Speziell für die Schlei entworfen

Neues Rettungsboot für die Schlei

Bei dem neuen Rettungsboot an der Schlei handelt es sich um einen ungewöhnlichen Prototypen, der eigens für das Gewässer entworfen wurde. Die Besatzung entwickelte das Boot zusammen mit einer Werft in Finnland.

Die Station Maasholm der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) an der Mündung der Schlei erhielt am 8. Juli 2018 ein neues Rettungsboot. Bei dem auf den Namen Hellmut Manthey getauften Schiff handelt es sich um einen Prototypen, der speziell für das Revier der Schlei entwickelt worden ist. Mit einem Tiefgang von nur 88 Zentimetern und einer Spitzengeschwindigkeit von 38 Knoten kann das neun Meter lange Boot im Notfall nahezu alle Winkel der Schlei erreichen.

Mit dem Bau des neuen Bootes beauftragte die DGzRS die finnische Werft Arctic Airboats, die zusammen mit der Freiwilligenbesatzung ein Vollkunststoffboot aus Polyethylen entwickelte. Es ähnelt einem Schlauchboot, doch im Gegensatz zum RIB verfügt das neue Rettungsboot über einen starren, aber dennoch leichten Rumpf. Diese Bauweise erhöht die Stabilität, die Manövrierbarkeit und das Schleppverhalten. Zudem sollen Sog und Wellenschlag sehr gering sein, was in einem Revier wie der Schlei erforderlich ist.

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Die Besatzung und die Taufpatin Lea Führing (Bild: Seenotretter)

Zur feierlichen Taufe erschienen auch die Mannschaften der Nachbarstationen Damp, Schleswig und Gelting. Das neue Boot ersetzt das Seenotrettungsboot Wuppertal, das seit September 2012 in Maasholm stationiert war. In Maasholm sind sowohl ein Seenotrettungsboot als auch ein Seenotrettungskreuzer, die Nis Randers, stationiert. Da das neue Seenotrettungsboot speziell für die Schlei konstruiert wurde und der Seenotrettungskreuzer für den Einsatz auf See, wird die Nis Randers demnächst von Olpenitz aus in den Einsatz gehen. Laut der DGzRS gehört Maasholm mit circa 130 Einsätzen im Jahr zu den einsatzreichsten der Seenotretter.
Erst vor kurzen musste die Station Schleswig ausrücken, um einem Segelboot mit starkem Wassereinbruch zur Hilfe zu eilen. Das bereits halb gesunkene Waarship konnte erfolgreich gelenzt und unter ständigem Pumpeneinsatz in den Hafen geschleppt werden.

Die Eckdaten des neuen Seenotrettungsbootes:
•    Länge über Alles: 8,90 Meter
•    Breite über Alles: 3,10 Meter
•    Tiefgang: 0,88 Meter (0,65 Meter bei geklappten Motoren im
Flachwasserbereich)
•    Verdrängung: 3,2 Tonnen
•    Geschwindigkeit: 38 Knoten (ca. 70 km/h)
•    Besatzung: Freiwillige
•    Antrieb: Yamaha FL200G, Yamaha F200G, je 200 PS

 

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