„Brunel“-Sieg macht VOR-Finale zu einem Thriller

„Brunel“ ist das Team der Stunde beim Volvo Ocean Race. Mit dem zweiten Etappensieg in Folge und dem dritten insgesamt beim Volvo Ocean Race hat sich das Team von Bouwe Bekking (Niederlande) zum großen Favoriten auf den Gesamtsieg aufgeschwungen.

Bei der Zielankunft in Göteborg/Schweden ließ „Brunel“ das Team „Mapfre“ nach einer Segelzeit von über vier Tagen mit zwei Minuten Vorsprung knapp hinter sich und zog damit nach Punkten mit den Spaniern gleich. Damit ist ein Dreikampf auf der finalen Etappe nach Den Haag programmiert, denn auch das drittplatzierte „Dongfeng“-Team liegt nur einen Punkt zurück, kann dazu am Ende noch auf einen Bonuspunkt für die beste gesegelte Gesamtzeit hoffen.

Mit dem Sieg auf der „Sprint-Etappe“ von Cardiff/Großbritannien nach Göteborg/Schweden hat „Brunel“ ein perfektes Comeback komplett gemacht. Denn in den ersten Etappen des Weltrennens konnte das gelbe Boot mit den roten Rennern von „Dongfeng“ und „Mapfre“ nicht mithalten. Doch im Laufe des Rennens steigerte die Mannschaft, zu der auch Superstar Peter Burling gehört, die Performance des Bootes immer mehr und gab in den letzten Etappen den Speed – gerade bei schwerem Wetter – vor. Damit gewann die Kampagne unter niederländischer Flagge die Etappe von Auckland/Neuseeland nach Itajai/Brasilien, konnte von „Mapfre“ auf dem Weg den Atlantik hinauf nach Newport/USA nur kurz vor dem Ziel angefangen werden. Die doppelt gewertete Atlantik-Überquerung nach Cardiff entschied „Brunel“ dann aber wieder für sich, und holte sich nun auch im Schlussspurt den Sieg von Göteborg. Damit hat das niederländische Team in den vergangenen vier Etappen 45 der möglichen 47 Punkte geholte und kletterte von Rang sechs in Auckland nun auf Platz zwei. „Mapfre“ steht punktgleich an der Spitze, da es die Wertung der Inport-Rennen anführt. Diese Wertung würde auch bei Punktgleichheit zum Abschluss als Tiebreaker gelten.

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Diese Wiederauferstehung kreiert nun das spannendste Finale in der 45-jährigen Geschichte des Rennens. Drei Mannschaften vor der letzten Etappe auf einem Niveau – das gab es noch nie. Und damit steht auch fest, wer von den drei Mannschaften auch immer sich den nächsten Etappensieg holt, der ist auch in der Gesamtwertung ganz vorn.

In Göteborg legte Bekking den Grundstein dafür, dass er nun wirklich um den Sieg bei dem Weltrennen mitkämpfen kann. Diesmal gelang es „Brunel“ den Spieß von der Newport-Ankunft umzudrehen. Vor zwei Etappen hatte sie „Mapfre“ noch in der Schlussphase vorbeigeschoben. Nun gelang es Bekking und Crew noch an den Spaniern vorbeizuziehen und die Konkurrenten um weniger als zwei Minuten hinter sich zu lassen. „Wir haben einen fantastischen Job gemacht. Und das Ergebnis ist besser, als wir es uns jemals hätten träumen lassen“, sagte Bekking. „Wir wollten die beiden roten Boote schlagen, und den Extra-Punkt für den Etappensieg zu bekommen, ist wirklich nett. Der Druck war sehr hoch. Aber wir wussten, wir müssen das Boot so gut segeln, wie wir können und dürfen keine verrückten Sachen machen. Ich bin wirklich sehr glücklich, wie das alles funktioniert hat.“

Ergebnis 10. Etappe Volvo Ocean Race

  1. Brunel, 4 Tage/5 Stunden/12 Minuten/1 Sekunde
  2. Mapfre, 4/5/13/56
  3. AkzoNobel, 4/5/32/53
  4. Dongfeng Race Team, 4/5/45/52
  5. Turn the Tide on Plastic, 4/6/2/0
  6. Vestas 11th Hour Racing, 4/6/26/40
  7. SHK / Scallywag, 4/8/25/3

Gesamtstand

  1. MAPFRE – 65 Punkte
  2. Team Brunel – 65
  3. Dongfeng Race Team – 64
  4. team AkzoNobel – 53
  5. Vestas 11th Hour Racing – 38
  6. SHK / Scallywag – 30
  7. Turn the Tide on Plastic – 29
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