DSV vor Miami im Goldrausch

Zweimal Gold und einmal Silber: Der Jahresauftakt verlief für die deutsche Nationalmannschaft so erfolgreich wie selten

Drei Medaillen heimsten die GER-Teams beim Worldcup von Miami ein. Die Erfolgsklassen: 49er und 470er der Frauen. Nachdem Erik Heil/Thomas Plößel für einen souveränen Skiff-Sieg gesorgt hatten, legten Frederike Loewe/Anna Markfort und Fabienne Oster/Anastasiya Winkel mit einem Finalkrimi nach und sorgten für einen deutschen Doppelsieg.

Wermutstropfen: Lediglich in zwei Klassen gelangen Qualifikationen für das Medal Race. Für die Erfolgsgaranten der vergangenen Jahre endete der Miami-Worldcup hingegen mit Enttäuschungen. Die 49erFX-Titelverteidigerinnen Victoria Jurczok/Anika Lorenz schlitterten durch einen schlechten Tag tief hinab und wurden nur 18. Noch härter erwischte es Laser-Ass Philipp Buhl. Er fand überhaupt nicht in die Spur und landete in seiner schlechtesten Regatta der vergangenen Jahre auf Platz 32.

An den Finaltagen galt die Konzentration den beiden deutschen Erfolgsklassen von Miami. Gleich vier 49er in Schwarz-Rot-Gold schafften es ins Medal Race – mit Erik Heil/Thomas Plößel als Führenden. Und das Rennen begann nach Maß für die Olympidritten. Gleich vier Teams – darunter allerdings auch Justus Schmidt/Max Boehme – kassierten eine Frühstart-Disqualifikation. Damit war die Goldmedaille für Heil/Plößel schon sicher.

Am besten absolvierten die WM-Dritten Tim Fischer/Fabian Graf das Finale. Sie gingen nach dem Start auf die rechte Seite, rundeten die Luvtonne als Erste und verteidigten die Führung bis ins Ziel. Allerdings konnten sie sich mit dem Abschlusssieg nicht mehr von Rang sieben weiter nach vorn schieben. Sie reihten sich unter den deutschen Mannschaften damit als dritte Kraft ein, denn Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger konnten als Fünfte des Finales sogar noch einen Platz auf Gesamtrang vier nach oben klettern.

An der Spitze aber dominierten Heil/Plößel das Geschehen. Trotz eines mäßigen Starts kamen sie als Dritte ins Ziel und sicherten damit souverän Platz eins. „Am Start wollten wir unsere britischen Freunde Dylan Fletcher-Scott und Stuart Bithell in einem Zweikampf verwickeln. Das hat nicht geklappt, aber wir kamen doch noch ganz gut weg“, erklärte Erik Heil. Vorschoter Thomas Plößel freute sich über das gute Gesamtabschneiden der Deutschen: „Ich denke, wir können alle froh sein, dass wir so eine starke Gruppe haben. Das macht uns nur stärker.“

In einem dramatischen Finale sicherte sich die 470er-Frauen Gold und Silber. Erst mit der letzten Tonnenrundung brachten sich Frederike Loewe/Anna Markfort in die Gold- und Fabienne Oster/Anastasiya Winkel in die Silberspur.

Nach einem wechselvollen Verlauf mit missglücktem Start für Loewe/Markfort quälte sich das Zehner-Feld im schwachen Wind über den Kurs und lag noch an der zweiten Luv-Tonne Boot an Boot. Loewe/Markfort wählten auf dem Downwind den Weg durch die Mitte, und Oster/Winkel halsten direkt vor den Britinnen Hannah Mills/Eilidh McIntyre. Für beide deutsche Crews zahlte sich das aus: Oster/Winkel zwängten sich an Rang drei durch das Downwind-Gate auf den letzten kurzen Raumwind-Gang zum Ziel, Loewe/Markfort schlüpften noch vor Mills/McIntyre als Vierte um die Tonne. So ging es auch ins Ziel, und die Ränge drei und vier reichten den GER-Teams, um schließlich Gold und Silber sicherzustellen.

„Wir feiern unsere erste Worldcup-Medaille überhaupt“, jubelte Anna Markfort und lobte ihre Steuerfrau: „Es ist wirklich eine von Fredis Stärken, dass sie einen guten Überblick auf dem Downwind-Kurs hat. Sie sieht einfach den Druck, den andere nicht sehen.“ Frederike Loewe konnte nach dem gelungenen Coup befreit durchatmen: „Wir haben erst am letzten Gate wirklich glauben können, dass wir es noch schaffen.“ Nach einer großartigen Woche belohnten sich auch die Hamburgerinnen Fabienne Oster/Anastasiya Winkel mit einer Worldcup-Medaille.

Die deutschen Ergebnisse:

49er: 1. Erik Heil/Thomas Plößel, 4. Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger, 7. Tim Fischer/Fabian Graf, 8. Justus Schmidt/Max Boehme, 18. Nils Carstensen/Jan Frigge

49erFX: 18. Victoria Jurczok/Anika Lorenz

Nacra 17: 14. Johannes Polgar/Carolina Werner, 16. Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer

470er Frauen: 1. Frederike Loewe/Anna Markfort, 2. Fabienne Oster/Anastasiya Winkel, 19. Nadine Boehm/Ann-Christin Goliaß

470er Männer: 20. Malte Winkel/Matti Cipra, 22. Simon Diesch/Philipp Autenrieth

Finn: 11. Max Kohlhoff, 15. Phillip Kasüske

Laser: 32. Philipp Buhl, 41. Nik Aaron Willim

Laser Radial: 47. Laura Bo Voß, 52. Julia Büsselberg

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