Route du Rhum: Festival der Ausfälle

Die ersten Tage der Route du Rhum wurden zu einem Festival der Ausfälle: Mastbrüche, Kenterungen – alle Klassen hatten mit Verlusten zu kämpfen, und das Feld der Ultime-Multihulls wurde gleich mal halbiert.

Auf der „Macif“ hat sich der Franzose Francois Gabart an der Spitze festgesetzt und schon rund ein Drittel der Strecke von St. Malo nach Guadeloupe absolviert. Francis Joyon (Frankreich) folgt ihm mit 70 Meilen Rückstand auf der „Idec Sport“.

Route du Rhum Race Director Jacques Caraes fasste das Geschehen zusammen: „Es war eine schwierige Nacht mit 40-45 Knoten Wind für den größten Teil der Flotte und einer Seehöhe von fünf bis sechs Metern. Die Probleme, von denen wir von den Skippern gehört haben, waren die mit ihren Autopiloten. Und es war sehr schwierig, bei See und Wind die Manöver zu fahren. Das Wechseln der Segel war eine sehr harte Arbeit.“

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Die beiden deutschen Starter schlagen sich wacker. Boris Herrmann ist auf der „Malizia II“ im Feld der Imoca60 auf Rang fünf gelistet, rund 150 Seemeilen hinter dem führenden Briten Alex Thomson auf der „Hugo Boss“. Dagegen musste die Deutsch-französin Isabelle Joschke auf ihrer „Monin“ einen Mastbruch einstecken. Sie selbst ist aber wohlauf und hat inzwischen Kurs Ost zurück nach Frankreich anliegen. Hart erwischte es auch den großen Favoriten Jérémie Beyou auf der „Charal“, der nach erheblichen Schäden am Bug den Hafen von Lorient angesteuert hat und dort mit seiner Shore-Crew versucht, das Schiff wieder flott zu bekommen. Die Britin Sam Davies ist auf ihrer „Initiatives-Coeur“ ebenfalls auf dem Weg in einen Hafen, nachdem sie feststellen musste, dass der Rumpf ihrer Imoca-Yacht zu delaminieren beginnt.

Von den 53 gestarteten Yachten in der Class 40 vermeldete rund ein Drittel erhebliche Probleme und hat bereits einen Hafen angelaufen bzw. ist auf dem Weg zurück nach Frankreich – darunter auch der Brite Sam Goodchild auf der „Nacros: Mexico“, der nach Mastbruch ein Notrigg gesetzt hat. Der Hamburger Arnt Bruhns berichtete von Bord der „Iskareen“ von harten ersten Seemeilen, die er aber mit vielen Segelwechseln, teilweise nur Sturmbesegelung abgewettert hat. Obwohl auch er von dem hohen Seegang hart getroffen wurde, hat er inzwischen die ersten 400 Seemeilen überstanden und liegt auf Rang 30.

Dramatische Situationen gab es bei den Riesen-Tris: Armel Le Cleac’h kenterte westlich von Spanien. Der Franzose ist inzwischen allerdings in Sicherheit. Er konnte in der Nacht von einem Fischerboot aufgenommen werden und ist auf dem Weg an Land.

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