Alex Thomson muss nach Havarie um seinen Sieg bangen

Der britische Segel-Star Alex Thomson hat bei der Route du Rhum im Feld der Imoca60 nach 11 Tagen, 23 Stunden, 10 Minuten und 58 Sekunden als souveräner Erster das Ziel erreicht. Doch aufgrund einer Havarie mit anschließendem Motoreinsatz kurz vor dem Ziel muss der 44-Jährige um seinen Sieg bangen.

Nach über 3500 Seemeilen souveräner Führung beim Rennen von St. Malo/Frankreich nach Guadeloupe in der Karibik erwischte es Thomson bei der Umrundung der Ziel-Insel. In der Nacht lief er auf auf einen Felsen auf, beschädigte sich Rumpf, Kiel und Foil und konnte sich nur mit Einsatz des Motors wieder befreien. Seglerisch war der Brite nach der Befreiung von der Klippe von seinem ersten Verfolger, Paul Meilhat (Frankreich), zwar nicht mehr einzuholen sein, doch am Grünen Tisch ist der Sieg nun in Gefahr. Der Einsatz des Motors ist durch das Regelement verboten.

Nach dem Vorfall gab das Race-Management von Thomson diese Erklärung ab: “Heute zwischen 21:45 Uhr und 22:00 Uhr (Ortszeit) ist Alex Thomsons mit seiner IMOCA 60 vor der Insel Guadeloupe auf Grund gelaufen. Skipper Thomson ist sicher, unverletzt und in keiner Gefahr. Die strukturellen Überprüfungen des Bootes sind im Gange. Die Situation wird von den Technik- und Managementteams von Alex Thomson Racing, die mit Thomson in Kontakt stehen, sowie der Rennorganisation Route du Rhum genauestens geprüft und überwacht. Thomson fährt weiterhin an Bord von „Hugo Boss“ und beabsichtigt, das Rennen zu beenden.“

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Erste Bilder von der „Hugo Boss“ zeigen deutliche Spuren der Havarie an der Steuerbordseite vom Bug bis zum Heck. Die Crash-Box im Bug ist durch die Kollision schwer beschädigt worden, hat Wasser aufgenommen, aber einen Wassereinbruch in das weitere Schiff verhindert. Dennoch sind strukturelle Schäden am Rumpf zu befürchten. Noch in der Nacht setzte Thomson das Rennen mit geringer Geschwindigkeit in der schwachen Brise fort und erreichte das Ziel etwa 125 Meilen vor der Konkurrenz. Der Fokus liegt nun darauf, wie die Jury entscheiden wird. Möglich ist eine Zeitstrafe für Thomson, die ihn um den Sieg bringen könnte. Aber auch eine Disqualifikation steht wegen des Einsatzes des Motors im Raum – auch wenn in diesem Fall die Sicherheitsbedenken eindeutig im Vordergrund standen.

Thomson hat in den frühen Jahren seiner Karriere immer wieder Ausfälle verkraften müssen. Die Vendee Globe 2004/05 und 2008/09 hatte er jeweils abbrechen müssen. In den beiden vergangenen Auflagen des Solo-Weltrennens zeigte sein Weg aber mit den Rängen drei und zwei deutlich nach oben. Dennoch wäre der Erfolg bei der Route du Rhum der erste große Sieg in seiner Karriere.

Boris Herrmann liegt bei seiner Premiere bei diesem Atlantik-Rennen mit seiner „Malizia“ weiterhin rund 400 Seemeilen zurück auf dem fünften Platz der Imoca60-Flotte. Der Hamburger Arnt Bruhns segelt in der Class40 rund 1100 Seemeilen hinter der Spitze auf Rang 19.

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