“Mapfre” siegt im Nervenkrimi von Newport

Verrückte Zielankunft zur achten Etappe des Volvo Ocean Race: Nach über 5600 Seemeilen von Itajai/Brasilien nach Newport/USA machte eine komplette Flaute vor dem Ziel das Rennen zu einem Nervenkrimi und Glücksspiel. Die Bay nach Newport hinauf trieben die Yachten im nebligen Schummerlicht der aufgehenden Sonne mehr als dass sie segelten. Das spanische „Mapfre“-Team setzte dabei...

Verrückte Zielankunft zur achten Etappe des Volvo Ocean Race: Nach über 5600 Seemeilen von Itajai/Brasilien nach Newport/USA machte eine komplette Flaute vor dem Ziel das Rennen zu einem Nervenkrimi und Glücksspiel. Die Bay nach Newport hinauf trieben die Yachten im nebligen Schummerlicht der aufgehenden Sonne mehr als dass sie segelten. Das spanische „Mapfre“-Team setzte dabei den Lucky Punch. Zweieinhalb Tage zuvor noch auf dem vorletzten Platz und damit in der Situation, den Anschluss an das gesamtführende „Dongfeng“-Team zu verlieren, rollte Xabi Fernandez mit seiner Mannschaft das Feld in der Endphase von hinten auf und zog wenige Meter vor dem Ziel noch an „Brunel“ vorbei auf Rang zwei. Damit eroberten die Spanier in der Gesamtwertung Platz eins von „Dongfeng“ zurück.

Neben den beiden roten Yachten an der Spitze des Gesamtrankings ist „Brunel“ das Team der Stunde. Nachdem die Mannschaft unter Führung von Bouwe Bekking bereits die Etappe von Auckland/Neuseeland nach Itajai/Brasilien gewonnen hatte, zeigte das Team nun erneut eine beeindruckende Leistungssteigerung seit dem Start dieses VOR. In den ersten Etappen hatte die gelbe Yacht noch enttäuscht, war überhaupt nicht in der Lage, dem Speed von „Mapfre“ und „Dongfeng“ zu folgen. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Gerade in dieser Etappe zeigte das Team mit Superstar Peter Burling an Bord ein hohes Speedpotenzial bei stärkeren Winden. Ab Mitte der Etappe übernahm „Brunel“ die Führung und segelte solide vor der Flotte. Bis zur Zielankunft und den letzten Meilen bis Newport sah „Brunel“ wie das souveräne Siegerteam aus, dann aber wurde es doch noch überholt und verpasste die Belohnung für eine starke Leistung.

Anzeige

Die Yachten wurden von der Flaute komplett ausgebremst. Teilweise ging es sogar rückwärts. Und „Dongfeng“ gehörte zu den unglücklichsten Mannschaften, musste bei totalem Stillstand Taucher ins Wasser schicken, um den Kiel von Hindernissen zu befreien.

Ganz anders „Mapfre“: Xabi Fernandez und sein Team schien von unsichtbarer Kraft durch die Flaute geführt zu werden, arbeitete sich an den Konkurrenten vorbei und schaffte dann sogar noch das Unglaubliche, als es nur wenige Meter vor der Ziellinie an „Brunel“ vorbeizog. Lange schien es, als könnte sich „Brunel“ zwischen Ziel und den Konkurrenten halten. Doch mit einem Hauch von Wind an der letzten Tonne zog „Mapfre“ und sicherte sich den Sieg in einer „Millimeter-Entscheidung“ vor den unglücklichen Holländern. Dahinter kämpften „Dongfeng“ und „Vestas 11th Hour Racing“ um den letzten Podiumsplatz bei dieser Etappe – mit dem besseren Ende für „Vestas“. Dahinter reihten sich “AkzoNobel”, “Turn the Tide on Plastic” und “Scallywag” im Ziel ein.

Damit sind die Spanier nun wieder in der Topposition der Gesamtwertung, mit drei Punkten Vorsprung vor „Dongfeng“ und dem inzwischen drittplatzierten „Brunel“-Team, das weitere acht Punkte zurückliegt.

„Es ist wirklich ungalublich. Wir hatten immer gehofft, noch einmal zurück zukommen. Aber dass wir diese Etappe gewinnen, war nicht zu erwarten. Wir können nicht glücklicher sein“, gestand Xabi Fernandez, der einen Tag vor der Zielankunft noch auf Platz fünf lag.

Kommentieren
*Pflichtfelder. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht