„AkzoNobel“ siegt im Nervenkrimi von Auckland

Minuten-Entscheidung am Ende der 6500 Seemeilen langen Etappe des Volvo Ocean Race

Jubel beim Team „AkzoNobel“: Nach der bisher spannendsten Etappe im Verlaufe des Volvo Ocean Race 2017/18 hat sich das niederländische Team die Krone der sechsten Etappe aufgesetzt. Mitten in der Nacht passierte das Team von Skipper Simeon Tienpont die Ziellinie vor Auckland/Neuseeland – lediglich wenige Hundert Meter von den Verfolgern von „Scallywag“ um Skipper David Witt.

Auf den letzten Seemeilen entlang der neuseeländischen Küste hat sich die sechste Etappe des Volvo Ocean Race zu einem wahren Krimi entwickelt. Die Teams von „Mapfre“ und „Dongfeng“, die 24 Stunden vorher schon geschlagen schienen, schoben sich aus Westen kommend mit frischem Wind an das Spitzen-Trio heran, das nach der Passage der Nordspitze Neuseelands in der Flaute hing. Damit wurde das Rennen für die letzten 200 Seemeilen fast neu gestartet. Aber „AkzoNobel“ und „Scallywag“ konnten sich einen kleinen Vorsprung bewahren und retteten sich schließlich ins Ziel.

Anzeige

Für die Akteure von „AkzoNobel“, die nach internen Querelen vor dem Start in das Weltrennen und Mastschäden auf der dritten Etappe nun den großen Coup landen konnten, war es eine große Genugtuung. „Scallywag“ gelang nach dem Sieg auf dem vierten Teilstück mit Platz zwei das zweite Top-Ergebnis. Leidtragende des wechselvollen Windes zum Abschluss waren die Segler auf „Turn the Tide on Plastic“, die von „Mapfre“ und „Dongfeng“ noch abgefangen und auf Rang fünf verwiesen wurden.

Nach einer Segelzeit von 20 Tagen, 9 Stunden, 19 Minuten und 40 Sekunden hatte „AkzoNobel“ schließlich 2:14 Minuten Vorsprung vor „Scallywag“. Entsprechend erleichtert war Simeon Tienpont nach dem Kreuzen der Ziellinie: „Es war ein 7000-Meilen-Match-Race. Beide Teams haben sich nach dem Start in Hong Kong früh entschieden, nach Norden zu segeln und waren dann immer beieinander. Auf den letzten 5000 Meilen und in den vergangenen 16 Tagen war es ein Bug-an-Bug-Rennen. Wir haben uns die gesamte Zeit über gepuscht. Ich bin unglaublich stolz auf das Team. Wir haben gezeigt, dass wir ein tolles Ergebnis abliefern können“, sagte ein erschöpfter aber glücklicher Sieger-Skipper.

Mit 20 Minuten Rückstand auf „Scallywag“ lief schließlich das in der Gesamtwertung führende Team „Mapfre“ in Auckland ein. „Dongfeng“ konnte sich einen knappen Vorsprung vor „Turn the Tide on Plastic“ erkämpfen. Das Team „Brunel“ war zwei Tage vor der Zielankunft in der Flaute hängen geblieben und hatte schließlich noch einen Rückstand von 30 Meilen. „Vestas 11th Hour Racing“ will in Neuseeland wieder in das Rennen einsteigen, nachdem die Crew die vierte Etappe nach einer Kollision aufgeben musste und die Etappen fünf und sechs wegen der Reparaturarbeiten verpasste.

Kommentieren
*Pflichtfelder. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht