Seemannschaft

Längsseits Schleppen

In manchen Situationen ist es sinnvoll Bordwand an Bordwand zu schleppen, um die Manövrierbarkeit des Schleppverbands zu verbessern. Worauf es dabei ankommt

Neben dem Schleppen als Anhang mit einer Schlepptrosse, gibt es noch eine weitere Möglichkeit, ein Boot abzuschleppen. Sie besteht darin, den Havaristen Bordwand an Bordwand neben dem Schleppenden festzumachen. Diese Variante bietet sich an, wenn enge Fahrwasser, Schleusen oder Häfen befahren werden müssen, also immer dann, wenn auf engem Raum manövriert werden muss. Bei sehr wenig Seegang bietet sich diese Variante auch auf See an; umgekehrt sollte schon bei leichtem Seegang auf das Längsseitschleppen verzichtet werden, da sonst Schäden an beiden Booten auftreten können.

 

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Der Ablauf

Der Schlepper nimmt den Havaristen an die Schiffseite, in die sein Propeller dreht. Bei den meisten Booten auf die Backbordseite. Zur Vorbereitung werden sowohl an Bord des Schleppenden, als auch des Havaristen, möglichst viele dicke Fender ausgebracht, um Schäden an den Schiffen zu verhindern.

Der Havarist sollte bei unterschiedlich großen Booten so weit wie möglich vorne am Schleppenden befestigt werden, damit das Heck des Schleppers freibleibt, was die Manövrierbarkeit erhöht. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Masten der beiden Boote nicht auf gleicher Höhe liegen, da sich Wanten und Salinge sonst berühren und Schaden nehmen könnten.

(Bild: Jan Bindseil)

Mit Vorleine, Achterleine, Vorspring und Achterspring werden beide Boote möglichst fest miteinander verbunden. Je weniger Spiel zwischen Schleppendem und Havaristen herrscht, desto besser. Ziel ist es, eine möglichst feste, kompakte Einheit zu schaffen. Bei Vorausfahrt nimmt die Vorspring des Schleppenden die Hauptlast auf, die Achterspring beim Stoppen und bei Rückwärtsfahrt. Vor- und Achterleine, die in diesem Falle eher Quer- oder Brustleinen sind, verhindern das Verdrehen des Paketes in sich. Gesteuert wird mit dem Ruder des Schleppenden.
Auf diese Weise kann ein manövrierunfähiges Boot bis in den Hafen an einen Liegeplatz bugsiert werden.

 

Mit dem Dingi

Ebenso wie eine andere Yacht, kann auch ein Dingi als Schlepper fungieren. Selbst mit einem kleinen 2,5 PS-Außenborder kann ein zehn Tonnen-Schiff in Fahrt gebracht werden. Die Steuerfähigkeit ist anfangs jedoch sehr begrenzt. Sobald etwas Fahrt im Schiff ist, kann das Ruder des zu schleppenden Bootes die Kontrolle übernehmen und das Dingi sorgt lediglich für den Schub.

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