Erfolg für Traditionsschiffe?

Neue Schiffssicherheitsverordnung kommt erst 2018

Nach intensiven Anstrengungen konnte der Vorstand des Dachverbandes für die Traditionsschiffe, die GSHW, wieder in geordnete Gespräche mit dem BMVI eintreten. Im Rahmen dieser Gespräche und mit großer Unterstützung durch Protestaktionen der Szene der Traditionsschiffe konnte erreicht werden, dass die massiven Bedenken gegen die neue Schiffssicherheitsverordnung verstanden werden

Das BMVI hat nun den Zeitpunkt für die Inkrafttretung auf den 01. Januar 2018 verschoben.
Nach dem Treffen der Traditionsschiffer unter Einladung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und der GSHW am 23. Mai 2017 in Berlin, wurden die großen Bedenken vom Ministerium gewürdigt. Die Bedenken konnten nicht umfassend ausgeräumt werden, allerdings konnte die Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten erneuert werden.
Im ersten Gespräch danach, am 20. Juni 2017, durch den 1. Vorsitzenden der GSHW Jan-Matthias Westermann und einem seiner Stellvertreter Thomas Hoppe konnte die GSHW noch einmal mit einer klaren Protestnote gegen den Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen Verordnung und den Inhalt der neuen Verordnung in der jetzigen Form die Auffassung der GSHW und ihrer Mitglieder zum Ausdruck bringen. Das Ministerium, vertreten durch Herrn Reinhard Klingen, Ministerialdirektor, und seinen Mitarbeitern, haben dann sehr konstruktiv die bisher angekündigten Bedenken aufgenommen. Es wurde vereinbart, eine Arbeitsgruppe einzurichten, bestehend aus Mitarbeitern des BMVI, der BG Verkehr und der GSHW, dem Dachverband der Deutschen Traditionsschiffe. Im Rahmen der Teil¬nehmer der GSHW wird auch die AGDM; Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Museumshäfen, vertreten sein. In dieser Arbeitsgruppe sollen die Schwierigkeiten mit der neuen Schiffssicherheitsverordnung nicht nur diskutiert, sondern auch entsprechende Veränderungen in der Verordnung vereinbart werden. Es muss erreicht werden, dass die ehrenamtlich Tätigen, die sich für die deutschen Traditionsschiffe engagieren und deren Erhalt und Erscheinungsbild sicherstellen und liebevoll pflegen, weischiffsbetreiber auf Grund der neuen Verordnung tätigen müssen, unterstützt werden.
Des Weiteren wird die Stelle eines Ombudsmannes außerhalb des BMVI und seiner untergeordneten Dienststelle Schiffssicherheit eingerichtet, der qualifiziert Entscheidungen korrigieren kann, damit, wie das BMVI mitteilte, kein Schiff nach der neuen Schiffssicherheitsverordnung stillgelegt werden muss. Hierzu gab es eine klare Zusage seitens des BMVI.
Diese Gesprächsbereitschaft des Ministeriums ist sehr zu begrüßen und gibt die Hoffnung, dass nun doch eine Schiffssicherheitsverordnung gemeinsam, wie in früheren Jahren, erarbeitet wird, unter Einbindung des Dachverbandes GSHW und der AGDM. Ziel muss es sein, eine Verordnung zu erhalten, die den erforderlichen Sicherheitsanforderungen Genüge tut, ohne dass Sicherheitslücken in der Schiffstechnik, im baulichen Zustand der Traditionsschiffe und dem Ausbildungsstand der ehrenamtlichen Schiffsbesatzungen entstehen.

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