Keine Medaille, fünfmal Top Ten

Zwei verletzungsbedingte Ausfälle und fünf Top Ten-Platzierungen sind die Bilanz der deutschen Nachwuchsflotte bei den Youth Sailing World Championships in den USA.

Bei der Jugend-Weltmeisterschaft des Weltseglerverbandes in Corpus Christi (USA) konnten die deutschen Nachwuchssegler/innen keinen Podiumsplatz erreichen. Dabei war das deutsche Team nicht gerade vom Glück verfolgt. Sieben von neun Klassen hatte der Deutsche Segler-Verband besetzt, doch in zweien fielen die Nachwuchssegler/innen bereits frühzeitig verletzt aus. Bei den 29er-Jungen (25 Nationen) schieden Florian Steuerer/Moritz Fiebig schon vor der ersten Wettfahrt aus. Moritz Fiebig hatte sich bei der Vorbereitung einen Zeh tief aufgerissen und wurde noch vor Ort medizinisch behandelt. An eine Teilnahme an den Regatten war nicht zu denken.

Eine Rippenverletzung von Romy Mackenbrock (Hamburg) in der zehnten Wettfahrt warf dann das Team Silas Mühle/Romy Mackenbrock aus dem Rennen. Bis dahin hatte die Hamburger Nacra 15-Crew unter anderem mit zwei ersten und zwei sechsten Plätzen auf sich aufmerksam gemacht und Platz drei in der Gesamtwertung belegt.

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So lag die ganze Last bei den deutschen Nachwuchsseglern/innen in den verbliebenen fünf Klassen. Alle schafften eine Platzierung unter den Top Ten, aber keiner den Sprung aufs Treppchen. Am besten schlugen sich Maru Scheel/Freya Feilcke im 29er (23 Starter) als Gesamtsechste. Mit den Plätzen 1,5,9,2 lief in den ersten vier Rennen noch alles nach Plan, doch dann kam der Knick mit einer zweistelligen Serie inklusive des Streichers in der siebenten Wettfahrt. Die Disqualifikation hatte die Kielerinnen aus der Bahn geworfen. Der Traum war zerplatzt, das selbstgesteckte Ziel nicht erreicht.

Im 420er (22 Nationen) errangen bei den Mädchen Theresa Steinlein/Lina Plettner (Berlin) mit einem zweiten Platz in der letzten Wettfahrt Rang acht. Carmen und Emma Cowles (USA) dominierten die Zweihand-Jolle. Die Jugend-Weltmeisterinnen des Vorjahres legten mit einem Frühstart und sieben Wettfahrtsiegen eine beeindruckende Serie hin. Es ist das erste Mal seit 14 Jahren, dass im 420er eine Titelverteidigung gelang. Die amerikanischen Zwillinge waren eine Klasse für sich.

Im 23 Jollen umfassenden 420er Feld der Jungen machten es die Amerikaner Joseph Hermus/Walter Henry den Mädchen nach und dominierten mit fünf Wettfahrtsiegen mit 14 Punkten Vorsprung. Die Berliner Kristian Lenkmann/Philip Hall verbesserten sich zum Abschluss auf Rang zehn.

Im Laser Radial segelten Julia Büsselberg (Berlin) und Julian Hoffmann (Immenstadt) jeweils auf Rang neun. Im mit 58 Startern am stärksten besetzten Feld der Laser Radial hatte sich Deutschlands Nachwuchshoffnung Julian Hoffmann (Immenstadt) durchgängig in den Top Ten festgesetzt. Den Kampf um die Plätze zwei und drei machten der Argentinier  Juan Cardozo und der Australier Zac Littlewood unter sich aus, vorzeitig Weltmeister wurde der Neuseeländer Josh Armit – am Ende mit zwölf Punkten Vorsprung.

Bei den Laser Radial Mädchen (46 Nationen) zeigte Julia Büsselberg konstante Leistungen mit Platzierungen zwischen fünf und zehn. Damit reichte es am Ende für Platz neun in der Gesamtwertung.

Im Nacra 15 (25 Nationen) zogen die Argentinier Teresa Romairone/Dante Cittadini einsam ihre Bahnen an der Spitze. „Wir haben zwar keine guten Starts gezeigt, aber wir haben eine gute und konstante Geschwindigkeit“, so Romairone, die im Vorjahr noch im 29er bei der Youth Worlds startete und Rang 18 belegte. Mit Blick in Richtung der Youth Olympic Games im Oktober dieses Jahres im eigenen Land wechselte die Argentinierin in den Nacra 15. Der Sieg stand schon vor der abschließenden Wettfahrt am Freitag fest.

Auf dem RS:X-Brett waren keine deutschen Nachwuchs-Surfer/innen am Start.

Insgesamt starten in Corpus Christi Jugendliche aus 66 Nationen. Dominierend waren die Segler/innen aus dem Gastgeberland. In vier Klassen holten sie die Titel: RS.X-Jungen – Geronimo Nores;  Laser Radial Mädchen – Charlotte Rose; 420er Mädchen – Carmen und Emma Cowles; 420er Jungen – Joseph Hermus/Walter Henry.

Die 29er-Klasse beherrschten die Norweger, die sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungend den Titel holten: Pia Andersen/Nora Edland und Marthias Berthet/Alexander Franks-Penty.

Je ein Titel ging an Neuseeland (Josh Armit im Laser Radial Jungen), Argentinien (Teresa Romairone/Dante Cittadini im Nacra 15) und Großbritannien (Islay Watson bei den RS:X-Mädchen).

Die nächsten Youth Sailing World Championships finden vom 13. bis 20. Juli in Gydinia (Polen) statt.

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