World Cup

Jurczok/Lorenz jubeln über World Cup-Gold

Champagner-Segeln und deutsche Champagner-Stimmung am ersten von zwei Finaltagen beim Sailing World Cup in Miami. Jurczok/Lorenz holen Gold im 49erFX

Champagner-Segeln und deutsche Champagner-Stimmung am ersten von zwei Finaltagen beim Sailing World Cup in Miami. In anspruchsvollen Bedingungen mit Winden bis zu 25 Knoten und einer kabbeligen Welle holten die 49erFX-Frauen Victoria Jurczok/Anika Lorenz Gold für die DSV-Flotte. Einen starken Eindruck hinterließen zudem die Skiff-Männer Tim Fischer/Fabian Graf, die allerdings das Podium als Vierte knapp verpassten.

Im ersten von fünf Final-Rennen am Samstag mussten die Skiff-Männer ran. Und der Fokus der Aufmerksamkeit richtete sich auf den bilateralen Zweikampf zwischen den führenden Briten Dylan Fletcher-Scott/Stuart Bithell und den beiden verfolgenden Teams aus Spanien. In diesem Windschatten schienen die Deutschen Fischer/Graf durchaus die Chance auf eine Medaille zu haben.

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Beim Start allerdings gerieten Fischer/Graf in die Abdeckung der Österreicher Benjamin Bildstein/David Hussl. Die hatten zwar einen Frühstart, die Deutschen kamen dadurch aber nicht auf den nötigen Speed, mussten früh wegwenden und konnten so nicht mehr ganz vorn angreifen. Das aber wäre nötig gewesen, um noch in den Medaillenkampf einzugreifen.

Tim Fischer/Fabian Graf legten eine starke Serie in Miami hin und wurden Vierte. (Bild: Jesus Renedo/sailingenergy/World Sailing)

So sicherten sich Fletcher-Scott/Bithell schließlich das Gold von Miami. Ihr zweiter Platz im Finale reichte, um die spanischen Mannschaften Diego Botin/Iago Lopez Marra sowie Federico und Arturo Alonso Tellechea auf die weiteren Podiumsplätze zu verweisen.

Im Finale der Skiff-Frauen konnten Jurczok/Lorenz sehr entspannt an die Sache herangehen. Mit zehn Punkten Vorsprung auf Rang zwei und zwanzig auf den dritten Platz war ihnen Platz eins oder zwei nicht mehr zu nehmen. „Wir hatten einen guten Punkte-Vorsprung, deswegen ging es vor allem darum, nicht zu kentern. Dann konnte eigentlich nicht mehr viel passieren“, erklärte Victoria Jurczok dann auch die Marschroute. Und zunächst sah auch alles perfekt aus. Mit einem punktgenauen Start hatten Jurczok/Lorenz die Konkurrenz und damit das Rennen unter Kontrolle. An der ersten Bahnmarke hatten die beiden Berlinerinnen in Führung liegend allerdings erhebliche Probleme. Mit großem Druck im Segel gelang es nicht, sofort auf den Downwind-Kurs abzufallen. „Ich habe versucht, das Groß so weit aufzumachen, wie es ging. Aber das Segel hatte eine andere Meinung und ich hatte immer noch zu großen Druck“, so Jurczok. Doch mit einigen Sekunden Verspätung gelang doch noch das Gennaker-Manöver und die DSV-Crew blieb im Spitzengeschehen dabei. Zwar mussten Jurczok/Lorenz noch die US-Amerikanerinnen Stephanie Roble/Margaret Shea passieren lassen, doch der zweite Platz im Medal Race sicherte ihnen überlegen die Goldmedaille. Die stärksten Verfolgerinnen im Verlaufe der Woche, die norwegischen Zwillinge Ragna und Maia Agerup, kenterten kurz vor dem Ziel, waren aber schnell genug wieder aufgerichtet, um sich insgesamt noch die Silbermedaille vor den Österreicherinnen Tanja Frank/Lorena Abicht zu sichern. Ärgerlich verlief das Finale für die zweite deutsche Crew. Tina Lutz/Susann Beucke lagen zwischenzeitlich auf dem Bronzerang, kenterten aber ebenfalls kurz vor dem Ziel und rutschten als Letzte des Medal Races noch auf den sechsten Gesamtrang ab.

Für Jurczok/Lorenz ist der World-Cup-Sieg unter diesen Bedingungen eine besondere Genugtuung, denn bisher galten sie vor allem als Leichtwindspezialisten. „Wir haben erfolgreich an unserem Gewicht gearbeitet, so dass wir nun auch bei viel Wind schnell sind“, sagte Anika Lorenz.

Die weiteren Medal Races des Tages verliefen ohne deutsche Beteiligung. Chancen auf eine weitere Medaille besteht aber am Sonntag, wenn Philipp Buhl im Laser auf die Bahn geht. Der ehemalige Vizeweltmeister kann zwar Olympiasieger Tom Burton nicht mehr vom Thron stoßen, kämpft aber mit dem zweimaligen Weltmeister Nick Thompson um Silber und Bronze.

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