Die olympischen Bootsklassen

Seit den letzten Olympischen Spielen in London 2012 hat sich bei den olympischen Bootsklassen 2016 einiges geändert. Ein Überblick

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio treten Segler in zehn Bootsklassen gegeneinander an. Gegenüber den letzten Spielen 2012 in London beziehungsweise den Regatten vor Weymouth hat es drei bedeutende Änderungen in den olympischen Bootsklassen gegeben.

Erstens sind 2016 keine Kielbootklassen mehr vertreten. Der Star für die Männer und die Elliott 6m für die Frauen sind gestrichen. Zweitens ist mit dem Nacra 17 wieder ein Multihull dabei und zwar erstmals mit gemischten Mannschaften. Drittens feiert mit dem 49erFX ein Skiff für Frauen Premiere im Programm.

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Die zehn olympischen Bootsklassen 2016

470er Männer

Der 470er ist seit 1976 olympische Boots­klasse. Die Rennjolle wurde 1963 in Frankreich entwickelt und verbreitete sich sehr schnell. Sie wird von zwei Personen gesegelt und verfügt über ein Trapez und einen Spinnaker.

470er Frauen

Der verbreitete 470er war das Boot der Wahl, als 1988 zum ersten Mal Frauen an den olympischen Segelwettbewerben teilnehmen durften. Das optimale Mannschaftsgewicht liegt zwischen 110 und 145 Kilogramm, was eine große Bandbreite ermöglicht.

49er Männer

Der 49er ist ein Skiff für zwei Personen. Es wurde 1995 entworfen und ist seit den Spielen 2000 olympische Klasse. Der 49er zeichnet sich durch Doppeltrapez, Ausleger und Gennaker aus und erreicht damit hohe Geschwindigkeiten.

49erFX Frauen

Der 49erFX unterscheidet sich nur durch den Segelplan vom 49er. Der Mast ist kürzer und die Segelfläche kleiner. Er ist für ein Crewgewicht von 120 Kilogramm ausgelegt, der 49er dagegen für 140 Kilogramm.

Finn Männer

Seit dem Aus des Stars ist das Finn der Me­thusalem unter den olympischen Klassen. Die Einmannjolle wird seit 1952 durchgängig bei den Olympischen Spielen gesegelt. Das Finn gilt als schwer zu beherrschen.

Laser Standard Männer

Der Laser Standard ist seit 1996 olympische Klasse. Neben dem Finn bietet der Laser eine zweite Einhandklasse für mittelschwere Segler. Das Boot entstand Anfang der 1970er-Jahre und gilt als eine der meistverbreiteten Bootsklassen mit über 200.000 Stück.

Laser Radial Frauen

Der Laser Radial ist seit 2004 olympische Bootsklasse. Wie beim 49er und 49erFX unterscheidet sich der Laser Radial nur durch den Segelplan vom Laser. Der Mast ist kürzer und die Segelfläche kleiner, weshalb er üblicherweise von Frauen gesegelt wird.

Nacra 17 Mixed

Der Nacra 17 bringt das Foilen zu den Olympischen Spielen, das Segeln auf Tragflächen. Der 2011 entwickelte Nacra 17 verfügt über sogenannte C-Foils, die dynamischen Auftrieb erzeugen und den Leeschwimmer aus dem Wasser heben können.

RS:X Männer

Das RS:X Surfboard ist seit 2008 olympische Klasse, als es das Mistral ablöste. Das Board verfügt über ein Schwert und ist im Vergleich zu anderen Klassen relativ schwer. Es gilt als gutes Allroundboard für alle Windverhältnisse.

RS:X Frauen

Die RS:X-Wettbewerbe der Frauen werden mit kleineren Segeln auf dem gleichen Board ausgetragen. Der Mast ist ebenfalls kürzer als bei den Männern. Bei den Frauen löste das RS:X das Mistral ebenfalls 2008 ab.

Die Regeln

Alle Klassen segeln eine Serie von Fleet Races plus ein Medal Race aus. Match Races gibt es bei diesen Spielen nicht. Laser Standard, Laser Radial, Finn und 470er segeln zehn Fleet Races. RS:X, 49er, 49erFX und Nacra 17 segeln zwölf Fleet Races. Die Wettfahrten werden nach dem Low-Point-System bewertet, das heißt der erste bekommt 1 Punkt, der zweite 2 Punkte, und so weiter. Für das entscheidende Medal Race werden alle Punkte addiert. Das schlechteste Ergebnis wird dabei gestrichen. Die zehn besten aus den Fleet Races treten im Medal Race an. Im Medal Race werden doppelte Punkte vergeben: Der erste bekommt zwei, der zweite vier und so weiter. Bei Gleichstand nach dem Medal Race entscheidet die Platzierung im Medal Race selbst.

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