Ostsee: Das Gewässer wird im Norden flacher

An der Ostsee im Norden hebt sich das Land stärker als der Meeresspiegel steigt. Das sorgt für Probleme

Während sich hierzulande die Küsten durch Klimawandel und den daraus folgenden Meeresspiegelanstieg mancherorts in Gefahr sind, sieht das für die skandinavische Ostseeküste anders aus. Der Grund: Hier übertrifft die Landhebung den Anstieg des Meeresspiegels. Das Land hebt sich schneller als das Wasser steigt.

Selbst Buckelwal verirren sich schon mal in die Ostsee. Hier 2014 beim Sprungtraining in der Flensburger Außenförde. © Bomholt

Besonders rasch schreitet der Erhebung der Landmasse im Norden der Ostsee, am Bottnischen Meerbusen in Schweden und Finnland, voran. Mehr als 20 Zentimeter hob sich das Land in Teilen dieser Region allein in den letzten 30 Jahren an. Steine, die einst nur leicht aus dem Wasser ragten, sind heute fast komplett trockengelegt. In mehreren Tausend Jahren, vermuten Forscher, könnte es sogar eine neue Landverbindung zwischen Schweden und Finnland geben.

Ostsee von oben
Perle der Ostsee: Die Dänische Südsee © vidicom

Auch die schnelle Landerhebung sorgt in Skandinavien für Probleme: Fahrrinnen werden zu flach für große Schiffe, Häfen müssen teuer ausgebaggert werden. Und durch die ungleichmäßige Anhebung der Landmassen kommt es insbesondere während der Schneeschmelze zu Überschwemmungen, weil Flüsse das Meer nicht mehr erreichen.

Der Ursprung der Entwicklung liegt in der Eiszeit. Seit der riesige Eispanzer, der einst Skandinavien bedeckte, zu schmelzen begann, verringert sich nach und nach der auf der Landmasse lastende Druck. Deshalb strebt sie langsam nach oben. Das Gegenteil passiert an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins. Dort senkt sich das Land sogar leicht ab.

1 Comment

  1. Man nennt es postglaziale Landhebung oder isostatische Bodenhebung.
    Die Drehachse verläuft durch Dänemark

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