TW 2018: Starke Bühne für 26 Klassen

Die Travemünder Woche 2018 (20. bis 29. Juli) bietet nach dem Fokus auf den deutschen Segel-Nachwuchs im vergangenen Jahr nun wieder internationalen Segelstars eine Präsentationsbühne.

Die Travemünder Woche 2018 (20. bis 29. Juli) bietet nach dem Fokus auf den deutschen Segel-Nachwuchs im vergangenen Jahr nun wieder internationalen Segelstars eine Präsentationsbühne.

Mit Meisterschaften auf globaler, europäischer und deutscher Ebene sowie dem Auftritt der Segel-Bundesliga, Seesegeln auf allen Streckenlängen, Ranglisten-Regatten, Showrennen und einem Angebot für inklusives Segeln werden Sportler aus wirklich allen Bereichen zur 129. Auflage der Traditionsveranstaltung erwartet. Ein breitgefächerten Festivalprogramm rund um den Segelsport unterstreicht den Anspruch der Travemünder Woche als schönster Regattawoche der Welt. Das Regattaprogramm wurde heute auf dem Empfang der Travemünder Woche zur boot in Düsseldorf, der weltgrößten Wassersportausstellung, vorgestellt.

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Auch Lübecks Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, noch einmal als Verwaltungschef der Hansestadt nach Düsseldorf zu reisen. Im vergangenen Herbst trat Bernd Saxe nicht erneut zur Lübecker Bürgermeister-Wahl an und wird seine Amtsgeschäfte im Frühjahr an seinen Nachfolger Jan Lindenau übergeben. Doch der Auftritt zum Empfang der Travemünder Woche auf der weltgrößten Bootsausstellung war noch einmal eine Herzensangelegenheit des gebürtigen Westfalen. „Die Travemünder Woche begleitet auch die Lübecker Verwaltung stets durch die schönste Zeit des Jahres. Mitten im Hochsommer hochklassigen Segelsport in schönster Urlaubsatmosphäre erleben zu können, ist ein Genuss. Mit der Austragung internationaler Meisterschaften in spektakulären Klassen macht der Segelsport immer wieder weltweit Werbung für die Hansestadt Lübeck“, sagte der 63-Jährige, der seit 2004 auch selbst aktiv am Geschehen teilnahm. Mit dem Volksbank Rotspon-Cup reaktivierte Saxe den Ursprung der Travemünder Woche von 1889 und trat seitdem im Match Race gegen Politiker-Kollegen aus der Kommunal- und Landespolitik an: „Es waren immer spannende, manchmal sogar dramatische Rennen direkt vor Publikum. Politik, Sport und Besucher kamen hier eng zusammen – ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal der Travemünder Woche“, so Saxe, der sich im vergangenen Jahr mit einem Sieg gegen den SH-Innenminister Hans-Joachim Grote vom Rotspon-Cup verabschiedete.

Die Vorsitzende des veranstaltenden Lübecker Yacht-Clubs, Andrea Varner-Tümmler, nutzte die Gelegenheit, um das enge Miteinander von Stadt und LYC für das Gelingen der Travemünder Woche zu betonen: „Die Stadt Lübeck begleitet uns nicht nur, sie ist auch Mitveranstalter. Ohne die kurzen Wege in der Abstimmung wäre die Organisation einer solchen Veranstaltung, die zu großen Teilen auf ehrenamtlichen Schultern liegt, gar nicht möglich – gerade in Zeiten vieler Baumaßnahmen in Travemünde. Die Travemünder Woche muss sich in einem Umfeld vieler Begehrlichkeiten hinsichtlich der Flächennutzung behaupten“, sagte die LYC-Vorsitzende und ergänzte: „Dass Bürgermeister Bernd Saxe vor 14 Jahren den Rotspon-Cup ins Leben gerufen hat, zeigt, dass die Stadt mit dem Kopf und mit dem Herz zur Travemünder Woche steht. Das Bürgermeisterrennen ist eine sportliche und gesellschaftliche Bereicherung für die Travemünder Woche. Auch dafür sind wir Bernd Saxe sehr dankbar.“

Für die kommende Auflage der Travemünder Woche hat Gesamt-Wettfahrtleiter Brian Schweder Regatten in 26 unterschiedlichen Klassen bzw. Disziplinen vor sich. Neun Regattabahnen werden dafür in der Lübecker Bucht abgesteckt und zehn Wettfahrtleiter-Teams sind engagiert. Der sportliche Fokus liegt ohne Zweifel auf der Ausrichtung der Weltmeisterschaft der Vaurien sowie der Europameisterschaft der Flying Junior. „Internationale Meisterschaften stärken den Stellenwert der Travemünder Woche und sind immer eine besondere Herausforderung. Denn es gilt, mit einem großen Erfahrungsschatz den Ansprüchen der Top-Segler aus aller Welt gerecht zu werden“, erklärte Brian Schweder. „Wir haben diese Expertise in unseren Wettfahrtleiter-Teams, und können eine international hochkarätig besetzte Jury aufbieten. Diese internationale Vernetzung hilft uns auch für die Zukunft, hochklassige Regatten nach Lübeck zu holen.“

An dem Programm arbeitet Schweder zusammen mit dem Sportdirektor der Travemünder Woche, Jens Kath, der wieder neben den Ranglisten-Regatten ein breites Meisterschaftsprogramm für den Sommer verkünden kann: „Neben der WM der Vaurien und der EM der Flying Junior haben wir auch noch vier nationale Titelkämpfe sowie Spieltage in der Ersten und Zweiten Segel-Bundesliga im Programm“, so Jens Kath. Um deutsche Titelehren geht es bei den Variantas, die wie 2012 die IDM im Rahmen der Travemünder Woche austragen. Und fast schon zur Tradition ist die Austragung der deutschen Jugendmeisterschaften der Laser Radial und Laser 4.7 vor Travemünde geworden. Mit den German und Dutch Open der 5.5mR-Yachten kommt noch eine bilaterale Meisterschaft dazu und wird schlanke Yacht-Schönheiten an die Trave-Mündung bringen. Mit weiteren 15 Ranglisten-Regatten und den Seesegel-Wettfahrten auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke wird an neun Tagen feinster Segelsport geboten. „Wir bieten einen guten Mix von Klassen, die der Travemünder Woche in langer Treue verbunden sind, sie nach längerer Pause neu entdecken oder ihre Premiere an der Trave feiern“, sagte Kath.

Zu den Klassen, die die TW wieder entdecken, gehören die Vaurien und die Flying Junior, die gleich mit internationalen Meisterschaften nach Lübeck kommen. „Insgeheim peilen wir das ,Projekt 100′ an, auch wenn 100 teilnehmende Boote sicher etwas hoch gegriffen sind. Aber wir erwarten schon Teilnehmer aus ganz Europa. Interesse gibt es auch aus Angola und aus Uruguay“, berichtete Peter Lakshmanan, der deutsche Klassenpräsident der Vaurien. „Die Titelvergabe wird wohl über Italien oder Spanien laufen.“ Auch die Flying Junior denken mit ihrer EM über Europa hinaus. „Die größten Teilnehmerzahlen erwarten wir aus Deutschland, den Niederlanden und Italien, aber die Japaner sind eigentlich auch immer dabei. Dort wird der Flying Junior als College-Boot genutzt, so dass die Klasse dort stark vertreten ist“, erklärte Matthias Riffeler, der Präsident der internationalen FJ-Klasse.

Neben dem Regattageschehen auf den etablierten Bahnen, die von dem landnahen SAP Media Race Course bis hin zur Seebahn hinter Fehmarn reichen, sowie den Showrennen (SAP Trave Races) in der Trave, feiert ein weiteres Projekt vor Travemünde Premiere. Am zweiten TW-Wochenende wird der Lübecker Verein Sail United Segelsport für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger oder körperlicher Behinderung anbieten. Die Teilnehmer werden eineinhalb Tage in kleinen Gruppen eingewiesen und zum Abschluss in gemischten Teams eine kleine Regatta segeln. Mit an Bord ist auch Heiko Kröger, der zweimalige Paralympics-Medaillengewinner. Er unterstützt die Idee von Sail-United-Initiator Tobias Michelsen. „Wir wollen mit der Aktion, unsere Idee weiter bekannt machen, und hoffen, dass sich in den nächsten Jahren bundesweit Initiativen für das inklusive Segeln entwickeln“, sagte Michelsen.

Die Travemünder Woche greift dieses Thema gern auf, denn mit dem Umbau des Passathafens lassen sich auch barrierefreie Hafenanlagen auf dem Priwall verwirklichen. „Für den inklusiven oder paralympischen Segelsport entwickeln sich für uns bessere Möglichkeiten. Die 2.4mR, die von behinderten und nicht-behinderten Seglern chancengleich gesegelt werden können, sind eine sehr interessante Klasse für die Zukunft“, sagte Frank Schärffe, Geschäftsführer der Travemünder Woche gGmbH. „Wir sind immer dabei, die Attraktivität der Travemünder Woche sowohl für die Segler als auch für die Besucher zu verbessern. Dazu gehört es, ein spannendes Programm zu entwickeln. Wir sind aber auch darauf angewiesen, dass die Infrastruktur in Travemünde den Herausforderungen von Seglern, aber auch einem hohen Besucherstrom gewachsen bleibt. Denn die Zufriedenheit unserer Gäste steht an oberster Stelle. Und da wir stets Kritiken, Anregungen und Wünsche unserer Gäste annehmen, wird es auf Grundlage der Gästeresonanz erneut eine Änderung in Programm und Aufbau des Brügmanngartens geben, der zentralen Veranstaltungsfläche des Landprogrammes. Gespannt sind wir in diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse eines Schulprojektes, das eine umfangreiche strukturierte Gästebefragung während der TW 2017 zum Inhalt hatte, deren Auswertungen vor der TW 2018 präsentiert werden. Auch sind interessante Ergebnisse eines Projektes der Fachhochschule Westküste in Heide zu touristischen Aspekten der Travemünder Woche zu erwarten.“

Die Übergabe des druckfrischen Veranstaltungplakats zur Travemünder Woche ist stets der krönende Abschluss des TW-Empfangs zur boot und für den Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, Werner Matthias Dornscheidt, eine angenehme Pflicht. „Seit ich im Amt bin, habe ich noch keinen TW-Empfang zur boot verpasst. Diese Veranstaltung passt einfach zu uns, deshalb verlängern wir auch gern immer wieder den Vertrag, Partner der TW zu sein“, so Dornscheidt, der für die Zukunft auch schon seinem Nachfolger ans Herz legte, in dieser Art fortzufahren. Besonders beeindruckt zeigte sich Dornscheidt von der Idee des inklusiven Segelns zur Travemünder Woche, zumal sich die Messe für den olympischen und den paralympischen Sport engagiert. Spontan sagte der Messe-Chef dem Verein Sail United eine Spende von 5000 Euro zu, bevor dann das von Künstlerin Frauke Klatt gestaltete Plakat durch Andrea Varner-Tümmler (LYC-Vorsitzende) und Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe an Dornscheidt übergeben wurde.

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