Sieges-Sprung ins Wasser

„Es war anders heute“, sagte der strahlende Eurosaf Para Sailing European Championships Gewinner im 2.4mR Damien Seguin (Frankreich). Der Wind sei weniger gewesen. Aber egal ob viel oder wenig Wind wehte, Damien Seguin lag fast immer vorn. Auch das Medal Race gewann er und kann so fast eine lupenreine Serie an Siegen vorweisen.

Nur ein zweiter Platz, der als Streicher aus der Wertung genommen wird, steht auf seiner Ergebnisliste. „Es war speziell.“ Sieben Siege an den vergangenen Tagen sind auch für ihn nicht alltäglich. Es sei auf dem Wasser auch nie so eindeutig gewesen, wie das Klassement vermuten ließe. Insbesondere mit Heiko Kröger wäre es meist sehr dicht zugegangen. Er habe einfach immer das kleine bisschen Mehr gehabt. Wie beim Medal Race, als er einen perfekten Start segelte. Heiko Kröger fuhr als Vierter ins Ziel und landete somit auf dem Silberrang.

Platz halten, das war das Ziel von Lasse Klötzing am Finaltag. Er ging auf dem dritten Rang ins Rennen. Weiter nach vorne zu kommen, war nicht mehr drin. Deshalb wollte er den Bronzerang nach hinten absichern. „Es ist ganz gut gelaufen. Ich hatte keine richtigen Ausfälle.“ Auch mit den Bedingungen sei er gut zurechtgekommen. Da er in den letzten eineinhalb Jahren nur wenig gesegelt sei, hatte er keine Platzierung im Auge. Im Medal Race griff er kurz vorm Ziel noch mal an. Doch obwohl er dem vor ihm liegenden Norweger sehr nah kam, schaffte er es nicht ganz. Als Dritter im Ziel konnte er aber seine Vorgabe vom Morgen bestätigen und sicherte sich die Bronzemedaille.

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„Die üblichen Verdächtigen sind vorne mit dabei“, kommentiert Lasse Klötzing das Feld, der bedauert, dass das Feld relativ klein ist. „Aber wir können zufrieden sein, dass doch so viele gekommen sind.“ Nach der Kieler Woche wolle er sich hauptsächlich auf sein Maschinenbaustudium konzentrieren und nur noch die Deutsche Meisterschaften mitsegeln. „Ich fahre nicht mit zur WM.“ Da die 2.4mR nicht mehr paralympisch sind, wolle er zwar noch zeigen, dass die Klasse aktiv ist, stehe aber nicht mehr unter Druck in Bezug auf Qualifikationen. Auch finanziell gesehen sind die Voraussetzungen andere.

Mit einem Juchzen sprang Piotr Cichocki (Polen) von seiner Hansa 303 ins Hafenbecken und brachte sein Boot schwimmend zur Slipanlage. „Ich bin sehr glücklich“, strahlte der frisch gebackene Para-Europameister. „Es war ein gutes Rennen, guter Wind, aber kein gutes Wetter“, lautete sein Fazit des letzten Wettfahrttages. „Segeln ist mein Leben. Ich bin jeden Tag auf dem Wasser. Es ist meine Arbeit“, erklärte Cichocki, der beim non-stop um die Welt The Race 2000 auf dem Katamaran Warta Polpharma mit Skipper Roman Paszke Vierter wurde.

Auch Jens Kroker durfte sich über den zweiten Platz freuen. Foto: segel-bilder.de (Bild: Christian Beeck © segel-bilder.de)

„Am Ende ist alles gut“, freute sich auch Jens Kroker über seinen zurückeroberten zweiten Platz. Beim Start hatte er nicht den richtigen Abstand zur Linie gefunden und musste auf Steuerbord starten. Danach rollte er das Feld von hinten auf und fuhr auf den zweiten Platz vor. „Das hat gut geklappt. Ein schöner Abschluss.“ Piotr Cichocki war nach dem nicht optimalen Start nicht mehr einzuholen. Trotzdem ist Jens Kroker glücklich über die Silbermedaille. „Besser hätte es nicht laufen können.“ Bronze ging an den Polen Waldemar Wozniak.

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