Außenseiter-Sieg bei der vierten VOR-Etappe – Unfall überschattet Etappensieg

„Sun Hung Kai/Scallywag“ hat sich einen Traum erfüllt und den Sieg in der vierten Etappe des Volvo Ocean Race eingefahren.

Der historische Sieg gelang David Witt und Crew durch einen taktischen Glücksgriff zur Mitte der Etappe: Nach dem Start in Melbourne Anfang Januar geriet die schwarz-rote Yacht schnell ins Hintertreffen und musste den sechs Konkurrenten hinterher hecheln. Doch genau der deutliche Rückstand erwies sich als Siegbringer. Als die anderen Teams in der Flautenzone nördlich der Salomonen festhingen, entschied sich „Scallywag“ zu einer frühen Kursänderung nach Nordwesten. Damit konnten die Verfolger den Weg verkürzen, zudem kamen sie früher in den Wind.

„Wir hatten ein bisschen einen Plan und wir haben uns daran gehalten. Manchmal funktioniert es, manchmal nicht und dieses Mal hat es für uns funktioniert“, sagte Witt. Mit einem ständig wachsenden Vorsprung rasten die Überraschungsführenden auf Hong Kong zu und konnten sogar einen dicken Fauxpas verkraften, als Crewmitglied Alex Gough beim Segelwechsel über Bord ging und die Crew ein Mann-über-Bord-Manöver fahren musste. Einige Seemeilen gingen verloren, doch „Scallywag“ blieb an der Spitze. Auch die Passage des schwierigen Reviers vor der südchinesischen Küste mit viel Schiffsverkehr und wechselnden Winden gelang Skipper Witt. Zwar schmolz der Vorsprung noch deutlich zusammen, doch schließlich passierte „Scallywag“ rund drei Stunden vor dem „Dongfeng Race Team“ die Ziellinie. „Ich war sehr beeindruckt von der Art, wie wir in den letzten Tagen gearbeitet haben“, sagte Witt. „Wir hatten einen ziemlich großen Vorsprung und verloren dann ohne eigenes Verschulden ungefähr zwei Drittel davon. Aber wir haben getan, was wir für richtig hielten, und es hat geklappt.“

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Überschattet wurde der Sieg durch eine Kollision des Teams Vestas 11th hour racing, das 30 Seemeilen vor dem Ziel mit einem Boot kollidierte. Vestas setzte einen Notruf für das Schiff ab. Die Rennleitung bat AkzoNobel den Unfallort aufzusuchen und Hilfe zu leisten. Die Seenotretter aus Hongkong reagierten schnell und leiteten umfangreiche Rettungsmaßnahmen ein. AkzoNobel wurde wieder angewiesen, das Rennen fortzusetzen. Die Seenotretter aus Hongkong konnten neun Menschen retten, ein zehnter wurde per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Ersten Medienberichten zufolge verstarb er jedoch. In diesem Punkt gibt es noch keine offizielle Bestätigung.

Vestas hat die Etappe aufgegeben, konnte die Fahrt in das Ziel aber unter eigener Motorkraft fortsetzen.

Nachtrag: Kurz nach sieben Uhr MEZ bestätigte die Rennleitung, dass bei dem Unfall eine Person des Fischerbootes das Leben verloren hat.

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