EM-Reigen ohne deutschen Medaillenglanz

Die vier Europameisterschaften in den olympischen Klassen in dieser Woche sind ohne deutschen Medaillengewinn zu Ende gegangen. Am dichtesten dran an einem glänzenden Erfolg waren die 49er des German Sailing Team.

Aber auch Erik Heil/Thomas Plößel sowie Justus Schmidt/Max Boehme waren vor dem Medal Race auf den Plätzen fünf und sechs ohne Medaillenchance. In den weiteren Klassen verpassten die GST-Crews sogar das Medalrace.

49er

Die Klasse der Skiff-Männer sortiert sich ein Jahr vor den Olympischen Spielen wieder neu. Und die Europameisterschaft vor Weymouth zeigte, dass die Comebacker hoch einzuschätzen sind. Allen voran Peter Burling/Blair Tuke: Die Olympiasieger sind erst im Januar wieder auf den 49er zurückgekehrt – nach ihrem Sieg mit dem Emirates Team New Zealand beim America’s Cup und ihren Teilnahmen am Volvo Ocean Race. Jetzt regieren die Neuseeländer wieder die Szene. Nach 20 Wettfahrten mussten sie nur einen Platz jenseit der Top-Ten im Feld der 96 Konkurrenten in die Wertung einbringen und zogen damit als Führende in das Medal Race ein. Dahinter entbrannte der Kampf um die EM-Medaillen. Die machten schließlich die Spanier und Briten unter sich aus. Doch auch die Olympia-Dritten Heil/Plößel und ihre Trainingspartner Schmidt/Boehme zeigten, dass sie in der langen Regattapause nichts verlernt haben und segelten starke Serien. Erst am letzten Tag der Finalrunde verbauten sie sich die Chance auf eine Medaille.

49erFX

Die Olympiasiegerinnen sind bereits wieder voll in ihrem Element. Auch Martine Grael nahm am vergangenen Volvo Ocean Race teil und ist jetzt wieder auf Kurs Olympia. Mit Kahene Kunze segelte das brasilianische Team zu Platz eins bei der EM. Das EM-Gold sicherten sich indes die zweitplatzierten Annemiek Bekkering/Annette Duetz aus den Niederlanden. Die deutschen Crews verpassten das Rennen der besten Zehn. Tina Lutz/Susann Beucke, die Europameisterinnen von 2017, kamen als beste GST-Crew auf Rang zwölf. Victoria Jurczok/Anika Lorenz wurden 18.

Nacra17

Mit den Skiffs segelten auch die Kats vor Weymouth. Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer verpassten ihre Medalrace-Chance durch einige verpatzte Rennen in der Finalrunde. Platz eins und EM-Gold holten sich die Briten Ben Saxton/Nicola Boniface.

Finn

Für die Finns war die Europameisterschaft vor Athen von besonderer Bedeutung. Denn neben den kontinentalen Medaillen wurden hier auch vier Nationenplätze für die Olympischen Spiele 2020 vergeben. Aber die deutschen Finn-Asse Max Kohlhoff und Phillip Kasüske konnten in diesen Kampf nicht mit eingreifen. Fast schon erwartungsgemäß holte sich Olympiasieger Giles Scott den Titel. Der Brite hatte sich den Sieg bereits vor dem Medalrace gesichert, das er dann ganz entspannt gehen konnte und hier Letzter wurde. Für die Deutschen blieben die Ränge 28 (Max Kohlhoff) und 30 (Phillip Kasüske). Damit bleibt dem deutschen Duo nun nur noch eine Minimal-Chance auf Olympia. Im kommenden Frühjahr beim Worldcup vor Genua wird noch ein Platz für Europa vergeben.

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