470er-Frauen lösen das Tokio-Ticket

Die absolute Weltspitze der 470er ist den deutschen Seglern aktuell enteilt. Doch bei der Weltmeisterschaft vor Enoshima/Japan gelang den Frauen zumindest das Minimalziel: Als 16. lösten Frederike Loewe/Anna Markfort das Nationenticket für die Olympischen Spiele 2020. Die Männer allerdings verpassten die Qualifikation um Haaresbreite.

Es wure noch einmal eng für die deutschen Frauen im Wettstreit um eines der sechs Olympia-Nationentickets, die für die 470er-Frauen vor Enoshima vergeben wurden. In den drei letzten Flotten-Rennen der WM mussten sich Frederike Loewe/Anna Markfort, die als bestplatzierte deutsche Mannschaft die Trümpfe für die Olympia-Qualifikation in der Hand hielten, mit den Platzierungen 17, 18, 18 zufrieden geben. Das brachte die Neuseeländerinnen Susannah Pyatt/Brianna Reynolds-Smith – bis dahin klar hinter den Deutschen – wieder ins Spiel. 27 Punkte machten sie gut und setzten sich auf Platz 15. Damit hatten sie das fünfte Ticket (acht Nationen waren bereits über die Worlds 2018 qualifiziert) gesichert. Und Loewe/Markfort mussten sich noch mit den Schweizerinnen Linda Fahrni/Maja Siegenthaler auseinandersetzen, die im letzten Rennen noch mal fünf Punkte gutmachten.

Durchatmen hieß es dann beim Blick in die Ergebnisliste. Denn knapp konnten die Deutschen die Schweizerinnen auf Distanz halten. Rang 16 und damit der Nationenplatz für die Spiele 2020 ist gesichert. Ob allerdings tatasächlich eine deutsche Mannschaft im kommenden Jahr nach Tokio fährt, hängt von der zweiten Stufe der Qualifikation ab. Gegenüber dem DOSB muss eine Endkampf-Chance nachgewiesen werden. Die Ergebnisse im Frühjahr 2020 (WM vor Mallorca, Princesa Sofia Trophy und Worldcup in Genua) entscheiden darüber. In einer Rangliste aus diesen drei Regatten muss eine deutsche Mannschaft in einer Nationenwertung unter den Top-Ten rangieren. Zur jetzigen WM waren Loewe/Markfort lediglich 15. Nation.

Die deutschen Männer haben in Enoshima das erste Qualifikationskriterium verfehlt. Zwar hatten Simon Diesch/Philipp Autenrieth noch einen guten Abschlusstag und kletterten von Rang 20 auf Platz 16. Aber sie verfehlten das Nationenticket knapp. Für die Männer wurden in Japan nur vier Plätze vergeben – Diesch/Autenrieth landeten in dieser Rangliste auf Platz fünf. Jetzt ist für Europa im Frühjahr 2020 noch ein Platz zu vergeben.

Die Medal-Races von Enoshima werden sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ohne deutsche Beteiligung ausgesegelt. Bei den Männern wird es zwischen den aktuell führenden Spaniern Jordi Xammar/Nicolas Rodriguez und den nur einen Punkt dahinter liegenden Australiern Mathew Belcher/Will Ryan ein Duell um Gold geben. Die Mannschaft, die die andere hinter sich lassen kann, holt sich den WM-Titel. Ähnlich ist es bei den Frauen: Hannah Mills/Eilidh McIntyre (Großbritannien) und Ai Kondo Yoshida/Miho Yoshioka (Japan) sind nur durch einen Punkt getrennt. Mit einer Minimalchance können hier aber noch die Französinnen Camille Lecointre/Aloise Retornaz in dem WM-Titelkampf eingreifen.

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