America's Cup

Matchbälle für das Emirates Team New Zealand gegen Schweden

Das Emirates Team New Zealand steht kurz vor der Herausforderung des Oracle Team USA. Nach den ersten beiden Tagen des Finals der Herausforderer hat sich Steuermann Peter Burling eine 4:2-Führung gegen Artemis Racing (Schweden) erarbeitet. Damit brauchen die Neuseeländer nur noch einen Sieg, um eine Neuauflage des America's Cup von 2013 perfekt zu machen.

Die Neuseeländer konnten sich gegen Schweden auf ihre starke Bootsgeschwindigkeit verlassen, profitierten aber auch von einigen Fehlern der Gegner, unter anderem einem Ausrutscher von Artemis-Steuermann Nathan Outteridge zum Mann-über-Bord-Manöver. Besonders in der Starttaktik offenbarte das Team um Peter Burling indes Schwächen, musste sich in dieser Phase bisher stets hinter den Schweden einreihen, um dann erst im Verlaufe der Rennen das Ruder herumzureißen.

Tag eins sah ein Wechselspiel der Gefühle für die Schweden. Nach dem ersten verlorenen Rennen durch ein paar technische Fehler im Rennverlauf konnte Nathan Outteridge in Rennen zwei ausgleichen. Ein guter Start und ein diesmal fehlerfreies Rennen verhalfen den Schweden zum ersten Punktgewinn. Und es schien, als sollten sie daran gleich anknüpfen können. Erneut hatten sie die Neuseeländer im Griff, als Outteridge beim Seitenwechsel nach einem Manöver ins Rutschen kam und über sein Cockpit hinausrutschte. Der Artemis-Steuermann im Wasser, die Mannschaft mit dem Mann-über-Bord-Manöver beschäftigt, und der Weg war frei für die Neuseeländern, die mit einem 2:1 aus dem ersten Tag hervorgingen.

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Tag zwei des Herausforderer-Finals war geprägt von wechselnden und böigen Winden sowie einem Lotteriespiel um die Wahl der richtigen Foils. Die Schweden entschieden sich für die Schwerwetter-Schwerter und hatten damit zunächst genau den richtigen Griff getan. Mit hohem Speed überliefen sie die mit Leichtwind-Foils ausgestatteten Neuseeländer beim Start, konnten sich an Tonne eins vor den Gegnern platzieren und bauten den Vorsprung kontinuierlich zum sicheren Sieg und damit zum 2:2 aus.

Auch der Start zum zweiten Rennen ging wieder an die Schweden, die bis zur Rennmitte den Bug vorn hatten. Doch es wurde mit fortschreitendem Verlauf deutlich, dass die Neuseeländer im schwächer werdenden Wind den höheren Bootsspeed hatten. Zudem narrte Burling seinen ewigen Kontrahenten Outteridge beim Begegnungsverkehr auf der Kreuz. Bevor Outteridge ihn mit einer Wende couvern konnte, fiel Burling leicht ab. Die Schweden setzten die Wende zu früh. Burling luvte sofort und war aus der vermeintlichen Windabdeckung heraus. Im folgenden Rumpf-an-Rumpf-Rennen erzwangen die Neuseeländer zudem einen weitere Wende der Schweden und konnten damit die entscheidenden Meter zwischen sich und die Gegner bringen. Und einmal in Führung ließ sich Burling den Schneid nicht mehr abkaufen. Im Gegenteil: Die Schweden gaben auf dem letzten Downwind-Kurs gar das Rennen auf, da sie ein Problem in der Steuerung der Systeme hatten.

Damit hatten die Neuseeländer wieder die Führung (3:2) inne, und die Schweden mussten in der Rennpause fieberhaft arbeiten, um ihren Kat wieder an den Start zu bringen. Es gelang. Und erneut gewann Outteridge den Start. In bester Match-Race-Manier zwang er anschließend Burling zu ungewollten Kursen. Doch die Aktionen der Schweden waren letztlich nur ein verzweifelter Versuch, die höhere Performance des Kiwi-Bootes auszukontern. Emirates Team New Zealand zog vorbei und schien bis zum letzten Gate alles im Griff zu haben. Dann aber steuerten die zuvor souverän agierenden Neueeländer die letzte Tonne schlecht an, setzten den Kat ab und kamen nur schwerfällig wieder in Schwung. Outteridge rauschte von hinten heran und wäre um Haaresbreite noch vorbeigegangen. Doch Burling rettete sich ins Ziel und musste anschließend zugeben, dass die Kommunikation an Bord in diesem Moment nicht stimmig war. Dennoch hatte er gut lachen. Denn mit der 4:2-Führung braucht er in den am Montag angesetzten Rennen nur noch einen Sieg, um sich für das Duell mit dem Oracle Team USA zu qualifizieren.

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