Richtig peilen

Ein Peilkompass gehört auch in Zeiten von Kartenplotter und Co. an Bord jeder Yacht. So wird er richtig benutzt

Peilkompasse sind nützliche Hilfsmittel, um die Position der Yacht (Schiffsort) zu bestimmen. Dazu peilt man zwei fest stehende Objekte an Land, um Standlinien zu bekommen. Der Schnittpunkt dieser Standlinien – die, korrigiert um Missweisung und Ablenkung, in die Karte eingetragen werden – ergibt den Schiffsort.

Folgendes gilt es zu beachten:

– Ein Peilkompass ist weniger empfindlich als feste Kompasse, doch allzu heftigen Stößen sollte man auch ihn nicht aussetzen.

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– Je näher sich die Objekte am Betrachter befinden, desto genauer wird die Peilung. Als Formel für die Genauigkeit der Peilung gilt: 1° Peilfehler = 32,3 m/sm. Auch bei Seegang und schwerem Wetter sinkt die Peilgenauigkeit.

– Der Schiffsort kann um so genauer bestimmt werden, je näher der Winkel zwischen den beiden Peilungen bei 90° liegt. Ist er kleiner als 30° oder größer als 150°, sind die Peilungen zur Ortsbestimmung nicht brauchbar, da sich die Standlinien nicht scharf genug schneiden.

– Achten Sie darauf, dass der Standpunkt an Deck nicht in der Nähe von magnetischen Materialien und Motorblock ist.

Um Ungenauigkeiten zu vermeiden, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:Halten Sie zunächst nach einem geeigneten Orientierungspunkt Ausschau. Heben Sie dann den Kompass in Kinnhöhe an und warten Sie, bis die Kompassrose in Ruhestellung ist. Fixieren Sie nun das Objekt, führen Sie die Visiervorrichtung des Kompasses zum Auge und lesen Sie ab. Peilen Sie dann rasch das zweite Objekt und tragen Sie die Standlinien in die Karte ein.

Folgende Formel führt von der Magnetkompasspeilung (mgP) zur rechtweisenden Peilung (rwp):

(Beispielrechnung)

Gegeben: mgP = 284°, mgK = 014°
Mw = -3,4°, Abl = 0°mgP = 284,0°
Abl = 0,0°
———-
mwP = 284,0°
mw = -3,4°
———-
rwP = 280,6°, gerundet 281°
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