Volvo Ocean Race

Lotteriespiel um den besten Wind in der japanischen Inselwelt

Volvo Ocean Race Flotte auf sechster Etappe in zwei Gruppen gesplittet

Die ersten Tage auf der sechsten Etappe des Volvo Ocean Race von Hong Kong nach Auckland/Neuseeland haben sich als das erwartet schwere Strategiespiel auf der Suche nach dem besten Kurs durch die Inselwelt Okinawas erwiesen. Im Kampf mit den Frontensystemen sind die sechs Crews weit von der direkten Kurslinie nach Norden abgewichen. Doch der zu frühe Abstecher entlang der Küste Taiwans hat sich als Niete im Lostopf der Möglichkeiten erwiesen, und so hetzen nun die Teams „AkzoNobel“ und „Scallywag“ dem Rest der eng beieinander liegenden Flotte hinterher.

„AkzoNobel“ erwischte zwar den besten Start vor Hong Kong und ging als führende Yacht auf den Ozean hinaus. Doch die blaue Yacht unter Skipper Simeon Tienpont bog gemeinsam mit „Scallywag“ unter der Führung von David Witt als erste in Richtung Norden ab und durchsegelte die Seestraße zwischen Taiwan und den südlichen japanischen Inseln. Doch dieser Kurs zahlte sich nicht aus. Das verbleibende Quartett mit „Mapfre“ an der Spitze erwischte in den von zahlreichen Fronten geprägten Windsystemen den besseren Druck und enteilte zwischenzeitlich auf über 100 Meilen. Zwar konnten „AkzoNobel“ und „Scallywag“ mit dem Einschwenken auf einen südöstlichen Kurs einigen Boden wieder gutmachen. Nun aber steht ihnen eine breite Schwachwindzone bevor. Und es wird spannend sein, wie die beiden Gruppen diese meistern. Bewahrheiten sich die Windmodelle, dann würde die Schwachwindzone nach Norden ziehen und damit die führenden Yachten stärker treffen als „AkzoNobel“ und „Scallywag“.

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Insgesamt können die Teams auf ereignisreiche erste Tage dieser Etappe zurückblicken. Es war schnell, nass und wild. Kurz nach dem Start segelten die Yachten zwar noch durch flaches Wasser. Als sie aber Taiwan passiert hatten, drehte der Wind mit dem Frontendurchzug auf nördliche Richtungen und brachte schwere See mit. Mit Bootsgeschwindigkeiten bis zu 25 Knoten peitschten die Yachten durch die Wellen.

„Seit die Front durchgegangen ist, geht es hart zur Sache“, berichtete Olympia- und AC-Sieger Blair Tuke von Bord der „Mapfre“. „Mit dem Start in Hong Kong hatten wir tolles Segeln mit Winden zwischen 20 und 25 Knoten und flachem Wasser. Aber in den letzten Stunden ist es deutlich schlechter geworden. Hohe Welle und ständig Wasser an Deck: Es ist wirklich das meiste Wasser, das ich je erlebt habe.“

„Es ist wirklich eine gute Art Meilen zu machen“, sagte Dee Caffari, Skipperin der „Turn the Tide on Plastic“. „Aber das Wasser läuft über das Deck. Alle sind nass, alles ist nass – drinnen und draußen. Aber niemand beschwert sich. Und das Wasser ist warm, 19 Grad – passend zur Lufttemperatur.“

Noch sind über 4000 Seemeilen bis nach Auckland zurückzulegen. Und das Führungs-Quartett mit „Mapfre“ an der Spitze vor „Brunel“, „Dongfeng“ und „Turn the Tide on Plastic“ liegt eng beieinander. „AkzoNobel“ und „Scallywag“ haben vor Erreichen der Zone mit schwächeren Winden einen Rückstand von rund 50 Seemeilen.

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