GFK-Schaden beheben

Kollision gehabt? Schwell im Hafen? Kleine Macken am Rumpf sind schnell passiert. Wir zeigen, wie leicht sie zu reparieren sind

Durch den Laminierharz-Dschungel

  • Auf dem Markt werden sehr viele Polyesterharze angeboten – wegen der verschiedenen Einsatzgebiete ist das auch sinnvoll. Die Unterschiede sind groß, deswegen ist es nötig, sich genau über das Produkt und seine Verarbeitung zu informieren.
  • Für Reparaturen ist es entscheidend, ein styrolgebremstes Milieuharz zu verwenden, um die Gesundheit nicht mehr zu schädigen als nötig. Industrieharze dampfen deutlich mehr ab.
  • Heute sind die meisten Harze vorbeschleunigt. Deswegen braucht man nicht mehr wie früher neben dem Härter zusätzlich den Beschleuniger beizumischen. Viele Reparaturharze haben einen Farbindikator, der durch Farbveränderung anzeigt, wann die Mischung das Ende der Topfzeit erreicht – sehr praktisch, wenn man wenig Erfahrung mit Laminierarbeiten hat.
  • Außerdem ist es wichtig, zu beachten, wo die Reparaturstelle liegt. Orthophthalsäureharze, die über Wasser eingesetzt werden können, sollten im Unterwasserbereich nicht verwendet werden.

1. Ein Tapestreifen verdeckte den Schaden und verhinderte, dass Wasser eindringen konnte. Vor der Reparatur müssen nun Schadensstelle und Umfeld gründlich von Dreck gesäubert werden.
2. Mit der Flex wird das defekte Laminat entfernt. Der so genannte Weißbruch zeigt an, wo das Laminat zerstört ist. Er muss komplett beseitigt werden. Damit die Schäftung später hält, soll das Verhältnis von Dicke zu Breite der angeschliffenen Kante rundherum eins zu zehn betragen.
3. Wer direkt am Schleifteller der Flex absaugt, statt am dafür vorgesehenen Stutzen, erwischt meist deutlich mehr von dem gesundheitsschädlichen Staub.
4. Da dieser Schaden von innen schwer zugänglich ist, hilft ein kleiner Trick: Die letzten Restfasern bleiben stehen, um den neuen Laminat eine kleine Stütze zu bieten. Dass das alte Laminat beschädigt ist, spielt keine Rolle, weil das neue Laminat allein stark genug sein wird.
5. Als Gegenbeispiel eine andere Schadensstelle: Wenn der Schaden von innen besser zugänglich ist, kann das neue Laminat beispielsweise durch Tapestreifen gestützt werden, damit es nicht durchsackt.
6. Eine Schürze aus Papier verhindert, dass Harz auf die Außenhaut tropft. Für diese Reparatur wird Polyesterharz verwendet. Zur Verarbeitung sollte die Umgebungstemperatur um die 20 Grad liegen und auf keinen Fall unter 15 Grad fallen. Umgekehrt zur Temperatur verhält sich der Härteranteil.
7. Die angeschliffene Fläche wird satt mit dem Harz eingestrichen. Das Harz reagiert exotherm, deswegen können nur kleine Reparaturen in einem Durchgang erledigt werden. Können im Winter manchmal zehn Lagen verarbeitet werden, sind im Hochsommer oft schon fünf Lagen zu viel.
8. Die einzelnen Glasfaserflicken fangen klein an und werden immer größer. Die Kanten werden gezupft, nicht geschnitten, damit keine harten Kanten entstehen. Wer wenig Erfahrung hat, kann in mehreren Gängen arbeiten, damit er nicht zu viel Laminat aufbaut, das er später beseitigen muss.
9. Um die kleinen Flicken anzupressen, ist ein Pinsel zweckmäßiger als eine Rolle. Die Rolle schiebt die Flicken meist nur zur Seite. Mit dem Pinsel werden die Flicken angetupft, bis das Laminat völlig durchscheint und keine Luftblasen mehr zu sehen sind.
10. Mit einer Scheibenrolle wird das Laminat entlüftet. Nach dem Aushärten wird es auf ein niedrigeres Niveau als das umliegende Gelcoat herunter geschliffen. Vorsicht: Wer zu wenig schleift, dem scheint später das Laminat durch das Gelcoat. Wenn der Untergrund zu uneben ist, wird zwischen Laminat und Gelcoat zusätzlich gespachtelt.
11. Zum Schutz der umliegenden Außenhaut wird die Schadensstelle rundherum abgeklebt. Als nächstes wird Gelcoat aufgetragen, dem etwas Paraffin beigemischt wird. Das Paraffin schwimmt auf, so dass das Gelcoat unter Luftabschluss klebefrei aushärten kann.
12. Das ausgehärtete Gelcoat wird zunächst mit normalem Schleifpapier geglättet. Von 80er Körnung ausgehend wird das Papier immer feiner. Ein Schleifklotz hilft, eine gleichmäßige Fläche zu erzeugen. Dann steigt man auf Nassschleifpapier um, um die Oberfläche später polieren zu können.
13. Wenn das Tape durchgeschliffen ist, wird es entfernt und ein kleines Stückchen weiter außen neu abgeklebt. So wird die umliegende Außenhaut geschützt.
14. Nach dem Nassschliff wird das Gelcoat mit Schleifpolitur aufpoliert. Vorsicht: Nicht mit Wachspolitur verwechseln. Sie behindert das Anhaften des Gelcoats, sollte es noch Korrekturen geben.
15. Erst zum Schluss wird das neue Laminat mit Wachspolitur versiegelt.

Weitere Tipps zur Reparatur von Gelcoat gibt’s hier.

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