Glitzern auf dem Wasser, Leuchten in den Augen

Sonne über Kiel, Glitzern auf dem Wasser und eine leichte Brise aus Ost: Mit diesem Sommer-Ambiente präsentierte sich die Kieler Woche zum ersten Start ihrer 125. Jubiläumsausgabe und sorgte für Leuchten in den Augen der Organisatoren. „Mit leichter Verzögerung konnten wir die Klassen starten“, berichtete Regatta-Organisationsleiter Dirk Ramhorst: „Erst hatten wir noch den Kampf der beiden Windsysteme, aber dann hat sich die Thermik gegen den Gradienten durchgesetzt und immer mehr stabilsiert.

So konnten wir die Klassen bei einer östlichen Brise auf die Bahnen schicken. Es haben sich super segelbare Bedingungen entwickelt. Es war ein perfekter Tag, alle waren zufrieden.“ Der Blick voraus verheißt sogar noch eine Steigerung, denn Wetter-Experte Meeno Schrader verkündet weiterhin viel Sonne bei steigenden Temperaturen und zunehmender Thermik-Brise.

Unter diesen Voraussetzungen gelangen am Samstag vier Rennen bei den 29er-Skiffs, zwei bei den OK-Jollen, die vor Kiel um den EM-Titel kämpfen, und drei in den anderen neun internationalen Klassen.

Die OK-Jollen segelten auf der weit außen gelegenen Bahn und kämpften dort mit der schwächer ausgeprägten Thermik. Die Spitzensegler ließen sich aber auch dadurch nicht davon abhalten, sich in Szene zu setzen. Der Schwede Fredrik Lööf, Olympiasieger von 2012 im Starboot und bei den vergangenen beiden OK-Worlds jeweils Vize-Weltmeister, übernahm die EM-Führung vor Jan Kurfeld. Der Wismaraner hat als Titelverteidiger der Kieler Woche gute Erfahrung an die Förde und segelte im vergangenen Jahr auf WM-Rang drei. Den aktuell dritten EM-Rang nimmt der Neuseeländer Greg Wilcox ein, der Weltmeister von 2002. Noch nicht in Fahrt kam indes André Budzien (Schwerin). Der zweimalige OK-Weltmeister ist lediglich 15.

Für die Musto Skiffs ist die Kieler Woche eine wichtige Werbeplattform für das kommende Jahr. Dann soll in Eckernförde die Weltmeisterschaft gesegelt werden, und die Kieler-Woche-Teilnehmer werden nach den Tagen vor Kiel nach Eckernförde gehen, um dort das Revier zu testen. Bestens in Form ist Iver Ahlmann, der mit drei Siegen in drei Rennen klar die Führung inne hat. „Der Bootsspeed hat geholfen. Zweimal habe ich einen Start-Ziel-Sieg hingelegt, einmal musste ich mich etwas durch das Feld arbeiten“, berichtete der Büdelsdorfer. Die Verfolger, Niederländer Paul Dijkstra und der Brite Rick Peacock, werden in den kommenden Tagen Iver Ahlmann in den Fokus nehmen.

Mit Frithjof Schwerdt (Hamburg) ist ein ehemaliger Musto-Skiff-Weltmeister inzwischen in die Moth-Klasse umgestiegen und foilt nun zur Kieler Woche über die Förde. Allerdings muss er sich an die neue Klasse noch gewöhnen: „Der Umstieg von der Einheitsklasse auf eine Konstruktionsklasse ist schon enorm. Man muss viel am Boot arbeiten, um schnell zu sein und zu bleiben.“ Schwerdt ist derzeit Siebter, die Führung hat der Schweizer Adriano Petrino vor dem Kieler Max Lutz und Sven Kloppenburg (Ratzeburg) inne.

Max Lutz aus Kiel spielte seine Revierkenntnisse bei den foilenden Motten aus. Foto: segel-bilder.de/Kieler Woche

Am fleißigsten gingen am ersten Kieler-Woche-Regattatag die 29er auf Punktejagd. Sie schafften vier Wettfahrten, an deren Ende die dänische Mädchen-Crew Katrine Isaksen/Sarah Damgaard das Geschehen bestimmt. Trotz einer Frühstart-Disqualifikation haben sie die Führung vor Jonas Schupp/Moritz Hagenmeyer inne. Für die Crew vom Diessner SC ist die Kieler Woche ein wichtiger Gradmesser, nehmen sie doch im Juli für Deutschland an den Youth Worlds in Polen teil.

Bei den 505ern scheint sich schon nach dem ersten Tag mit drei Rennen ein Zweikampf zwischen den Kieler-Woche-Serien-Siegern zu entwickeln. Wolfgang Hunger (Strande) hat auf der Jagd nach seinem 22. Titel vor Kiel mit Holger Jess (Eckernförde) an der Vorschot derzeit die Führung inne – vor dem dänischen FD-Olympiasieger Jörgen Bojsen-Möller und dessen Bruder Jacob.

In den weiteren sechs internationalen Klassen in der ersten Hälfte der Kieler Woche gibt es drei internationale und drei deutsche Führungen. Während bei den Laser Radial die Niederländerin Emma Savelon an der Spitze steht, hat bei den jungen Laser 4.7 Ole Schweckendiek (Kiel) den Bug vorn. Die Europe-Klasse scheint die Däning Anna Livbjerg mit drei Siegen in drei Rennen fest im Griff zu haben, und mit dem gleichen Ergebnis dominieren die ungarischen Weltmeister Szabolcs Majthényi/András Domokos die Klasse der Flying Dutchman. Wechselhafte Ergebnisse bei den Contendern bringen nach drei Wettfahrten Utz Müller (Kempen) in die Rolle des Führenden. Ein fast schon gewohntes Bild ergibt sich beim Blick auf das Tableau der 2.4mR: Heiko Kröger (Hamburg) führt die Flotte der 22 Teilnehmer an.

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