Messe KlarSchiff: K.O. nach der zweiten Runde

Aus für die KlarSchiff in Bremerhaven: Die Veranstalter machen den Einbruch bei Aussteller- und Besucherzahlen für Entscheidung verantwortlich. Der Maritime Flohmarkt soll gerettet werden.

Die Veranstaltung KlarSchiff wird 2020 nicht stattfinden.“ Mit diesem kurzen Satz besiegelt die Stadthalle Bremerhaven nach nur zwei Messen das Ende der Wassersportveranstaltung in der Seestadt. Eigentlich habe man ursprünglich erst nach einer dritten KlarSchiff Bilanz ziehen wollen, sagt der Geschäftsführer der Stadthalle, Raymond Kiesbye: „Ab der vierten Veranstaltung hätte die KlarSchiff kostendeckend laufen sollen. Aber die absteigende Kurve bei Ausstellern und Besuchern hat uns zu einem früheren Schlussstrich bewogen.“

Von einem Drittel weniger an Besuchern als bei der Premiere der KlarSchiff 2018 spricht Bremerhavens Tourismus- und Stadthallenchef Raymond Kiesbye, wenn er auf das Frühjahr dieses Jahres schaut: „Gleichzeitig hatten wir Druck aus der Kämmerei, unsere defizitären Veranstaltungen in der Stadthalle auf den Prüfstand zu stellen.“ Lediglich der Maritime Flohmarkt am Sonntag sei gut gelaufen. Da überlege die Stadthalle für das Frühjahr 2020 eine Fortsetzung in Verbindung mit einem „Nautiquariat“.

Wobei auch der Ideengeber für die KlarSchiff die Flohmarktidee retten möchte: Rolf Noll vom Kutter- und Museumshavenverein Vegesack hat schon Nägel mit Köpfen gemacht und für den 6. Oktober 2019 einen Maritimen Flohmarkt im Kulturbahnhof Vegesack (KUBA) ausgeschrieben. Von 8 bis 10 Uhr soll aufgebaut werden, bis 17 Uhr läuft die Veranstaltung. Noll zeigt sich schon etwas betrübt, dass nun auch die Nachfolgeveranstaltung der ehemaligen Boatfit in Bremen eingestellt wird: „Messemacherin Cindy Scharnhorst hat sich wirklich bemüht. Aber es war mein Rat und auch der von Mitinitiator Klaus Schlösser, sich noch einen Profi und Kenner der maritimen Szene für die Akquisition von Ausstellern dazu zu holen“, so Noll. Er könne die Entscheidung von Raymond Kiesbye sogar nachvollziehen angesichts der großen Hallenflächen, die die Stadthalle letztlich nicht wie geplant vermieten konnte und sie dann Vereinen wie der Schiffergilde kostenlos überlassen habe.

Klaus Schlösser von bootsausbildung.com hat auf den beiden KlarSchiff-Messen ziemlich erfolgreich das Seminarprogramm auf die Beine gestellt – mit gut gebuchten Kursen vom Pyroschein über Funkzeugnisse bis hin zu Vorträgen zur Tablet-Navigation an Bord. Schlösser hatte für die Stadthalle den Rat, die Messe weg von einer Besuchermesse hin zu einer Fachmesse zu entwickeln – bei deutlich höheren Eintrittspreisen, aber qualitativ hochwertigstem Angebot für alle, die ihr Boot auf die nächste Saison vorbereiten wollten: „Wenn Du ansonsten mit der kleinen Reichweite einer solchen Messe bei 5.000 bis 6.000 Besuchern rumkrebst, dann lässt sich schnell ausrechnen, dass das bei sechs Euro Eintritt nicht gut klappen kann.“

Schlösser wie auch Noll sind nun aber selbst erst einmal am Ende mit ihrer Idee einer Wassersportmesse für das Land Bremen. „Wir haben erst eine Messe begraben und jetzt die nächste. Bei mir ist da die Luft erst einmal raus – zumal meine Kernkompetenz in der Ausbildung und nicht beim Messemachen liegt. Aber es ist schon schade, weil so eine Messe meiner Meinung nach in die Region gehört.“, sagt Klaus Schlösser.

Volker Kölling

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