Tsunamibedrohung bei den olympischen Spielen 2020

Bei den Olympischen Spielen 2020 dürfen weniger Menschen die Segelwettbewerbe vor der Insel Enoshima verfolgen. Der Grund: Die Bedrohung durch Tsunamis

Der achte Jahrestag des verheerenden Tsunamis in Japan steht im März bevor. Damals verloren knapp 18.000 Menschen ihr Leben, als eine gigantische Flutwelle die Nordostküste Japans überrollte.

Da Japan zu den seismisch aktivsten Ländern der Welt gehört, spielt das Thema Tsunami auch bei der Planung der Olympischen Spiele 2020 eine Rolle. Um die Zuschauer der Segelwettbewerbe schneller in höher gelegenes Gelände evakuieren zu können, senken die Organisatoren die maximale Zuschauerzahl. Ursprünglich sollten knapp 5.000 Menschen die Rennen auf dem Wasser verfolgen können. Nacht der aktuellen Planung sollen im nächsten Jahr nur noch 3.300 Menschen eingelassen werden. Knapp ein Drittel weniger.

Die Segelwettbewerbe finden südlich von Tokio vor der Insel Enoshima statt. Der Austragungsort liegt also an der Ostküste, die durch Tsunamis besonders stark gefährdet ist. Der Entschluss, die Zuschauerzahl zu reduzieren, fiel in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, die die Evakuierungsmaßnahmen ausgearbeitet haben. In den Berechnungen konnten die 5.000 Menschen laut Aussage des örtlichen TV-Sender NHK nicht rechtzeitig evakuiert werden, falls ein Seebeben einen Tsunami auslösen sollte.

Für die Segler auf dem Wasser besteht ebenfalls eine gewisse Gefahr. Allerdings werden Tsunamis erst gefährlich, wenn sie auf flacheres Wasser treffen. Bei Booten in tiefem Wasser rollt der Tsunami unter dem Boot durch – die meisten merken es überhaupt nicht. Erst wenn die Welle am Ufer bricht, wirken die zerstörerischen Kräfte der Flutwelle.

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