Francis Joyon gewinnt Route du Rhum-Drama

In einem dramatischen Finale hat Francis Joyon aus Frankreich seinem Landsmann Francois Gabart noch den Sieg bei dem Atlantik-Klassiker Route du Rhum weggeschnappt.

Gabart der mit seinem Riesen-Tri „Macif“ das 3500 Seemeilen lange Solo-Rennen von St. Malo/Frankreich nach Guadeloupe in der Karibik durchgängig angeführt hatte, blieb kurz vor der Zielankunft in der Flaute hängen und musste den erfahrenen Joyon mit der etwas agileren „Idec Sport“ passieren lassen. Nach einer gesegelten Zeit von 7 Tagen, 14 Stunden, 21 Minuten und 47 Sekunden setzte Joyon eine neue Rekordzeit und blieb nur damit 46 Minuten unter der ehemaligen Bestmarke. Gabart passierte sieben Minuten und acht Sekunden nach seinem Landsmann das Ziel.

Cover-Boy Gabart, ein absoluter Segel-Superstar in Frankreich, hatte über fast die gesamte Strecke für die Schlagzeilen bei diesem Rennen gesorgt, als er die Konkurrenz deutlich in den Schatten gestellt hatte. 160 Seemeilen hatte sein Vorsprung zwischenzeitlich betragen. Doch er ahnte bereits vor der Ankunft in der Karibik, dass es noch einmal eng werden könnte.

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Einen Tag vor der Ankunft in der Karibik ließ sein Team mitteilen, dass Gabart fast während des gesamten Rennens mit Problemen zu kämpfen hatte – mehr Probleme als bei seiner Weltumrundung. Bereits vor der Küste der Bretagne in Frankreich hatte es Probleme mit der Hydraulik gegeben. Vor fünf Tagen war ihm dann das Steuerbord-Foil abgebrochen, und einen Tag später ging auch noch ein Teil eines Ruders verloren. Doch all das stachelte den 35-Jährigen noch mehr an. Und so waren nicht der Schaden am Ruder und der verlorene Foil ursächlich für das verlorene Rennen, sondern vielmehr die Flaute in der Karibik: Während Gabart bei der Umrundung der Insel Guadeloupe komplett ausgebremst wurde, konnte der 62-jährige Joyon ausreichend Fahrt in seinem Tri halten, um den Rückstand Meile für Meile aufzuholen. Am Ende schob er sich noch vorbei und feierte den Triumph.

Mit flappenden Segeln blieb Francois Gabart vor dem Ziel hängen. Foto: Route du Rhum

Im Rennen der Imoca 60 hat sich der frühe Ausflug von Boris Herrmann nach Westen erwartungsgemäß nicht ausgezahlt. Die zwischenzeitliche Führung musste der Hamburger auf der „Malizia“ wieder abgeben. Während das Quartett um den führenden Briten Alex Thomson auf der „Hugo Boss“ mit den östlichen Winden auf einem südlicheren Kurs vorbeirauschte, musste Herrmann sich durch die Schwachwind-Zone arbeiten und sich als Fünfter in den Zug nach Westen einreihen. Sein Abstand auf Thomson beträgt nach etwa zwei Drittel der gesegelten Strecke rund 180 Seemeilen.

In der Klasse der Class40 hält sich Corinthian-Segler Arnt Bruhns außerordentlich gut. Er liegt nach einer Woche auf See auf Rang 20, hat noch rund 2800 Seemeilen vor sich, bevor er die Karibik erreicht.

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