Olympia

Müssen die Männer ihre fünf Olympia-Medaillen teuer bezahlen?

Für eine Geschlechtergleichverteilung müssten die Surfer, Laser und 470er ordentlich Federn lassen

Die vom IOC geforderte Gleichverteilung der Geschlechter für die Olympischen Spiele könnten die Athleten in den fünf Männer-Disziplinen hart zu spüren bekommen. Das stets mit guten Informationen vom Weltseglerverband ausgestattete Portal Scuttlebutt berichtet von einem Plan, die Teilnehmerzahl der Männer in den einzelnen Disziplinen zu reduzieren, gleichzeitig die Frauen-Disziplinen zu stärken, um so zu einer Gleichverteilung der Athletenzahl zu kommen.

World Sailing hatte sich bereits vor den Spielen 2016 festgelegt, dass man auch für 2020 an den fünf Männer- und vier Frauen-Disziplinen sowie dem Mixed-Katamaran festhalten wolle. Das wurde bereits vom IOC bestraft. Denn die Olympia-Wächter wollen für Männer und Frauen die gleiche Medaillen- und Athletenzahl. Als Kompromiss für die Nichterfüllung der Medaillen-Gleichverteilung musste der Weltseglerverband bereits eine Reduzierung der Gesamt-Athletenzahl von 380 in Rio auf nun 350 in Tokio akzeptieren. Um nun aber nicht noch weiter in der Gunst zu fallen, gibt es laut Scuttlebutt den Plan, zumindest gleich viele Männer wie Frauen nach Japan reisen zu lassen. Bei 20 teilnehmenden Katamaranen in der Mixed-Disziplin blieben noch jeweils 155 Startplätze für die Männer- und Frauenklassen.

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Hart für die Männer, gut für die Frauen. Denn während die Gesamtzahl der Athleten im Laser Standard, Finn, 470er, 49er und dem RS:X-Board gegenüber Rio damit um 42 reduziert wird, steigt die Gesamtzahl der Frauen bei den Laser Radial, 470ern, 49erFX und dem RS:X-Board um zwölf.

Zugunsten der Geschlechtergleichverteilung müssen die Laser und Surfer laut Scuttlebutt mit einem Minus von jeweils elf teilnehmenden Booten besonders Federn lassen. Die 470er verlören demnach sieben, die Finns vier und die 49er ein Boot. Bei den Frauen geht es in drei Klassen um jeweils ein Boot rauf (RS:X, 470er, 49erFX). Besonders stark würde sich der Anstieg beim Laser Radial (plus 7 auf dann 44) auswirken. Die Laser-Frauen würden dann die größte Flotte bei Olympia stellen.

Mit diesen Maßnahmen würde World Sailing zwar eine Baustelle vorerst schließen, reißt aber ein anderes Feld auf. Denn gerade bei den Lasern und 470ern gab es zuletzt eine große Anzahl an teilnehmenden Nationen. Und auch die weltweite Verbreitung ist eine Forderung des IOC. Unweigerlich wird die Zahl der Teilnehmer-Nationen in Tokio sinken. Kein gutes Signal für die Olympia-Ambitionen und ein weiterer lauter Warnschuss für World Sailing, das Disziplinenkonzept für die Spiele 2024 komplett neu zu stricken

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