Gelcoat-Kratzer entfernen

Tiefe Kratzer im Gelcoat sind unschön, aber leicht zu beseitigen, solange das Laminat nicht beschädigt ist. Wir geben eine genaue Anleitung, wie solche Kratzer zu beseitigen sind

Kratzer in der Oberfläche des Rumpfes lassen sich eigenhändig reparieren. Das Gelcoat schützt das darunterliegende Laminat aus GFK vor Beschädigungen. Daher sollten Schäden im Gelcoat schnell behoben werden. Gelcoat besteht in der Regel aus einem Harz aus Polyester. So wie Harz härtet das Gelcoat ebenfalls erst über die Zugabe eines Härters aus. Die Handhabung vor dem Aushärten entspricht einem Spachtel. Glücklicherweise ist Gelcoat auch nach dem Aushärten leicht zu bearbeiten, sodass der Kratzer am Ende nicht mehr zu sehen ist. Höchstens Abweichungen in der Farbe lassen sich noch ausmachen. Übergänge werden so fein auspoliert, dass sie selbst mit dem Fingernagel nicht zu spüren sind.

Der Handel bietet für kleinere Schäden auch Reparatursets an. Ansonsten benötigt man an Zubehör neben dem Gelcoat noch Schleifmittel von grob bis sehr fein, etwas Folie, eventuell eine Dremel und für den letzten Schliff noch Politur. Das Gelcoat kann mit einem Pinsel oder Spachtel aufgetragen werden.

Schritt für Schritt

  1. Die Kanten des Kratzers werden aufgeschliffen. Bequem mit dem Dremel oder etwas zeitaufwändiger mit grobem Korn von Hand. Die Flächen sollen etwa zehnmal so breit werden wie der Kratzer tief ist.
  2. Der aufgeschliffene Kratzer wird rundherum abgeklebt. So wird das umliegende intakte Gelcoat geschützt.
  3. Damit das neue Gelcoat haften kann, wird die restliche Ober­fläche innerhalb des Tapes mit feinem Papier trocken angeschliffen.
  4. Jetzt wird ausreichend Gelcoat aufgetragen. Den Originalfarbton kann man oft bei der Bauwerft erhalten.
  5. Um die Schleifarbeit zu verringern und die Ober­fläche zu glätten, kann das Gelcoat mit Tape oder Folie abgedeckt werden. Außerdem härtet Gelcoat unter Luftabschluss klebefrei aus. Dieser Effekt lässt sich aber auch mit beigemischtem Paraffin erzielen.
  6. Beim Abkleben ist darauf zu achten, dass alle Luftblasen ausgestrichen werden. Ansonsten hinterlassen sie Krater im Gelcoat und die Reparatur muss unter Umständen wiederholt werden.
  7. Nach dem Aushärten wird das Tape abgenommen. Wo vielleicht zu viel Gelcoat aufgetragen wurde, wird erst ein wenig davon abgeschliffen.
  8. Zunächst wird die Reparaturstelle trocken geschliffen. Üblicherweise reicht eine feine Körnung von 220. Ist das Gelcoat zu großzügig aufgetragen, kommt kurz gröberes Korn zum Einsatz.
  9. Sind Reparaturstelle und Umgebung bündig, wird mit Nassschleifpapier fein weitergeschliffen. Die Körnung wird Schritt für Schritt feiner, bis hin zu 2000er Papier.
  10. Vor dem Polieren wird die Reparaturstelle saubergewischt, um sie staubfrei zu machen.
  11. Zunächst kommt feine Schleifpolitur oder -paste zum Einsatz. Eine leistungs­fähige Poliermaschine kann dabei eine große Hilfe sein.
  12. Erst wenn die Reparatur mit zufriedenstellendem Ergebnis abgeschlossen ist, kann Wachspolitur zum Versiegeln zum Einsatz kommen.
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