Match Race Germany: Monnin geht klar in Führung

14 von 22 Flights in der Vorrunde des Match Race Germany auf dem Bodensee vor Langenargen sind bis Freitagabend gesegelt worden. Die zwölf Mannschaften haben nun jeweils zwischen sechs und acht Rennen in der Vorrunde gesegelt. Mit 7:1 liegt der Titelverteidiger Eric Monnin (Schweiz) in Führung. Mit fünf Punkten aus sechs Rennen segelt Max Gurgel (Hamburg) auch auf Kurs Viertelfinale.

Es war noch neblig auf dem See, als Wettfahrtleiter Rudi Magg vom ausrichtenden Yacht-Club Langenargen morgens um neun Uhr den fünften Flight startete. Doch der leichte Wind drehte, Magg brach wieder ab. Eine halbe Stunde später ging es dann aber los. Westwind kam auf, wehte sogar mit zwei Beaufort unter blauem Himmel. Kurz vor 18 Uhr zog eine Gewitterwolke aus dem Osten an, der Wind drehte – und Magg brach schlagartig im Start zum 15. Flight ab. Wenig später streifte das Gewitter Langenargen, der Wind drehte mit der durchziehenden schwarzen Wolke.

Am späten Nachmittag war es im 13. Flight (jeweils drei Rennen) zum Duell der Sieger der beiden vergangenen Jahre, Monnin gegen Jablonski, gekommen. Nach einem engen Kampf um die bessere Startposition war Jablonski leicht im Vorteil, wendete mit dem Startschuss auf die rechte Seite. „Wir dachten, links ist die bessere Seite“, so Monnin nachher, „das war aber nicht der Fall.“ An der Luvtonne kam zudem eine andere Paarung in die Quere. Jablonski ging wieder auf die Seite zum Land, Monnin halste hinaus auf den See. „Kaum sind wir weg von Karol, kamen die anderen beiden zu uns. Das war maximal ungünstig für uns. Aber Karol war schon vorne“, gönnte der Schweizer dem Polen mit der Mannschaft vom Bodensee den Punkt.

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„Das gibt uns ein bisschen Vertrauen“, bestätigte Karol Jablonksi, wie wichtig gerade dieser Punkt für ihn war. Der 56-jährige Matchrace-Veteran ist seit seinem Sieg in Langenargen vor zwei Jahren fast kein Duell mehr gesegelt. „Wir sind froh, dass wir aufgeholt haben. Die Manöver werden besser, die Kommunikation auch.“ Denn nach drei Niederlagen am Donnerstag hatte Jablonski auch sein viertes Match am Freitagmittag verloren, lag also schon 0:4 hinten. In diesem Rennen wurde er seinem Ruf als aggressiver Starter gerecht. Beide Boote kollidierten in der Startphase leicht. Er habe zu langsam gedreht, begründeten die Schiedsrichter eine erste Strafe für Jablonski. Nach einer Runde kamen beide mit nur wenig Abstand an die Leemarke. Gegner Szymon Jablkowski (Polen) kam zuerst in den Drei-Längen-Raum an dieser Bahnmarke, löste die vorher bestehende Überlappung – und erlangte damit Wegerecht. Jablonski drängelte sich trotzdem zwischen Boje und Gegner. Die auf dem Motorboot nebenher fahrenden Schiedsrichter entschieden erneut auf Strafkringel für Jablonski, in diesem Fall war ein „Double Penalty“ zu geben. Das waren dann schon drei Strafkringel in einem Rennen – also eine sofortige Disqualifikation (black flag) für den Lauf. Der Punkt ging also an den Gegner. „Ich bin anderer Ansicht, aber ich kommentiere die Entscheidung der Jury nicht. Das muss man akzeptieren“, so Karol Jablonski. „Jetzt müssen wir richtig Gas geben“, sagte er zu seiner Crew – und das klappte dann auch in den folgenden vier Rennen einwandfrei.

Trotz Gewitter gab es gute Bedingungfen für die Crews beim Match Race Germany. Foto: Göbner

Vier Teams – siehe Tabelle – haben vier Punkte, nur der amtierende Deutsche Meister – der Holländer Jelmer van Beek steht noch ohne Sieg da. Auch der Weltrangliste-Achte, Patryk Zbroja (Polen), steht mit 2:6 Punkten schon kurz vor dem Aus.
Die Vorrunde des Matchrace wird am Samstagvormittag fortgesetzt. Acht Flights stehen noch aus, dann geht es über ein Viertelfinale ins Halbfinale. Das Finale ist für Montagmittag angesetzt.

Stand nach 14 von 22 Flights der Vorrunde:

Eric Monnin (Schweiz) 7:1
Max Gurgel (Hamburg) 5:1
Maxime Mesnil (Frankreich) 4:2
Dejan Presen (Slowenien) 4:2
Lukasz Wosinski (Polen) 4:4
Karol Jablonski (Polen) 4:4
Max Trippolt (Österreich) 3:3
Alfonso Leite (Portugal) 3:3
Szymon Jablkowski (Polen) 3:5
Vladimir Lipavski (Russland) 3:5
Patryk Zbroja (Polen) 2:6
Jelmer van Beek (Niederlande) 0:6

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