World Sailing will 2024 mit vier Mixed-Disziplinen an den Start gehen

Der Weltseglerverband World Sailing hat seine Strategie für die Olympischen Spiele 2024 festgelegt. Bei der Entscheidung des Council setzte sich schließlich der rumänische Vorschlag durch. Insgesamt waren 56 Submission beim Weltseglerverband vorgelegt worden. Die vom Events Committee favorisierte Lösung fand schließlich keine Mehrheit und wurde vor der finalen Abstimmung zurückgezogen. Die neue Strategie lässt allerdings...

Der Weltseglerverband World Sailing hat seine Strategie für die Olympischen Spiele 2024 festgelegt. Bei der Entscheidung des Council setzte sich schließlich der rumänische Vorschlag durch. Insgesamt waren 56 Submission beim Weltseglerverband vorgelegt worden. Die vom Events Committee favorisierte Lösung fand schließlich keine Mehrheit und wurde vor der finalen Abstimmung zurückgezogen. Die neue Strategie lässt allerdings den Mut zu radikalen Veränderungen vermissen und lässt zudem viele Fragen offen. Neu ins Spiel kommen die Kiter mit einem Mixed-Wettbewerb, dafür werden die Zweimann-Jollen von den bisher getrennten Geschlechter-Disziplinen zu einer Mixed-Disziplin geschrumpft. Und zum Kippen der zweiten Einhand-Klasse konnte sich der Weltseglerverband nicht durchringen. Stattdessen wird es nun eine Mixed-Disziplin mit kombinierter Wertung einer Einhand-Männer- und einer Einhand-Frauen-Disziplin geben.

Die Abstimmung bei der Halbjahres-Tagung von World Sailing in London über die künftigen Olympia-Disziplinen verlief am Montag schneller als erwartet, so dass bereits in den Abendstunden eine Entscheidung verkündet werden konnte und der Dienstag für diese wegweisende Kursänderung nicht mehr benötigt wurde. Der Zwang zur Neuausrichtung der Disziplinen kam vom IOC, das die Segler wegen der mangelnden Gleichverteilung von Männer und Frauen bereits mit einer geringeren Anzahl an Teilnehmern für Tokio 2020 abgestraft hatte. Daher war im Vorfeld klar, dass die Frauen- bzw. Mixed-Disziplinen eine Aufwertung erhalten müssten. Der Weltseglerverband entschied sich für vorrangig gemischte Segelevents. Insgesamt vier Wettbewerbe werden nun als Frauen-/Männer-Disziplin gesegelt. Wie die neuen Mixed-Disziplinen ausgestaltet werden, wird noch bis zur Jahrestagung im Herbst zu klären sein. Und so sehen die geplanten zehn Disziplinen für 2024 zu den Wettbewerben in Marseille grundsätzlich aus:

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Bereits vorher gesetzt:

Einhand Jolle Männer (Laser Standard)

Einhand Jolle Frauen (Laser Radial)

Zweihand Skiff Männer (49er)

Zweihand Skiff Frauen (49erFX)

Zweihand Katamaran Mixed (Nacra17)

neu bestimmt:

Windsurfen Männer (Klasse noch zu bestimmen)

Windsurfen Frauen (Klasse noch zu bestimmen)

Einhand Jolle Mixed (Klassen noch zu bestimmen)

Zweihand Jolle Mixed (Klasse noch zu bestimmen)

Kite-Surfen Mixed (Klasse noch zu bestimmen)

Völlig unverändert gehen nach der Entscheidung von World Sailing die Skiffs und die Katamarane in den Olympia-Zyklus für Marseille. Die Ausstattung der Laser erfährt eine Überprüfung, ggfls. wird hier das Rigg geändert. Windsurfen erhält seinen Olympia-Status, allerdings wird hier die Klasse überprüft bzw. geändert. Neue Disziplinen sind die gemischten Einhand- und Zweihand-Klassen sowie das Kiten. Bei der Mixed-Einhand-Wertung könnten also die Finns weiter an Bord bleiben und mit einer noch zu bestimmenden Einhand-Klasse für Frauen eine kombinierte Medaille aussegeln. Wie dieser Kombinationswettbewerb allerdings aussehen wird, ist noch offen. Bei den Mixed-Zweihand-Jollen haben auch die 470er die Chance, weiter dabei zu bleiben – in welcher Form ist auch hier zu klären. Hier könnten gemischte Crews ebenso in frage kommen wie kombinierte Wertungen. Auch die Kiter sollen in einem Mixed-Wettbewerb antreten – kombinierte Wertungen oder Staffelwettbewerbe sind denkbar.

Abgesehen von der Aufnahme des Kitens lässt World Sailing radikale Veränderungen damit vermissen. In leicht veränderter Form wird am bisherigen Programm festgehalten. Enttäuscht wurden die Fans von Kielbootklassen, Varianten des Duell- oder Mannschaftssegeln. Ob der Segelsport durch die Kombinationswertungen die vom IOC geforderte bessere Verständlichkeit des Sports auch bei Nichtseglern erreicht und damit bessere Mediawerte erzielt, dürfte sehr fraglich sein. Die klare Unterscheidung der einzelnen Wettbewerbe – ein weiteres Kriterium des IOC – scheint zudem auf den ersten Blick schwierig. Damit haben die weiteren Gremien des Weltseglerverbandes bis zum Herbst reichlich Arbeit vor sich, um die neuen Disziplinen auszugestalten.

Auch die Disziplinen für den paralympischen Bereich bei einer erhofften Wiederaufnahme des Segelns zu den Spielen 2024 wurden bestimmt. Danach wird in einer offenen Einhand-Klasse, ein zwei nach Geschlechter getrennten Einhand-Klasse und in einem Zweimann-Kielboot gesegelt. Bis zum 9. Juli wird World Sailing dem IPC eine ausformulierte Bewerbung für die Wiederaufnahme vorlegen, im Januar 2019 entscheidet das IPC dann über die Sportarten für 2024.

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