Gold-Coup vor Marseille durch Philipp Buhl

Das deutsche Laser-Ass Philipp Buhl hat sich mit dem Sieg beim Worldcup-Finale von Marseille in eine starke Position für die anstehende Kieler Woche und die Weltmeisterschaft im August vor Aarhus/Dänemark gebracht. Ein fünfter Platz durch die 470er Malte Winkel/Matti Cipra rundete das starke deutsche Abschneiden ab.

Mit nur drei Crews war die Flotte des German Sailing Team zum Worldcup-Finale nach Marseille gereist, und mit zwei Top-Ten-Platzierungen, darunter dem Sieg von Philipp Buhl, kehrte das GST aus Südfrankreich zurück und freut sich nun auf das Großereignis in heimischen Gewässern, die Kieler Woche.

Allen voran ist Philipp Buhl der große Hoffnungsträger der deutschen Nationalmannschaft. In Marseille holte er Gold nach einem furiosen Fotofinish mit dem Norweger Hermann Tomasgaard. Nach einer aufregenden Woche war der 27-Jährige vom Segelclub Alpsee-Immenstadt als Zweiter mit einem Punkt Rückstand auf den führenden Norweger Hermann Tomasgaard ins Medaillenfinale gegangen. Nach nicht ganz gelungenem Start musste der Weltranglisten-Siebte das Feld von hinten aufrollen und tat das in mitreißender Weise. „Ich wusste, dass ich bis zum letzten Meter kämpfen muss“, berichtete Buhl. Und er tat es, entriss seinem norwegischen Sparring-Partner Tomasgaard im Schlussspurt den Sieg. Nach dem Zieldurchgang mussten beide einige Minuten warten, bis Buhl offiziell zum Sieger in diesem Duell um Rang drei im Medaillenrennen erklärt wurde. Bronze sicherte sich der Brite Elliot Hanson vor seinem Landsmann und Doppel-Weltmeister Nick Thompson.

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Obwohl der Allgäuer während des Rennens teilweise sogar aus den Medaillenrängen herausgefallen war, gab er nie auf, kämpfte sich immer wieder an die führenden Boote heran, bis es zum sehenswerten Duell mit Tomasgaard kam. In einer schnellen, oft gleichzeitig ausgeführten Serie von Halsen lieferten sich der Deutsche und der Norweger einen packenden Bug-an-Bug-Kampf. Die letzte Bahnmarke rundete Buhl auf der Außenbahn und konnte sich danach gut zur Ziellinie positionieren, die beide Boote gleichauf ansteuerten. „Ich habe dann eine Welle erreicht, die mir den knappen Vorsprung auf der Linie gebracht hat“, erzählte Buhl, dem im Ziel etwa 30 Zentimeter Vorsprung zum Triumph im Olympiarevier für 2024 reichten. „Das war ein gutes und starkes Zeichen an die Konkurrenz“, freute sich der Vize-Weltmeister von 2015. „Der Sieg gibt mir viel Selbstvertrauen.“

Für einen weiteren deutschen Erfolg in Marseille sorgten die beiden 470er-Segler Malte Winkel (Schweriner Yacht Club) und Matti Cipra (Plauer Wassersport Verein). Das Duo war nach herausragenden Leistungen auf Rang drei ins Medaillenfinale gestartet. „Für uns ist es das erste Medaillenfinale bei einer Weltcup-Regatta“, hatte Malte Winkel vor dem Showdown gesagt. Im Medaillenrennen konnte die in Regie von Bundestrainer Robert Remus arbeitende Crew aber nicht an die herausragenden Ergebnisse über die gesamte Woche anknüpfen, erreichte die Ziellinie in flauen Winden von teilweise nicht mehr als zwei, drei Knoten als Neunte und beendete die Weltcup-Regatta als Gesamt-Fünfte. Den Sieg sicherten sich der australischen Olympiasieger Mathew Belcher mit Vorschoter Will Ryan vor den Spaniern Jordi Xammar Hernandez/Nicolá Rodríguez Garcá-Paz und den Japanern Kelju Okada/Jumpei Hokazono.

Trotz verpasster Medaille zogen die am Bundesstützpunkt in Kiel trainierenden Segler positiv Bilanz. Die Schlüssel zum Erfolg waren Konzentration, Konstanz und Konsequenz. Malte Winkel fasste die Leistungen so zusammen: „Wir konnten unsere Vorwind-Stärke gut ausspielen, haben wenig Fehler gemacht und unsere Strategie konsequent verfolgt, eher konservativ in die Rennen zu gehen und jedes Mal die Top 5, Top 6 anzupeilen. Natürlich ärgert man sich kurz, wenn es dann ausgerechnet im Medaillenrennen nicht läuft. Noch mehr, weil wir nach dem ersten Startversuch gut auf dem Silberrang lagen, als das Rennen wegen Problemen mit der Signalgebung abgebrochen wurde. Hätte uns aber jemand vor dieser Regatta Platz fünf angeboten, hätten wir sofort unterschrieben. Für uns war es eine sehr gute Woche und wir nehmen optimistisch Kurs auf die Kieler Woche und die WM in Aarhus, wo wir den Nationenstartplatz für die Olympischen Spiele 2020 sichern wollen!“

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