Segel richtig einlagern

Die richtige Pflege und Lagerung der Segel im Winter verlängert deren Lebensdauer. Was beim Winterlager für Segel zu beachten ist, haben wir zusammen mit Dimension-Polyant zusammengetragen

Der Mast ist gezogen, das Schiff steht aufgebockt in der leicht geheizten Bootshalle und die Segel? Die werden hoffentlich ebenso pfleglich behandelt wie die Yacht im Winterlager. So, wie sich Eigner und Bootsbauer in den Wintermonaten daran machen, größere Reparaturen und Ausbesserungsarbeiten am Rumpf, im Innenraum und am Rigg des Schiffes vorzunehmen, ist es jetzt auch an der Zeit, die Segel vor dem Einlagern genau durchzusehen.

Nach der Saison sollte das Segel auf Beschädigungen untersucht werden (Bild: Silke Springer)

„Kleine Beschädigungen, wenige Zentimeter lange schadhafte Stellen oder auch eine aufgehende Naht sind von einem guten Segelmacher mit wenig Aufwand schnell zu beheben“, sagt Robert F. Kühnen vom Segeltuchhersteller Dimension-Polyant. „In den Wintermonaten haben die Segelmacher Zeit, sich um die vielen kleinen Reparaturen zu kümmern. Denn wer erst zu Beginn der Saison mit seinen schadhaften Segeln kommt, muss mitunter länger auf die Reparatur warten.“ Aber auch wenn auf den ersten Blick keine Schäden am Segel festzustellen sind, empfiehlt er, die „Tücher“ von einem Segelmacher nach der Saison einmal durchsehen zu lassen. „Ein kleiner Schaden oder eine poröse Stelle sind oft nur schwer zu erkennen, doch daraus kann beim nächsten Manöver schnell ein größerer Riss werden“, sagt er.

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Für die Lagerung der Segel im Winter gibt Dimension-Polyant zwei klare Empfehlungen: Die Segel müssen vor dem Verstauen trocken sein. Auch der Lagerplatz sollte ebenfalls trocken, zumindest mäßig beheizt und luftig sein. „Unschöne Stockflecken entstehen, wenn die Segel nicht ganz trocken sind, zu dicht gepackt wurden oder der Raum feucht ist“, erklärt er. „Es dürfen keine biologischen oder organischen Reste auf dem Segel sein, denn das ist der ideale Nährboden für Pilze, die für die Flecken verantwortlich sind.“ Hat das einst schöne weiße Segel trotz aller Vorsicht Stockflecken bekommt, empfiehlt Kühnen folgende Behandlung: „Am besten weicht man die betroffenen Stellen in einer milden Chlorlösung mit einer Konzentration von unter einem Prozent Chlor für etwa zwei Stunden ein. Danach sollte das Segel noch mit klarem Wasser und einer Bürste gründlich abgeschrubbt werden.“

Hauptsache trocken: Auch im Keller lagern Segel über den Winter gut (Bild: Silke Springer)

Am besten wäre es natürlich, wenn die Segel anschließend zur Aufbewahrung gerollt werden, um die Fasern nicht zu zerknicken. Doch über 100 Quadratmeter aufgerollte Segel passen in die wenigsten Garagen und Keller. „Dennoch sollte man vermeiden, die Segel unnötig zu knicken“, sagt Robert F. Kühnen. „Und schon gar nicht weitere Sachen aus Keller und Garage darauf stapeln. Am besten, man legt das vorzugsweise gerollte Tuch oben auf.“

Die locker gefaltete, trockene Aufbewahrung des Segels – am besten in einem geräumigen Sack – schützt auch die Formstabilität des Profils, die einzelnen Fasern oder die aus Folie gefertigten Sichtfenster der Segel. Alles, was zu eng zusammengepresst ist, bekommt Knicke, die schnell zu einem Riss werden können. „Am besten ist es, die Segel in rund einen Meter breiten Bahnen, parallel zum Achterliek, zusammenzulegen“, sagt Kühnen. Auch Spinnaker, oft achtlos nach dem letzten Manöver im Sack zusammengeknüllt, sollten für den Winterschlaf ordentlich zusammengelegt werden. Das geht am besten, wenn man beide Schothörner aufeinander legt und das bauchige Segel dann in gleichmäßige Bahnen legt.

Extra sauber, fast sogar porentief rein, müssen Segel dagegen nicht sein. Eindringlich warnt der Kühnen daher vor speziellen Segel-Waschanlagen. „Kein Segel muss besonders gewaschen werden“, betont er.

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