Match Race Germany: Titelverteidiger Monnin wie ein Schweizer Uhrwerk

Eric Monnin und sein fünfköpfiges Albert Riele Swiss Team (Marc Monnin, Lukas Gerig, Jean-Claude Monnin, Simon Brügger, Mathieu Renault) vom Segel Club Stäfa sind zum zweiten Mal nach 2017 Sieger des Match Race Germany in Langenargen.

Die Schweizer um Monnin gewannen das Finale gegen den Polen Karol Jablonski, den Sieger von 2016, mit seiner Crew vom Bodensee mit 3:0 bei leichtem Südwind am Montagnachmittag auf dem Bodensee. Das Rennen um Platz drei ging unerwartet an das russische Team von Vladimir Lipavsky aus Wladiwostok gegen Dejan Presens Crew aus Slowenien mit 2:0.

Fünf Tage Regattasport vom Feinsten erlebten die vor allem am Sonntag und Montag zahlreich nach Langenargen gekommenen Zuschauer. Schon die Vorrunde der zwölf Teams aus neun Nationen, in der jeder einmal gegen jeden segelte, hatte Monnin mit neun Siegen aus elf Rennen gewonnen. Er übersprang damit das Viertelfinale, in dem die nächstplatzierten sechs Teams im K.o-Modus segelten. Für den Hamburger Max Gurgel war hier Endstation, er kam insgesamt auf Rang fünf.

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Zahlreiche Zuschauer kamen an Pfingsten nach Langenargen, um die Wettfahrten zu bestaunen. Foto: Göbner

Der Finaltag begann einmal mehr mit Warten auf Wind. Wettfahrtleiter Rudi Magg vom ausrichtenden Yacht-Club Langenargen tippte auf 12 Uhr, dass der Wind einsetzen solle – und er hatte Recht. Das erste Rennen im kleinen Finale ging über die Startlinie. Lipavskys Taktiker deutete auf die linke Seite, zum See. Dort sehe er mehr Wind, verdeutlichte er seinem Steuermann – und auch er hatte Recht. Presen segelte nach dem Start nach rechts, aber Lipavsky war zuerst an der Luvtonne und segelte das Rennen nach Hause. Im zweiten Lauf war der Slowene erneut im Hintertreffen, setzte die Russen aber mit einigen Halsen bis auf die Ziellinie unter Druck. Lipavskys Vorsprung wurde zusehends kleiner, nur mit einem halben Meter kam er vor dem Gegner ins Ziel und gewann das auf zwei Siegpunkte angesetzte Duell um Platz drei.

„Das Ergebnis spiegelt nicht wider, wie intensiv das Match war“, sagte Lipavsky bei der Siegerehrung. Und Presen fügte an: „Wir waren nur heute etwas unglücklich. Aber wir werden nächstes Jahr stärker wieder zurückkommen.“

Unter strahlend blauem Himmel und fast sommerlichen Temperaturen hatte sich am Montagnachmittag ein Südwind mit fast zwei Beaufort stabilisiert, in dem die Rennen um das große Finale begannen. Hier ging es um drei Punkte. Monnin lag schon 2:0 vorne, als es ins dritte Rennen ging. Gleichauf kamen beide Boote an die Luvtonne. Doch statt auf den Vorwindkurs zurückzudrehen, blieb Jablonski auf Amwindkurs, hinderte auch den Gegner, Kurs auf die zweite Bahnmarke zu nehmen. „Wenn du beide Boote fast zum Stillstand bringst, kann das Leeboot als erstes abfallen und einen Vorsprung von ein oder zwei Bootslängen erringen. Dann ist man auf dem Vorwindkurs freier, sonst hat das hintere Boot einen Vorteil“, erläuterte Jablonski später, warum sie beinahe die doppelte Kurslänge segelten. „Wir waren darauf vorbereitet, das hat uns nicht aufgeregt“, erwiderte Monnin. Jablonskis Plan ging nicht auf. Monnin war immer einen Tick schneller. Irgendwann musste er doch abfallen, den Spinnaker setzen – aber Monnin kam vor ihm an die Leemarke, ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen und verwandelte den „Matchball“ zum 3:0.

„Wir waren gut, aber Eric ist exzellent gesegelt. Seine Crew ist eingespielt wie ein sehr teures Schweizer Uhrwerk“, gratulierte Karol Jablonski seinem Gegner. Der Pole mit deutschem Pass startet für den Bayerischen Yacht-Club und segelte mit Adrian Bleninger, Michael Seifarth (beide vom YC Langenargen), Conrad Rebholz (Württembergischer YC) und Reinhard Brucker (Lindauer Segler-Club), die vom Publikum mit großem Applaus bedacht wurden.

„Das ist der Preis, wenn man nur einmal im Jahr mit einer Crew segelt. Die Chancen waren da, wir haben gut gekämpft, aber er hat die Nase vorne gehabt“, so Jablonski. Monnin hatte großen Respekt vor dem Gegner mit dem großen Namen. „Er hatte ein gutes Momentum – und das ist immer gefährlich“, blickte er auf Jablonskis späte Performance, nachdem dieser die ersten vier Rennen der Vorrunde verloren hatte, dann aber aufholte und mit sechs Siegen ins Viertelfinale eingezogen war. Dort schaltete Jablonski den Weltranglisten-Vierten Maxime Mesnil (FRA) und im Halbfinale noch Dejan Presen aus. In Jablonskis Crew segelte mit Conrad Rebholz einer der Spitzenleute vom Bodensee. Rebholz hatte mit Jablonski schon 2016 gewonnen, stand mit Max Gurgel voriges Jahr als Dritter auf dem Podium und hat nun auch einen zweiten Platz auf seiner persönlichen Erfolgsliste.

Sieger und Platzierte freuten sich zur Siegerehrung über die Preise und Schecks. Foto: Göbner

Überschäumende Zufriedenheit strahlten die Organisatoren aus. Eberhard Magg: „Ich bin überwältigt, vor allem vom Endspurt. Am Sonntag hat sich das Ausharren auf dem Wasser gelohnt“, blickte er zurück auf den Tag, wo bis halb neun Uhr gesegelt wurde – und auch das Publikum so lange mitfieberte. „Monnin hat verdient gewonnen. Er hat auch unter Druck immer die richtige Antwort gehabt.“

Zur Siegerehrung strahlte auch Langenargens Bürgermeister Achim Krafft. „Das ist eine eingespielte Zusammenarbeit, das sind tolle Partner“, freute er sich über den Event und den großen Zustrom in seinem Ort. Auch Wettfahrtleiter Rudi Magg war zufrieden: „Man kann sich nicht mehr wünschen.“ Magg hatte angekündigt, dass dieses Matchrace seine letzte Wettfahrtleitung sein werde. „Und man darf das nicht immer nur ankündigen, das muss man auch durchziehen.“ Kommendes Jahr – beim 22. Match Race Germany an Pfingsten 2019 – werde er nur noch der Bootstechniker sein und die neue Wettfahrtleiterin Sabine Brugger unterstützen.

Endergebnis Match Race Germany 2018
1. Eric Monnin (Schweiz)
2. Karol Jablonski (Polen)
3. Vladimir Lipavski (Russland)
4. Dejan Presen (Slowenien)
5. Max Gurgel (Hamburg)
6. Maxime Mesnil (Frankreich)
7. Afonso Leite (Portugal)
8. Szymon Jablkowski (Polen)
9. Lukasz Wosinski (Polen)
10. Max Trippolt (Österreich)
11. Patryk Zbroja (Polen)
12. Jelmer van Beek (Niederlande)

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