Ainslies Flügel ist gestutzt – technische Probleme kosten BAR zwei Punkte

Nach einem Tag Zwangspause aufgrund nicht segelbarer Bedingungen starteten die Playoffs der Herausforderer im America's Cup vor Bermudas mit traurigen Briten, fast tatenlos siegenden Neuseeländern im einen Halbfinale und einem Unentschieden nach zwei Rennen im zweiten Halbfinale zwischen Schweden und Japan.

Die Bedingungen waren optimal für die Halbfinals im Great Sound von Bermudas, nachdem die Teams einen Tag pausieren mussten. Klarer Himmel und guter Wind sorgten für perfekte Rennbedingungen, doch für ein Team lief es alles andere als perfekt.

Die Briten hatten ein technisches Problem mit ihrem Wingsegel und mussten das erste Rennen des Tages aufgeben. Sie schickten daraufhin ihren ACC-Kat „Rita“ in die Base, um das Ersatz-Wingsegel zu setzen, schafften es aber nicht wieder zurück auf die Bahn zum zweiten Rennen. Damit gingen die beiden Punkte in der Serei „Best of Nine“ an die Neuseeländer um Steuermann Peter Burling, die schon in der Vorrunde eine starke Performance gezeigt hatten, die besten Herausforderer waren und die als erstes Team es schafften, ein komplettes Rennen auf den Foils zu bleiben.

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„Wir haben wirklich harte Tage und unglücklicherweise haben wir einen Schaden im Kontrollsystem des Wingsegels erlitten“, erklärte Sir Ben Ainslie, Teamchef und Steuermann von Land Rover BAR. „Wir haben alles versucht, um das Ersatzrigg zu stellen, haben es aber nicht mehr rechtzeitig zum Start geschafft. Es ist sehr enttäuschend, zwei Rennen in dieser Art und Weise zu verlieren. Aber es war vorher gut zu sehen, dass wir einen großen Geschwindigkeitszugewinn erzielen konnten und wir werden weiter kämpfen. Diese Boote sich wirklich Hi-Tech-Maschinen und wir puschen sie bis ans Limit. Es war unglücklich, was passiert ist, und wir brauchen das auch wirklich nicht. Aber so ist das Leben.“

Die Landcrew hatte entsprechend eine lange Nacht vor sich, um das Problem wieder in den Griff zu bekommen und das Boot zum nächsten Rennen an den Start zu bringen. Aber auch ohne das technische Problem hatten die Briten bisher das Nachsehen gegen die Neuseeländer. Nach der Demütigung in der zweiten Round Robin der Vorrunde, als Aisnlie das Rennen mit riesigem Rückstand entnervt aufgab, hatten die Experten ein aggressives britisches Team erwartet. Peter Burling, der Steuermann des Emirates Team New Zealand, konnte alle vermuteten Tricks der Briten aber schon in der Vorstartphase kontern, legte einen perfekten Start hin und lag am zweiten Gate mit sechs Sekunden in Führung, als die Wettfahrt durch das technische Problem der Briten schon wieder beendet war, bevor es überhaupt richtig begonnen hatte.

Per Regattafunk erklärte Land Rover BAR daraufhin die Aufgabe in diesem Rennen. Damit hatten die Neuseeländer den ersten Sieg in der Tasche, und als die Briten auch nicht wieder auf die Bahn zurückkehrten, musste Burling in der zweiten Wettfahrt den Foiling-Kat nur noch über die Startlinie zu steuern, um auch den zweiten Punkt auf die Habenseite zu bringen. Damit benötigen die Neuseeländer noch drei Punkte zum Sieg im Halbfinale und Einzug in das Finale der Herausforderer.

Ganz anders stellt sich die Situation dagegen im zweiten Halbfinale dar. Beide Rennen liefen für das SoftBank Team Japan und Artemis Racing Schweden völlig konträr. Während Artemis den ersten Start gewann und sich in Führung setzte, gelang es Dean Barker mit SoftBank und guten Manövern an den Schweden vorbeizuziehen und das Rennen am Ende doch noch klar (23 Sekunden Vorsprung) für sich zu entscheiden.

In der zweiten Wettfahrt hatten die Japaner am Start die Nase vorn und führten zunächst lange das Rennen an. Dann aber hatten die Schweden das bessere Gefühl für den Wind, zudem verpatzte Dean Barker eine Halse. So zogen die Schweden mit Nathan Outteridge zur Rennmitte vorbei und flogen schließlich auf ihren Foils einem klaren Sieg mit 29 Sekunden Vorsprung entgegen. Damit steht es in diesem Duell 1:1, und beide Mannschaften müssen bis zum Sieg noch vier Punkte einfahren.

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