470er sorgen für Top-Ergebnisse vor Palma

Mit drei Top-Ten-Ergebnissen beim europäischen Saisonstart scheinen die deutschen 470er-Segler und -Seglerinnen an die großen Zeiten der Deutschen in dieser Klasse anknüpfen zu können. Zur Trofeo Princesa Sofía sorgten Simon Diesch/Philipp Autenrieth als Vierte für das Top-Ergebnis. Bei den Frauen schafften mit Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß (8.) sowie Frederike Loewe/Anna Markfort (10.) gleich zwei Crews den...

Mit drei Top-Ten-Ergebnissen beim europäischen Saisonstart scheinen die deutschen 470er-Segler und -Seglerinnen an die großen Zeiten der Deutschen in dieser Klasse anknüpfen zu können. Zur Trofeo Princesa Sofía sorgten Simon Diesch/Philipp Autenrieth als Vierte für das Top-Ergebnis. Bei den Frauen schafften mit Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß (8.) sowie Frederike Loewe/Anna Markfort (10.) gleich zwei Crews den Sprung in das Medal Race. In den anderen Klassen fehlten dagegen in Abwesenheit von Top-Teams und ungewöhnlichen Trainingskonstellationen beim Frühjahrsklassiker vor Mallorca die großen Ergebnisse.

Für Deutschlands 470er-Segler war es vor Palma de Mallorca ein europäischer Auftakt nach Maß: Simon Diesch und Philipp Autenrieth, die vor zwei Jahren ihre gemeinsame Kampagne für die Olympischen Spiele in Tokio gestartet haben, war es nach Platz acht im Worldcup von Miami bereits das zweite erstklassige Ergebnis. Im Weltklassefeld von 79 Startern mussten sie sich nur von den punktgleichen Japanern Tetsuya Sozaki und Akira Takayanagi auf Rang drei sowie den überlegenen Australiern Mathew Belcher/Will Ryan und den zweitplatzierten Türken Deniz Cinar und Ates Cinar geschlagen geben.

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Steuermann Simon Diesch, Sohn des FD-Olympiasiegers Eckart Diesch, sowie Vorschoter Philipp Autenrieth hatten im Medal Race sogar die Chance auf Silber, rutschten dann aber noch aus den Medaillenrängen heraus. „Das war ein bisschen ärgerlich, aber insgesamt war es eine coole Woche“, sagte Simon Diesch und betonte, dass sich die harte Arbeit über den Winter nun auszahle. „Wir können uns inzwischen unter den alten Hasen gut durchsetzen, haben uns technisch und physisch auf Augenhöhe gebracht. Dadurch haben wir an Stabilität, Zuversicht und Selbstvertrauen gewonnen.“ Das große Saisonziel ist nun ein Platz unter den acht besten Nationen bei den Worlds in Aarhus im August, um so bereits frühzeitig einen Nationenplatz für die Olympischen Spiele in zwei Jahren zu sichern.

Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß segelten auf Rang acht. Foto: Tomas Moya/sailing energy

Auch die deutschen Frauen scheinen dafür auf einem guten Weg zu sein. Obwohl die 470er-Crews vom German Sailing Team in den vergangenen Monaten nicht wie gewünscht trainieren konnten, platzierten sie sich doch im Vorderfeld der Mallorca-Regatta. „Wir sind insgesamt zufrieden, auch wenn es im Medaillenrennen nicht ganz so top gelaufen ist“, sagte Nadine Böhm. Die 27-jährige Steuerfrau hatte sich im vergangenen Jahr einer Bandscheiben-Operation unterziehen müssen und ist mit ihrer Vorschoterin noch nicht lange wieder im Einsatz. „Deswegen war das hier ein großer Schritt in die richtige Richtung“, so Böhm. „Wir sind sehr zufrieden mit unserem Speed. Dass wir nach der langen Pause nun intensiv an Starts und Manövern arbeiten müssen, ist kaum verwunderlich. Klares Saisonziel ist die Nationenqualifikation für Olympia bei der WM in Aarhus.“

In den anderen Klassen fehlten dagegen die Crews, denen auf dem Weg nach Tokio gute Chancen zugerechnet werden. Die Skiff-Frauen machten einen Bogen um Mallorca und bereiten sich in Portugal auf einen späteren Einstieg in die europäische Saison vor. Bei den 49er-Männer segelte mit Justus Schmidt/Thomas Plößel eine Kombination aus zwei halben Mannschaften. Da die jeweiligen Stammpartner Erik Heil und Max Boehme wegen Studienverpflichtungen nicht antreten konnten, probten die beiden Trainingspartner eine neue Konstellation aus – nicht ganz ohne Probleme, denn die Arbeitsteilung an Bord war noch nicht eingespielt. So reichte es für die beiden Ex-Europameister lediglich zu Rang 17. Damit waren sie aber noch beste deutsche Mannschaft.

Justus Schmidt/Thomas Plößel bildeten als Trainingspartner eine Interims-Crew für die Regatta. Foto: Tomas Moya/sailing energy

Im Laser fehlte Deutschlands Olympia-Hoffnung Philipp Buhl. Er hatte zugunsten der Weltmeisterschaft der Moth vor Bermudas auf einen Mallorca-Start verzichtet. Nik Aaron Willim kehrte nach langer Verletzungspause auf die Regattabahn zurück und wurde unter den 183 Startern 39. Bei den Nacra-Katamaranen konnten Johannes Polgar/Carolina Werner noch nicht an die Leistungen der besten Crews anschließen. Auch bei den Laser-Frauen und den Finn-Männern fehlt noch der Anschluss an die absolute Weltspitze.

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