Interview: Yachtmaster

Die österreichische MCO Sailing Academy bietet die Ausbildung bis zum Yachtmaster Offshore nach den Richtlinien der Royal Yachting Association (RYA) an. Inhaber Clemens Stecher erklärt das Konzept der Ausbildung

Auf dem Weg nach England hatte ich ein Foto mit dem Hinweis auf den bevorstehenden Yachtmaster-Kurs getwittert. Einer der ersten Kommentare dazu war: „Yachtmaster? – Wow, das ist ja Königsklasse!“ Ist der RYA Yachtmaster Offshore wirklich die Königsklasse in der Yachtausbildung?
Der Begriff Königsklasse klingt vielleicht etwas abgehoben. Auf jeden Fall ist aber das Training zum Yachtmaster Offshore eine der anspruchsvollsten Ausbildungen, in diesem Bereich. Andere Ausbildungsschienen will ich damit keinesfalls abwerten. Spätestens, wenn man Ambitionen im professionellen Bereich hat, ist ein Yachtmaster Offshore sicher erstrebenswert.

Muss ich für die Ausbildung Englisch sprechen?
Die Prüfer sprechen in der Regel nur Englisch. Wir bauen daher relevante Begriffe und Kommandos ein und führen langsam an die englische Bordsprache heran. Mit Schulenglisch und ein bisschen Vokabellernen ist das gut zu schaffen. Die Prüfer haben Verständnis für Sprachprobleme. Das geht so weit, dass wir auch schon mal eine Prüfung erfolgreich durchgeführt haben, bei der ich teilweise als Dolmetscher fungiert habe.

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Was macht die Ausbildung so besonders?
Die RYA-Ausbildung ist sehr praxisorientiert. Die Grundlagen der Navigation und Schiffsführung werden von der Pieke auf so vermittelt, dass man sie überall auf der Welt anwenden und auf jedes Revier übertragen kann. Die praktische Ausbildung und auch die Prüfungen machen wir im englischen Solent, hier gibt es von starken Tidenströmen bis hin zu seichten Flussläufen alles, sodass wir insbesondere die Navigation und Törnplanung, aber auch alle Manöver und anderen Aspekte der Yachtmasterprüfung gut trainieren können. Eine Besonderheit der Ausbildung zum RYA Yachtmaster ist mit Sicherheit ihr weltweit außerordentlich guter Ruf. Eine YM-Offshore-Lizenz gilt von England über Amerika bis nach Australien als Qualitätsnachweis für professionelle Segelskills.

Praxisorientiert bedeutet aber nicht, dass man keine Theorie benötigt, oder?
Richtig, in Tirol, mitten in den Alpen, bieten wir Yachtmaster-Theorie-Kurse mit abschließender RYA-Zertifizierung an. Die sind zwar für die Zulassung zur Yachtmasterprüfung tatsächlich nicht verpflichtend, aber dringend zu empfehlen und umfassen zwei Wochenenden in fünf oder sechs Wochen Abstand, damit die Teilnehmer den Stoff gut sacken lassen und sich mit dem umfangreichen RYA-Lehrmaterial und den Übungsaufgaben zu Hause vorbereiten können. Es gibt während der Offshore-Examination am Boot (mindestens acht Stunden pro Prüfling) keine dezidierte Theorieprüfung, aber der Prüfer möchte immer wieder auch Hintergründe erklärt bekommen.

Was für Themen werden da abgefragt?
Ein Schwerpunkt liegt klar auf Tidennavigation, vor allem das berechnen der Wasserstände für Häfen und Flüsse, für die es keine eigenen Tabellen gibt. Weitere Punkte sind natürlich Sicherheit auf See, KVR, Betonnung, Lichterführung, Tagzeichen oder Wetter. Das wird alles im Theoriekurs noch einmal ausführlich abgehandelt. Außerdem führt der Kurs auch schon etwas in das Revier ein.

Wo kann man mehr über Eure Ausbildungen erfahren?
Neben vielen Tipps sind natürlich auch alle Angebote und Kurse auf unserer Homepage unter www.mco-sailingacademy.com zu finden.

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