Masten sind schuld am Insektensterben

Hiobsbotschaft für Wassersportler: Aufbauten auf Segel- und Motorbooten töten jeden Sommer Tonnen von Insekten. Scharfe Regulierungen drohen

Neue Erkenntnisse zum Insektensterben: Erst vor wenigen Wochen hatte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Untersuchung veröffentlicht, der zufolge die Windenergie ein nennenswerter Faktor für das Insektensterben sein könnte. Heute stellte nun das Institut für Thermodynamik der Insekten (ITI) eine neue Studie vor, nach der der Wassersport einen noch erheblich größeren Beitrag zur Vernichtung der Kerbtiere leiste.

Insektensterben durch Boote

Während die rund 2.000 Windräder nach DLR-Schätzung etwa 5,3 Milliarden Insekten im Jahr durch Rotorschlag töten, seien die etwa 300.000 in Deutschland gemeldeten Boote laut ITI für fast 800 Milliarden tote Tiere verantwortlich. Der größte Teil davon gehe auf das Konto von Masten auf Segelbooten. Aber auch Motorboote spielen eine Rolle: Die im Schnitt niedrigeren Funk-, Licht- und Radarmasten erwischen durch die meist höhere Geschwindigkeit mehr Insekten in der gleichen Zeit.

Ein Vertreter des Bundesverbands Wassersportwirtschaft (BVWW) kritisierte die neue ITI-Untersuchung wegen methodischer Schwächen bereits scharf. So seien Stichproben besonders großer Segelyachten hochgerechnet worden und die lokal unterschiedliche Insektendichte in den verschiedenen Wassersportrevieren nicht berücksichtigt worden, heißt es in einer Presseerklärung des BVWW. Eine Gegenuntersuchung sei in Vorbereitung.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hingegen erklärte, ihre Rechtsabteilung bereite eine Klage vor, um allen in Deutschland zugelassenen Wasserfahrzeugen die Zulassung zu entziehen, sofern sie über Masten verfügen und/oder sich mit mehr als Schrittgeschwindigkeit (3,6 km/h) auf dem Wasser bewegen. Ein DUH-Sprecher empfahl betroffenen Wassersportlern, einfach auf Ruderboot, Kanu und Stand-Up-Paddleboard auszuweichen.

Wassersport mit Muskelkraft

Um der erwarteten Unzufriedenheit der Wassersportler zu begegnen, sei die DUH bereits in Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband getreten, um den Sport mit muskelkraftbetriebenen Wasserfahrzeugen in die Bonusprogramme der Krankenkassen aufzunehmen. Von diesem Anreiz erhoffe sich die DUH eine höhere Akzeptanz der Insektenschutzmaßnahmen.

Rückendeckung bekommt die DUH vom Bundesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz des Naturschutzbunds Deutschland (NABU). Der NABU stellte ebenfalls heute eine Studie vor, der zufolge sich Masten von Segel- und Motorbooten negativ auf den Vogelzug auswirken könnten. Der NABU fordert, sämtlichen Yachthäfen die Betriebsgenehmigung zu entziehen. Auf den Einwand von sail24.com, ob das nicht etwas überzogen sei, antwortete der NABU: „Vogelzug ist immer.“

April, April…

2 Comments

  1. Aprilscherz 😂😂

  2. April April 🤓😂

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