Holland: Erster Offshore Solarenergie-Park der Welt geplant

Schwimmende Windparks: In den Niederlanden soll genau das bis zum Jahr 2021 Realität werden

Eine Gruppe bestehend aus sechs Firmen wird vor der niederländischen Küste den ersten Offshore Solarenergie-Park der Welt errichten. Geplant ist, eine etwa 2.500 Quadratmeter große Testanlage zu errichten, die im Jahr 2021 den Betrieb aufnehmen soll. Dies wäre die erste Anlage ihrer Art weltweit. Bisher wurden im Binnenbereich, zum Beispiel in China, bereits große Anlagen auf Seen errichtet, nicht jedoch auf dem Meer.

Diese Art der Installation birgt natürlich Probleme. Wilfried van Sark von der Universität Utrecht, die sich als Forschungseinrichtung an dem Projekt beteiligt, sagt dazu: “Die Sonnenkollektoren werden manchmal unter Wasser sein – wenn die Wellen Höhen von zehn Metern erreichen, ist dies unvermeidlich. Die Panels werden auch ein wenig wackeln. Der Einfluss dieser dynamischen Neigungswinkelverschiebungen ist noch nicht untersucht worden.” Der Bau solcher Anlagen verspricht allerdings im Gegenzug auch positive Effekte. Solarenergie-Experte van Sark: “Offshore bietet das Meerwasser eine starke Kühlwirkung. Infolgedessen wird erwartet, dass der Ertrag eines Solarpanels um etwa 15 Prozent höher ist als an Land.”

Anzeige

Im Landbereich werden große Flächen für Solarenergiegewinnung verbraucht (Bild: iStock / praethip)

Trotz der zu erwartenden Probleme ist sich der Gründer und Geschäftsführer der Firma Oceans of Energy, einem der beteiligten Unternehmen, Allard van Hoeken sicher: “Was wir in drei Jahren hier machen wollen, ist bemerkenswert und wurde noch nie zuvor gemacht. Während Solarparks früher auf Binnengewässern gebaut wurden, wurden sie wegen der Schwierigkeit des Betriebes nie offshore gebaut. Schließlich handelt es sich um einen Ort, an dem es um riesige Wellen und andere zerstörerische Naturkräfte geht. Mit dem Wissen und der Erfahrung der an dem Projekt beteiligten niederländischen Wissensinstitutionen und Unternehmen aus der Offshore-Industrie sind wir jedoch überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden.” Van Hoeken hat bereits Erfahrung mit ähnlichen Projekten. Für die Insel Texel entwickelte er den Prototypen eines Gezeitenkraftwerks.

Die Flächen zwischen den Windkraftanlagen könnten für Solarpanele genutzt werden (Bild: iStock / simonkr)

Angedacht ist, in Zukunft die freien Flächen zwischen den Windkraftanlagen auf See mit Solarpanelen zu füllen und die bereits vorhandene Infrastruktur, wie zum Beispiel Umspannstationen und Kabel, auch für die Solarpanele zu verwenden. So würden die ungenutzten und trotzdem für die Seefahrt gesperrten Flächen für die Gewinnung einer erneuerbaren Energie zur Verfügung gestellt. Diese Form der Energieerzeugung ist prinzipiell für alle Nationen mit großen Offshorewindparks, wie Deutschland und Großbritannien interessant. Aber auch Inseln und Gebiete, wo keine großen Flächen an Land zur Verfügung stehen, könnten davon profitieren.

Der Park soll etwa 15 Kilometer nord-westlich von Scheveningen errichtet werden (siehe rote Markierung) (Bild: Navionics)

Errichtet werden soll die Anlage etwa 15 Kilometer entfernt von Scheveningen, in einem bisher für die Zucht von Seetang vorbehaltenen Testgebiet. Stellt sich die Frage, in wie weit Anlagen dieser Art, sollten sie sich als wirtschaftlich erweisen, die Schifffahrt in Zukunft behindern werden. Windparks, deren Durchfahrt teilweise für Boote und Schiffe untersagt ist, stellen bereits heute große Einschränkungen nicht zuletzt für Segler dar.

 

Kommentieren
*Pflichtfelder. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht