melges24, J/70 und J/80) segelten jeweils drei Wettfahrten am Samstag und vier am Sonntag. Der sichtlich zufriedene Principal Race Officer Stefan Kunstmann kommentierte die Maior und die Entscheidung, am Montag nicht mehr zu segeln, mit folgenden Worten:...

Insgesamt wurden auf beiden Regattakursen sieben Wettfahrten gesegelt. Sowohl die ORC Klassen 1-3 als auch die One-Design Klassen (Melges24, J/70 und J/80) segelten jeweils drei Wettfahrten am Samstag und vier am Sonntag.
Der sichtlich zufriedene Principal Race Officer Stefan Kunstmann kommentierte die Maior und die Entscheidung, am Montag nicht mehr zu segeln, mit folgenden Worten: „Die letzte Wettfahrt am Sonntag ging sicher an die Leistungsgrenze der meisten Crews. Somit war es im Nachhinein gut, mit diesen vier Wettfahrten den Tag zu beenden, da sich die Wettervorhersage für den Montag entsprechend schwierig gestaltete und sich schlussendlich herausgestellt hat, dass Segeln ohne starkes Risiko nicht mehr möglich war. Zusammengefasst sehe ich hier glückliche Teilnehmer, die zufrieden nach Hause fahren und die Maior als ein tolles Season-Warmup-Event in Erinnerung behalten.“
Sportlich gesehen gab es äußerst spannende Wettkämpfe in allen Klassen. In Klasse ORC 1 Klasse verwies die „X-Day“ mit Max Gurgel (Hamburg) die „Sportsfreund“ mit Axel Seehafer (Heiligenhafen) um nur einen Punkt auf den zweiten Platz. Bertil Balser kommentierte den knappen Ausgang des Zweikampfes: „Wir segeln schon so lange gegen Max, auf verschiedenen Schiffen – wir geben uns immer gegenseitig auf die Ohren, das macht schon Spaß“. Dritter wurde die „Tutima“ (Kirsten Harmstorf/MSC).
In der mittleren Klasse (ORC 2) sicherte sich die „Sydbank“ von Torsten Bastiansen (Flensburg) mit drei ersten und vier zweiten Plätzen den ersten Platz vor der „Adamas“ von Jan Peters (Heiligenhafen) und der Crew der „Intermezzo“ von Jens Kuphal (Berlin). Bei dem Berliner war mit Robert Stanjek der Olympia-Sechste von London (2012) an Bord. Der Allrounder, der auch schon mit Volvo-Ocean-Race-Plänen liebäugelte, schmiedet bereits neue Transatlantik-Pläne (ARC-Regatta?).
Für den am 24. März zurückgetretenen DSV-Präsidenten Andi Lochbrunner war nach dem ersten Rennen am Sonntag Schluss. Ohne die Rennen fünf bis sieben blieb in der Gesamtwertung Platz sieben. Der Lindauer hatte bereits an der Go4Speed eine Woche zuvor in Kiel teilgenommen und genießt die gewonnene Freizeit nach dem Aus als Präsidenten. „Ich lasse den Ärger im DSV nicht an mich herankommen und genieße das Segeln“, so Lochbrunner, der sich zu dem Thema „Abschied vom DSV“ bedeckt hält. Dennoch zeigte Lochbrunner, dass er froh ist, die Querelen hinter sich lassen zu können.
Die ORC-3-Gruppe gewann der dänischen Vizeweltmeister Michael Mollmann auf der „Hansen“ (X-37), der an beiden Tagen die beste Konstanz bewies. Doch nur drei Punkte dahinter lag die gerade neun Tage zuvor getaufte „IMMAC FRAM“ von Kai Mares. Der Dänischenhagener verwies mit zwei Wettfahrtsiegen und zwei zweiten Plätzen die First 36.7 „Halbtrocken“ (Knut Freudenberg, Amrum) auf Platz drei und entschied damit auch das interne Italia 9.98-Rennen für sich. Die typengleichen Boote von Niels Gauter (Hamburg) „One Group“ und Henning Tebbe (Hamburg) „Patent4″ (Eigner: Jürgen Klinghardt) belegten die Plätze vier und fünf. Die Frauen-Crew um Skipperin Anke Scheuermann (Hamburg) erreichte auf ihrer Finnflyer Rang sieben.
Weniger Welle und ebenfalls tolle Windverhältnisse bescherten den Einheitsklassen in der Innenbahn eine nahezu perfekte Segelbühne, bei der die „Pike“ von Martin Menzner schon fast erwartungsgemäß den Sieg unter den J/80 einfahren konnte. Der Abbruch am Montag kam der Crew durchaus gelegen. Nicht nur, dass sie bereits am Sonntagabend als Sieger feststand, auch müssen alle J/80-Crews besonders auf ihr Material aufpassen, da sie pro Jahr nur ein Satz Segel kaufen dürfen.
Das Podium der J/70 ist als kleine Werbung für den anstehenden Youth-America’s-Cup zu sehen. Den ersten Platz sicherte sich der Hamburger Magnus Simon und den dritten der Lokalmatador Peter Kohlhoff, dessen Sohn und Olympia-Segler Paul das Team am Sonntag unterstützte, nachdem Ehefrau Melanie stark erkältet ausstieg. Sowohl Paul, als auch Magnus sind Mitglieder des deutschen Youth-America’s-Cup Projekts. Zweiter bei den J/70 wurde Gordon Nickel mit der „Just in time“.
Einer, der zum ersten Mal auf einer J/70 saß, war Sven Düsener. Der Mitarbeiter der Sirius-Werft aus Plön bevorzugt ansonsten die gleichnamigen Yachten oder seinen 16er-Jollenkreuzer. Doch die alte Hiltruper Segel-Club-Verbundenheit lockte Düsener auf die J/70 von Hermann Mackenbrock. Mit dem fünften Rang im siebenten Rennen kamen die Routiniers zu spät in Fahrt, Rang 13.
Und last but not least, sicherte sich bei den Melges24 Stefan Gründler mit der „Immac 24“ den Sieg.

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