Australier mögen Kieler Welle

Mit Mast und Boot getrennt kam Niklas Dehne an Land. Ihm war beim Start zum zweiten Rennen des Silber-Fleets der Laser Radial WM der Unterliekstrecker gerissen. „Für mein Material war es zu viel Wind“, kommentierte er. „Gefühlt war es auf der Kreuz mehr Wind als gestern und eine hohe Welle.“

Ohne Materialschäden kamen die Führenden ins Ziel. Die Qualifikation hatte Zac Littlewood (Australien) für sich entschieden. Hinter ihm rangierten Josh Armit (Neuseeland) und Aleksander Arian (Polen) auf dem zweiten und dritten Rang. Für das Gold-Fleet in den Finalrennen hatten sich auch Maximilian Walkenbach auf Platz 31 und Felix Laukhardt auf Platz 45 qualifiziert.

Zac Littlewood schienen die starken Böen nichts auszumachen. Er fuhr zwei Siege in Folge ein und blieb so souverän an der Spitze des Feldes. Damit ist die Führung momentan in australischer Hand, denn Caelin Winchcombe schob sich auf den zweiten vor den Polen Aleksander Arian.

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„Ein bisschen mehr wäre drin gewesen“, erklärte Maximilian Walkenbach, der sich auf dem 42. Rang einreichte. Trotzdem sei er zufrieden. Die Beine zittern, die Muskeln schmerzen. „Bis gestern wäre noch ein Platz bis an die 20 möglich gewesen.“ Doch nun sei es zu viel Wind. Es fehle ihm an Größe und Gewicht, um bei den Bedingungen weiter nach vorne zu segeln. Bei der steilen Welle, die schräg von rechts kam, habe er auf dem Vorwindkurs aufpassen müssen, das Boot gerade zu halten und nicht umzukippen. „Es hat trotzdem Spaß gemacht.“ Immerhin sei es eine WM und dafür seien die Bedingungen zwar schwierig aber durchaus machbar.

Insgesamt zehn Segler sind für Deutschland am Start. Dass es nicht mehr sind, bedauert Maximilian Walkenbach ein wenig. Sein Bruder Philip beispielsweise sei bereits in der ersten Hälfte der Kieler Woche außerhalb der WM gestartet, weil sein Höhepunkt in diesem Jahr die Laser Radial Youth World Championships im August in Kiel sind. Der Qualität des Feldes zollte Walkenbach Respekt. „Die ersten 15 sind sehr stark, danach flaut es ein bisschen ab.“ Für die nächsten Tage wolle er versuchen, seinen Platz zu halten oder noch ein bisschen zuzulegen und auf den 30ten zu kommen.

Bei den Eurosaf Para Sailing European Championships gingen heute wieder zuerst die Hansa 303 Segler auf die Bahn. Mit den Bedingungen kam Piotr Cichocki (Polen) erneut am besten zurecht. Seine Bootserfahrung und sein –gefühl machten sich in einer beinahe lupenreinen Serie an Rennsiegen bemerkbar. Der siegreiche Start reihte sich dort nahtlos ein und wurde um zwei weitere ergänzt. Auch Waldemar Wozniak setzte fort, was er am Vortag begonnen hatte und kam hinter seinem Landsmann ins Ziel und verteidigte seinen zweiten Platz im Gesamtklassement. Jens Kroker überquerte als vierter die Ziellinie, fand dann wieder in den Rennmodus und beendete den Segeltag mit zwei weiteren zweiten Plätzen. Somit bleibt es beim dritten Gesamt-Rang.

Heiko Kröger ist dem Franzosen Damien Seguin auf den Fersen. Foto: www.segel-bilder.de (Bild: Christian Beeck © segel-bilder.de)

Auch bei den 2.4mR konnte der Führende des Gesamtklassements, Damien Seguin (Frankreich), seine Top-Platzierungen weiter ausbauen. Zwei weitere Siege ließen keinen Zweifel daran, dass ihm die Spitzenposition momentan keiner nehmen kann. Im zweiten Rennen des Tages wäre es Heiko Kröger fast geglückt, zumindest eines der Rennen zu gewinnen. Doch auf dem letzten Vorwindkurs holte der Franzose nicht nur auf, sondern konnte auch vor Heiko Kröger die Ziellinie überqueren. Insgesamt blieb dem Deutschen daher nur der zweite Platz. Lasse Klötzing startete auf dem dritten Rang in den dritten EM-Tag und verteidigte diesen souverän.

Am Samstag starten die Wettfahrten um 11 Uhr. Die Laser Radial Männer absolvieren zwei, die Hansa 303 und 2.4 mR je drei Wettfahrten.

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