Welcome-Race: Viel Sonne, langer Tag

Ein riesiges Feld in kleinen Häppchen wurde den Zuschauern am Sportboothafen Düsternbrook als Amuse-Gueule zur Kieler Woche serviert. 250 Yachten in 15 Starts gingen zwischen 9 Uhr und 12 Uhr auf den Seebahn-Kurs – mit durchaus unterschiedlichen Zielen: Während die Teilnehmer an der Aalregatta in einer Art Volkslauf die 28 Seemeilen von Kiel nach Eckernförde...

Ein riesiges Feld in kleinen Häppchen wurde den Zuschauern am Sportboothafen Düsternbrook als Amuse-Gueule zur Kieler Woche serviert. 250 Yachten in 15 Starts gingen zwischen 9 Uhr und 12 Uhr auf den Seebahn-Kurs – mit durchaus unterschiedlichen Zielen: Während die Teilnehmer an der Aalregatta in einer Art Volkslauf die 28 Seemeilen von Kiel nach Eckernförde angingen, segelten die Aktiven des Welcome-Races den gleichen Kurs mit sportlicheren Ambitionen. Neu im Kieler-Woche-Startprogramm waren die Yachten nach ORC-Wertung im Kiel-Cup. Ihr Weg führte zwar auch bis zur Eckernförder Bucht, von dort aber zurück nach Kiel. Als Aufwärm-Programm für ihr großes Etappen-Rennen nach St. Petersburg/Russland nutzten die Nord-Stream-Yachten den Tag, während für die drei Ocean-Racer der Kieler-Woche-Auftakt ein interner Vergleich zweier Bootsklassen war.

Der nördliche Wind, der in die Kieler Innenförde hineindrückte, bescherte den Yachten einen anspruchsvollen Start in die Regatta. Statt wie häufig unter achterlichen Winden aus der Förde zu gleiten, mussten sie diesmal auf den ersten Meilen viele Kreuzschläge absolvieren. Der nachlassende Wind auf der Außenförde erleichterte die taktische Herausforderungen nicht und machte den weiteren Verlauf zu einer Nervenprobe. Auch für die Wettfahrtleitungen, die intensiv die meteorologischen Entwicklungen beobachteten, um eine Bahnverkürzung in Betracht zu ziehen. Die war aber nicht nötig, alle Crews wurden schließlich über den vollen Kurs geschickt. Allerdings war im Ziel schließlich Geduld gefordert. „Das Ziel war bis 19.30 Uhr offen. Und das haben die letzten Yachten auch gebraucht“, berichtete Wettfahrtleiter Ralf Paulsen von einem langen Tag auf See, nach dem auch noch die Auswertung anstand.

Zügig unterwegs war hingegen die „Ember Sea“ von Jens Burmeister (Rostock). Die Brenta 55 war in der ersten Startgruppe des Welcome-Race und um 14.45 Uhr auch erste Yacht im Ziel. Noch schneller waren indes die um 12 Uhr gestarteten Ocean Racer. Die frisch getaufte „Einstein“ des Offshore Team Germany (OTG), ein Imoca Open 60, und die beiden VO65 „Akzonobel“ und „Brunel“ boten zum Start ein seltenes Bild in Kiel, nutzten den weiteren Verlauf aber eher zum Bootstest. „Den Start haben wir gewonnen. Danach ist Chris Nicholson auf der ‘Akzonobel’ aber deutlich vorbeigezogen. Sie hatten den Vorteil des Code-Zero. Wir mussten auf das große Vorsegel noch verzichten“, berichtete OTG-Teammanager Jens Kuphal (Berlin).

Altbundeskanzler Gerhard Schröder war beim Nord Stream Race mit seiner Ehefrau Soyeon Schröder-Kim an Bord der ClubSwan 50.  Foto: www.segel-bilder.de

Auch für die internationale Flotte des Nord Stream Races fiel der erste Tag der Kieler Woche unter das Motto „Aufwärmen“. Die Inshore-Wertung mit drei Wettfahrten gewann das Team Schweden vor der deutschen Mannschaft vom NRV Hamburg. Besonderer Gast an Bord war Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder mit seiner Frau Soyeon Schröder-Kim. Schröder wird am Sonntag den Startschuss für das Etappenrennen von Kiel nach Kopenhagen über Stockholm und Helsinki nach St. Petersburg geben. „Das war heute ein guter Auftakt für das Nord Stream Race. Und Gerhard Schröder hat Spaß gehabt“, sagte Oliver Schwall von der Agentur Konzeptwerft, Vermarkter des Rennens.

Zufrieden zeigte sich auch die Regattavereinigung Seesegeln. Die RVS hatte in Absprache mit den Kieler-Woche-Organisatoren eine Umgestaltung des Kiel Cups umgesetzt. Die ORC-Yachten segeln ihren Cup nun von Samstag bis Dienstag und kehren damit am Samstag gleich wieder nach Schilksee zurück, statt in Eckernförde zu übernachten. „Das muss sicher noch etwas mehr publik gemacht werden, damit es mehr Mannschaftren annehmen. Aber es ist auf jeden Fall eine Straffung des Programms“, sagte Bendix Hügelmann, der Zweite Vorsitzende der RVS. Er selbst hatte allen Grund, den Tag zu genießen, gehörte er doch an Bord der „Sportsfreund“ zur siegreichen Crew in der ORC I+II um Steuermann Gordon Nickel (Stade). Die Klasse ORC III gewann die „Immac Fram“ von Steuermann Kai Mares (Dänischenhagen).

Kommentieren
*Pflichtfelder. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht