20. Match Race Germany

Mit Mixed-Teams in die Matchrace-Zukunft?

Bei den Olympischen Spielen 2012 haben Mixed-Teams im Nacra 17 um Medaillen gekämpft. Das Volvo Ocean Race hat den Weg für mehr Seglerinnen im Rennen freigemacht, indem gemischte Mannschaften numerisch bevorzugt werden. Der America’s Cup ist immer noch eine Männer-Welt. Doch die nächste Matchrace-Generation denkt anders.

In der Flotte der Matchrace-Profis beim Match Race Germany auf dem Bodensee sticht das junge Caprice Match Racing Team heraus. Drei Männer und zwei Frauen bilden die schwedische Mannschaft um Steuermann Kim Kling vom Royal Gothenburg Yacht Club. Der 23-jährige Duellsegel-Spezialist Kling hat sich sein Team für nationale und internationale Meisterschaften „nach Können und nicht nach Geschlecht“ zusammengestellt. Mit seinem Caprice Match Racing Team mit Viktor Langström, Fredrik Langström, Klara Ekdahl, Jonathan Bergström und Malin Holmberg ist Kling bei Deutschlands führender Matchrace-Regatta in sein erstes Grade-One-Event gestartet.

„Es war immer ein Traum von mir, am Match Race Germany teilzunehmen, weil die beiden schwedischen Matchrace-Stars Björn Hansen und Johnnie Berntsson hier oft Erfolge feiern konnten“, sagt Kling, „der Bodensee ist ein wunderschönes Revier mit fordernden Bedingungen. Wir hoffen, dass wir eines der Teams sind, das die Zuschauer anfeuern.“ Matchracing fasziniert Kling, der vor vier Jahren in die Disziplin einstieg, weil es bei gleichen Booten „auf Teamwork, taktischen Entscheidungen und schnellem Denken basiert und auch für Zuschauer sehr spannend ist“. Der Matchrace-Funke sprang für Kling auf der Bilderbuch-Insel Marstrand über, wo die Schweden ihre wichtigsten Duell-Segel-Regatten vor Traumkulisse in einer von Felsen umringten Naturarena autragen.

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Beim Aufbau seines Caprice Match Racing Teams ging es für Kling um optimale Positionsbesetzungen. „Ich habe die richtigen Personen gesucht, egal, ob Mann oder Frau. Klara beispielsweise ist extrem fit und bringt viel Erfahrung mit.“ Klara Ekdahl trimmt im Caprice Sailing Team das Vorsegel. Die 24-Jährige aus Göteborg sagt: „Ich bin oft die einzige Frau da draußen, aber das spielt für mich keine Rolle. Mixed Team sollten einfach normal sein.“ Steuermann Kling weiß: „Bei Olympischen Spielen kommen auch immer mehr Mixed-Teams zum Einzug. Bis auf die Einhand-Disziplinen könnte man alles in Mixed-Mannschaften segeln.“

Kling selbst hat ein Auge auf die zukünftig foilenden Katamarane vom Typ Nacra 17 geworfen, die 2016 vor Rio de Janeiro ihre olympische Premiere feierten. Die werden von Mixed-Crews gesegelt und interessieren mich sehr.“ Auch eine Teilnahme am America’s Cup zählt zu den mittelfristigen Zielen des ambitionierten jungen Steuermanns, der als Kind seine ersten Segeljahre ganz klassisch im Optimisten absolvierte.

Die 20. Jubiläumsauflage des Match Race Germany bestreitet Kling im Gegensatz zu den rein männlich besetzten Mannschaften mit sechs Leuten. Das Limit ist nicht durch eine maximale Zahl von Mitseglern, sondern durch ein Maximalgewicht definiert, das wie im America’s Cup bei durchschnittlich 87,5 Kilogramm pro Person 437,5 Kilogramm insgesamt ergibt. Mit zwei Frauen an Bord kann King also eine Person mehr in sein Team integrieren.

Das Match Race Germany hat am Donnerstag (1. Juni) mit den ersten Duellen begonnen. Fünf Tage lang wird tagsüber der Segelsport und abends das Leben im Regattadorf im Langenargener Gondelhafen mit Live-Bands und legendären Parties gefeiert. Die 20. Jubiläumsauflage endet am Pfingstmontag (5. Juni) mit dem großen Finale und der Siegerfeier.

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