Deutsche Teams in Lauerstellung

Ready Steady Tokyo - Sailing, das offizielle Segel-Testevent für Olympia 2020, ist in voller Fahrt, und die 353 Athleten haben das Revier und die Anlagen auf Herz und Nieren geprüft. An Tag drei änderte sich zudem die Wetterlage und sorgte für anspruchsvolle Bedingungen. Bei wechselnden Winden wurden die Ergebnislisten einmal kräftig durchgerüttelt. Aktuell wartet die DSV-Flotte noch auf die große Medaillenchance, hat aber fünf Top-Ten-Platzierungen in den sieben besetzten Klassen im Zwischenklassement stehen.

Einmal mehr bestätigt sich das bekannte Erfolgsrezept: Beständigkeit ist der Schlüssel. Das müssen auch die Top-Stars der Szene zur Kenntnis nehmen. So hat bei den Nacra 17 das Gold-Duo von 2016, die Argentinier Santiago Lange/Cecilia Carranza Saroli, in den neun Rennen zwar die meisten Siege der 21 Crews eingefahren, aber auch zwei mittlere Resultate. Damit sind sie aktuell auf Rang zwei hinter den Italienern Ruggero Tita/Caterina Marianna Banti. Weite Ausschläge zeigen die Ergebnisse von Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer. Zwischen Rang 1 und 19 ist alles dabei, damit sind die jungen Kieler vorerst Siebte. „Es scheint, als ob es beim Segeln in Japan darum geht, sich an schwierige Bedingungen zu gewöhnen. Wir müssen wirklich konzentriert sein, um zu verstehen, was der Wind jeden Tag tut, also lernen wir viel für das nächste Jahr“, berichtete Lange.

Spitzenreiter bei den Laser Männern ist der Schwede Jesper Stalheim, der mit einer Serie von zweiten und dritten Plätzen eben die benötigte Konstanz bewies. „Abgesehen von einem Dämpfer im zweiten Rennen hatte ich bisher eine wirklich gute Woche“, so Stahlheim. Bei Philipp Buhl (Sonthofen) wechseln sich unter den 35 Startern gute und mäßige Ergebnisse ab, so dass auch er derzeit auf Rang sieben positioniert ist. So ist es auch um Svenja Weger (Kiel) bestellt, die einen Tagessieg in den sechs Wettfahrten auf der Habenseite hat, aber auch einen 20. Platz streichen muss. Dennoch berechtigt der siebte Gesamtrang aktuell zu Hoffnungen auf eine Top-Platzierung. Auch die Medaillenrängen sind noch in Reichweite. Die Belgierin Emma Plasschaert segelt in der Goldspur.

Mit Rang sechs bei den 49ern haben Justus Schmidt/Max Boehme (Kiel) das beste deutsche Zwischenresultat inne. Allerdings müssen auch sie beeindruckt zusehen, wie souverän die Neuseeländer Peter Burling/Blair Tuke ihre Kreise an der Spitze ziehen. In sechs der neun Wettfahrten kreuzten die Olympiasieger von 2016 in den Top-Drei die Ziellinie.

Genauso überlegen wie die Neuseeländer agieren die Britinnen Saskia Tidey/Charlotte Dobson bei den 49er-Frauen. Damit haben sie auch die Gold-Gewinnerinnen von 2016, die Brasilianerinnen Martine Grael/Kahena Kunze, im Griff. Mit lediglich mittleren Platzierungen sind Victoria Jurczok/Anika Lorenz als Elfte nur in Lauerstellung.

Bei den 470ern knüpfen Simon Diesch/Philipp Autenrieth an ihren guten WM-Abschluss an und sind nach sechs von zehn Rennen unter den 22 Teams Neunte. Mathew Belcher/Will Ryan (Australien) unternmauern ihre Position als Weltklasse-Crew mit einer starken Serie und einer klaren Führung. Auf Kurs Heimsieg steuern bei den 470er-Frauen die Japanerinnen Ai Kondo Yoshida/Miho Yoshioka. Die deutschen Starterinnen Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß müssen sich bisher mit Rang 15 begnügen.

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