Alinghis perfekter Saisonabschluss

Alinghi ist einmal mehr das Team der Stunde in der Extreme Sailing Series. Die Schweizer gewannen mit einem starken Schlussspurt das Abschlussevent der Extreme Sailing Series in Los Cabos/Mexiko und kürten sich damit noch zu den Saisonsiegern.

Zum vierten Mal in den acht Jahren, in denen sich Alinghi an der Extreme Sailing Series beteiligt, konnten die Schweizer den Titel mit nach Hause nehmen. In diesem Jahr waren sie bereits als Führende zum finalen Showdown nach Mexiko angereist. Dort zeigten aber zunächst andere Teams ihre Qualitäten. Tag eins gehörte mit drei Siegen Red Bull aus Österreich mit den beiden Doppel-Olympiasieger Roman Hagara und Hans Peter Steinacher. Dann konnte sich Oman Air in Szene setzen, und plötzlich schien die Saison-Entscheidung wieder offen. Doch mit Tag drei waren die Schweizer wieder die Herren auf der Bahn. An den beiden Schlusstagen gewann das Team, das durch den zweimaligen Gewinn des America’s Cups berühmt geworden ist, fünf der sechs Rennen – darunter auch die allerletzte und doppelt gewertete Wettfahrt. Damit setzten sich die Schweizer noch sehr souverän vor Red Bull, Oman Air und dem dänischen SAP Extreme Sailing Team durch.

Die Dänen von SAP Extreme waren als Zweitplatzierte nach Mexiko gereist und hatten sogar noch gute Chancen auf den Titel. Doch zum Abschluss lief nicht viel zusammen bei der Mannschaft, die sich am Ende sogar noch auf Platz drei in der Saisonwertung einreihen musste.

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Mit dem Sieg zum Abschluss schlossen Arnaud Psarofaghis, Nicolas Charbonnier, Timothé Lapauw, Nils Frei, Bryan Mettraux und Yves Detrey eine grandiose Saison ab. Bereits zum Auftakt der siebenteiligen Serie hatten sie mit einem Sieg vor Muscat/Oman den Grundstein gelegt. Es folgte zwar ein Patzer auf dem Gardasee (Platz vier), doch danach gab es drei Siege in Serie, einen zweiten Platz vor San Diego und nun den finalen Glanzpunkt in Los Cabos/Mexiko.

„Ich bin glücklich, aber es ist tatsächlich eine Erleichterung, die ich jetzt fühle”, sagte ein sichtlich mitgenommener Steuermann Psarofaghis. „Ich war ein bisschen gestresst, weil der Druck zum Saisonende immer größer wurde. Das Team hat perfekte Arbeit geleistet und es mir so leicht gemacht. Der Trick besteht darin, während der gesamten Veranstaltung ruhig zu bleiben. Die Saison mit dem Sieg im letzten Act zu gewinnen, ist die perfekte Art und Weise, das Jahr zu beenden.“

Für den Titelverteidiger, das SAP Extreme Sailing Team, war der Abschluss in Mexiko dagegen eine bittere Pille. Trotz einer starken Crew mit Steuermann Adam Minoprio (Neuseeland) und Taktiker Rasmus Köstner (Dänemark) fand die Mannschaft gar nicht in die Spur, segelte zu uneinheitlich und kassierte etliche Dämpfer vor Los Cabos. Alinghi war damit uneineinholbar enteilt, und selbst Platz zwei in der Saisonwertung ging für das dänische Team noch verloren.

„Wir sind ziemlich enttäuscht“, gestand Minoprio. „Wir haben als Team nicht funktioniert. Ich habe uns nicht sehr gut an die Startlinie gebracht, und das hat sich in unseren Ergebnissen gezeigt. Wir könnten es dem Wind zuzuschreiben, aber in Wirklichkeit sind wir einfach nicht gut gesegelt. Alinghi war wie immer konstant.“ Immerhin gewann das SAP Extreme Sailing Team die Zhik Speed Machine Trophy für die schnellste Geschwindigkeit, die im letzten Act der Saison erzielt wurde.

Ganz anders verlief die Saison für das Red Bull Sailing Team. Die Mannschaft um Hagara/Steinacher fand in den ersten sechs Events durch Kollisionen, Schäden und Crewwechsel nicht zu der gewohnten Form, hatte dann aber zum Finale die richtige Konstellation gefunden und konnte sich mit Platz zwei von Mexiko noch achtbar aus der Affäre ziehen. „Dieses Ergebnis ist das beste, das wir das ganze Jahr über hatten“, freute sich Hans Peter Steinacher. „Wir sind sehr zufrieden mit dem zweiten Platz in diesem Act. Alinghi war am Ende so ruhig und cool. Sie hatten Spaß an allem, weil sie wussten, dass sie insgesamt gewonnen hatten. Wir hatten einen guten Zweikampf mit Oman Air.“

Wie schwierig es ist, sich in diesem hochprofessionellen Feld zu behaupten, musste das Team von Ineos Rebels UK erfahren. Die Mannschaft ist üblicherweise mit Nachwuchstalenten aus dem Rennstall von Sir Ben Ainslie bestückt. Zum Jahresende stiegen aber der erfolgreichste Olympiasegler aller Zeiten als Steuermann und Finn-Olympiasieger Giles Scott als Taktiker selbst an Bord. Aber auch so reichte es lediglich zu Platz fünf hinter dem Quartett der Top-Mannschaften.

 

Abschlusswertung von Los Cabos

1. Alinghi (SUI), 141 Punkte

2. Red Bull Sailing Team (AUT), 130 Punkte

3. Oman Air (OMA), 126 Punkte

4. SAP Extreme Sailing Team, 123 Punkte

5. INEOS Rebels UK (GBR), 110 Punkte

6. USA-Extrem-Team (USA), 97 Punkte

7. Team México (MEX), 92 Punkte

 

Saisonwertung Extreme Sailing Series

1. Alinghi (SUI), 92 Punkte

2. Oman Air (OMA), 83 Punkte

3. SAP Extreme Sailing Team (DEN), 83 Punkte

4. Red Bull Sailing Team (AUT), 72 Punkte

5. INEOS Rebels UK (GBR), 70 Punkte

6. Team México (MEX), 56 Punkte

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