Ruderbruch: „Spindrift 2“ bricht Rekordversuch ab

Der Riesen-Trimaran „Spindrift 2“ hat seinen Versuch, die Welt in Rekordzeit zu umsegeln, im Indischen Ozean abbrechen müssen. Am Abend des 1. Februar vermeldete die Crew um Yann Guichard einen Ruderbruch und bog nach Australien ab

Es sah lange Zeit gut aus für die zwölfköpfige Crew des 40 Meter langen Tris, um den Rekord von unter 41 Tagen bei einer Weltumsegelung noch unterbieten zu können. In der neuen Rekordzeit von 4 Tagen, 19 Stunden und 57 Minuten waren sie vom Start vor Ushant/Frankreich bis zum Äquator gesegelt. Auch am Südkap von Afrika waren sie schneller als die Rekordhalterin „IDEC Sport“, die 2017 den Rekord auf unter 41 Tagen geschraubt und damit die Jules Verne Trophy ergattert hatte. Nach 12 Tagen, 14 Stunden und 58 Minuten seit dem Start tauchte die „Spindrift 2“ in den Indischen Ozean ein und hatte damit einen Vorsprung von über sechs Stunden auf die Referenzzeit. Allerdings war hier ein zwischenzeitlicher Vorsprung von fast einem Tag schon deutlich geschmolzen, und auch im südlichen Indischen Ozean ging einiges vom virtuellen Vorprung für die „Spindrift 2“ verloren. Doch bis zu den Kergeulen war die Mannschaft guter Dinge. „Wir mussten einen großen Umweg machen, um das St. Helena Hoch zu umgehen. Es war ziemlich extrem, aber wir hatten keine andere Möglichkeit. Seit drei Tagen haben wir aber das Tempo erhöht und es fühlt sich gut an“, sagte Yann Guichard, nachdem er die drittbeste Zeit vom Start bis zum Indischen Ozean in der Geschichte der Jules Verne Trophy erreicht hatte.

Am Abend des 1. Februar dann aber die Ernüchterung. Skipper Guichard nahm Kontakt zur Landcrew auf und vermeldete Strukturprobleme am Steuerbord-Ruder des Tris. „Nach umfassender Bewertung der Schäden und Reparaturmöglichkeiten ist das Team schließlich zu dem Schluss gekommen, dass es nicht möglich ist, die erforderlichen Reparaturen durchzuführen, ohne die Sicherheit und Leistung des 40-Meter-Trimarans zu beeinträchtigen“, vermeldete das Team.

„Wegen dieses technischen Problems haben wir keine andere Wahl, als diesen Rekordversuch zu stoppen. Es ist eine große Enttäuschung für die gesamte Crew. Wir fahren jetzt zur Südwestküste Australiens und erwarten, dass wir in den nächsten vier Tagen dort ankommen“, so Yann Guichard.

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