Soziales Engagement über den Segelsport hinaus

Mit dem Segler-Club Oberspree (SCO) aus Berlin-Spandau wurde in diesem Jahr ein Club zum Verein des Jahres im Bereich Segeln ernannt, bei dem nicht nur die Segelausbildung, sondern auch die soziale Verantwortung des Vereins für seinen Stadtteil höchsten Stellenwert hat.

Herausragende Nachwuchsarbeit in einem Segelverein ist dem SVG-Verlag seit über eineinhalb Jahrzehnten eine besondere Ehrung wert. Seit 2001 wird der Verein des Jahres in Kooperation mit den Spitzensportverbänden DSV und DMYV, dem Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbandes und den Partnern aus der Wirtschaft, Dimension-Polyant, Peter Frisch GmbH, IMMAC, VW und Marina Kröslin, gekürt. In diesem Jahr ging es zur Messe Boot und Fun in Berlin auf die Bühne. Der Segler-Club Oberspree durfte sich bei einer feierlichen Übergabe des Preises über einen Far-East-Optimisten freuen.

Der SCO ist ein gemeinnütziger Traditionsverein für Wassersport im Spandauer Süden. Gegründet wurde er 1906 in Grünau. Nach dem Bau der Berliner Mauer ging das damals gepachtete Vereinsgelände in die Verfügungsgewalt der DDR über, was die im westlichen Teil der Stadt wohnenden Mitglieder veranlasste, den Verein im Spandauer Süden weiterzuführen. Das Revier erstreckt sich über die gesamte Unterhavel bis in den Krampnitzer See hinein, inmitten der zum Weltkulturerbe zählenden preußischen Kulturlandschaft mit dem Glienicker Park mit Pfaueninsel, dem Neuen Garten mit Schloss Cecilienhof und dem Babelsberger Park. Der SCO hat heute circa 250 Mitglieder und ist die Heimat von sowohl wassersportgegeisterten Anfängern, als auch „alten Hasen“.

Seit vielen Jahren engagiert sich der SCO im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit und übernimmt damit auch eine große soziale Verantwortung für den gesamten Stadtteil, indem eine echte Alternative im sportlichen Freizeitbereich für alle Interessierten angeboten wird. Dafür werden auch finanziell keine Mühen gescheut und ein festes Budget für Kinder- und Jugendarbeit durch die Mitglieder des SCO bereitgestellt. Seit einiger Zeit wurden diese Bemühungen, nicht zuletzt wegen der gestiegenen Nachfrage, intensiviert und sogar Partnerschaften mit den örtlichen Grund- und Oberschulen geschlossen. Ebenso wurde in weitere Trainingsboote investiert und professionelle Trainer*innen beim Deutschen Sportbund sowie beim Seglerverband ausgebildet und qualifiziert.

Das Engagement des SCO geht aber weit über die Segelausbildung hinaus. So gehören hier auch die Bereiche Umwelt, Gewässerschutz, Ernährung oder soziales Verhalten zur begleitenden theoretischen Ausbildung. Daher entstand die Idee, das Projekt „Opti-Kids im Spandauer Süden, alle in einem Boot“ für den Stadtteil zu initiieren, um jedem interessierten Kind, unabhängig von der sozialen Herkunft und dem finanziellen Hintergrund, einen Platz bei den Opti-Kids des SCO anbieten zu können. Innerhalb des Vereins konnten weitere Kräfte für die Jugendarbeit mobilisiert werden, sodass sich der SCO innerhalb des Stadtteiles weiter öffnen und vielen Kindern eine sinnvolle und interessante Freizeitbeschäftigung anbieten konnte. Der Trainingsbetrieb an vier Tagen in der Woche sowie die Vielzahl von Aktivitäten an den Wochenenden ist hier nur möglich, weil der Vereinsvorstand die Jugendarbeit aktiv fördert und sich auch die Mitglieder als Trainer, Übungsleiter oder auch als Unterstützer engagieren.  Auch inzwischen ehemalige Opti-Kinder unterstützen die Kleineren aktiv beim Training. So wird bereits jetzt eine neue Trainergeneration herangebildet.

Außerhalb der Saison ist sich der SCO seiner sozialen Verantwortung bewusst und bietet seinen großen und kleinen Mitgliedern ein spannendes Programm. Es wird gemeinsam Hallensport getrieben, Ausflüge ins Schwimmbad werden angeboten, und jedes Jahr wird zum großen Jugend-Weihnachtsfrühstück eingeladen.

Für das kommende Jahr stehen dem SCO große Neuerungen bevor. Das neue Clubhaus steht kurz vor der Vollendung. Es verfügt über Schulungsräume, Trainerbüros, Umkleiden und sanitäre Einrichtungen, die herausragende Bedingungen für die Jugendarbeit bieten. In den Bau hat der Verein nicht nur Geld, sondern die Mitglieder haben auch sehr viel Zeit und Eigenleistung investiert. Es war ein Meisterstück der Vereinsorganisation und des Engagements der Funktionsträger, dass die Jugendarbeit trotz der Abriss- und Bauarbeiten nicht nur weitergeführt, sondern auch ausgebaut werden konnte.

Dieser Far-East-Optimist wurde dem SCO übergeben.

Aus den zahlreichen Bewerbungen um den Titel des Vereins des Jahres 2018 stach die Bewerbung des SCO besonders hervor. Die Jury, bestehend aus dem Präsidenten des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbandes, Torsten Conradi, dem DMYV-Präsidenten Winfried Röcker, der DSV-Präsidentin Mona Küppers, Thorsten Höge, SVG-Verleger, und Hermann Hell, Herausgeber der Magazine des SVG-Verlages, vergab daher einstimmig den Titel des „Verein des Jahres“ an den Segler-Club Oberspree. Die Partner Dimension-Polyant, die Peter Frisch GmbH, IMMAC, VW und die Marina Kröslin freuen sich, dem Verein für seine Jugendarbeit einen neuen Regatta-Opti von Far-East übergeben zu dürfen.

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