Kiteboarding im Fokus der Olympia-Aspiranten

Kiteboarding rückt in den Fokus des Segelsports: Bei den dritten Olympischen Jugendspielen im Oktober in Buenos Aires/Argentinien sind die Sportler mit Drachen und Board bereits vertreten, für die Olympischen Spiele 2024 könnten sie eine Option sein, und mit dem Flensburger SC nimmt der erste große Club an der Küste das Kite-Boarding in einer eigenen Abteilung...

Kiteboarding rückt in den Fokus des Segelsports: Bei den dritten Olympischen Jugendspielen im Oktober in Buenos Aires/Argentinien sind die Sportler mit Drachen und Board bereits vertreten, für die Olympischen Spiele 2024 könnten sie eine Option sein, und mit dem Flensburger SC nimmt der erste große Club an der Küste das Kite-Boarding in einer eigenen Abteilung ins Vereinsleben auf.

Bereits zu den Olympischen Spielen 2016 stand das Kiteboarding vor einer großen Karriere und war anstatt des Surfens in das Programm gehoben worden. Doch in einer überraschenden Entscheidung revidierte World Sailing das Surf-Ausscheiden und kippte Kiteboarding wieder aus dem Programm. In einer weitergehenden Entscheidung wurden zudem die Klassen und Disziplinen von 2016 auch gleich für 2020 festgeschrieben. Ein Weg in die Sackgasse, wie sich jetzt zeigt. Denn ohne eine Modernisierung droht dem gesamten Segelsport das Aus. Und mit dieser Erkenntnis scheint Kiteboarding nun für 2024 den Sprung in den Olympischen Kader zu schaffen.

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Damit dürfte auch in Deutschland aus dem Funsport zunehmend eine leistungssportliche Disziplin werden. Aktuell lastet der Erfolgsdruck bei den großen internationalen Events auf wenigen Schultern. Florian Gruber ist bei den Männern in der Weltrangliste auf Platz vier positioniert, führte das Ranking in 2015 schon mal an. Der 24-Jährige aus Garmisch-Patenkirchen startet für den Altmühltal SC. Bei der WM in Muscat/Oman im vergangenen Jahr foilte er auf Platz 13, bei der EM auf Platz acht. Im Course Racing stand er 2013 sogar schon mal auf dem obersten WM-Treppchen.

Mit spektakulären Sprüngen und einem neuen Rund Fehmarn-Rekord begeisterte Florian Gruber im vergangenen Jahr beim Kitesurf Wold Cup. Foto: Act Agency

Bei den Frauen wagte die ehemalige Skiff-Seglerin Leonie Meyer den Umstieg auf das Kite-Foilboard und konnte mit einem zweiten Platz beim Worldcup auf Fehmarn einen ersten Achtungserfolg landen.

Nun steht ein weiterer Speed-Spezialist in den Startlöchern. Jan-Hauke Erichsen vom Flensburger SC gehörte bis zum vergangenen Jahr zunächst im 49er, später auf dem Nacra17 zu den deutschen Top-Athleten. Mit dem Ende seiner Olympia-Kampagne im Nacra17 hat Erichsen nun das Kiteboard für sich entdeckt. Die Teilnahme an den Worlds im August in Aarhus sind für dieses Jahr sein Ziel, und für 2020 ist eine Teilnahme am Demonstrationswettbewerb bei Olympia in Tokio im Blick. Unterstützung kann Erichsen auch von seinem Verein, dem Flensburger SC erwarten. Der FSC hat nun eine Kiteboard-Abteilung in den Verein integriert. Insbesondere Studierende der Uni und FH Flensburg sollen so in den Verein gelockt werden. Der Regatta-Obmann des FSC, Claus Otto Hansen, sieht es als Erfolg für den Sport an, dass sich nun ein führender Verein an der Küste dem Kiten widmet. Und er fragte schon mal beim DSV an, inwieweit der Verband beim Aufbau der Abteilung unterstützen kann. Immerhin drückte Walter Mielke, DSV-Präsidiumsmitglied für spezielle Segeldisziplinen, schon mal seine Freude über den FSC-Schritt aus und wünschte viel Erfolg.

Mit Jan Hauke Erichsen aus Flensburg wechselt ein erfahrener Segler zum Kiteboarding. Foto: Erichsen
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