America's Cup

Neuseeland hat schon eine Hand an der AC-Kanne

Das Emirates Team New Zealand scheint sich nicht aufhalten zu lassen. Nachdem es am Samstag dem Titelverteidiger Oracle USA noch gelungen war, für einen kurzen Hoffnungsschimmer aus eigener Sicht zu sorgen, rückte Peter Burling, Steuermann der Kiwis, die Kräfteverhältnisse wieder zurecht. Beim Stande von 6:1 könnte Neuseeland heute den Cup zurückholen – 22 Jahre nach dem ersten Triumph im AC.

Einen Sieg brauchen die Neuseeländer noch, um die Schmach von 2013 zu tilgen. Vor vier Jahren führte das Team, damals mit Steuermann Dean Barker, im Modus „Best of 17“ bereits mit 8:1 gegen Oracle USA, um dann in einer dramatischen Niederlagenserie doch noch mit 8:9 zu verlieren. Jetzt wird im Modus „Best of 13“ gesegelt, und erneut ist es ein Sieg, der zum Sieg fehlt. Doch die Voraussetzungen scheinen anders zu sein. Vor vier Jahren starteten die US-Amerikaner um Steuermann Jimmy Spithill mit neuen technischen Raffinessen das Comeback. Diesmal sieht es indes nicht so aus, als hätten die Titelverteidiger noch einen Pfeil im Köcher. Im Gegenteil: Nach dem ersten und bisher einzigen Oracle-Sieg am Samstag zum 1:4 beschwor das Team von Eigner Larry Ellison noch den Comeback-Geist. Doch dieser Spirit dürfte verloren gegangen sein, als die Neuseeländer am Sonntag erneut sehr souverän dominierten und das Konto mit zwei Siegen auf 6:1 aufstockten.

„Wir sind absolut begeistert, wie sich der Tag entwickelt hat“, sagte Peter Burling nach den beiden Siegen in Folge am Sonntag. Wir waren etwas enttäuscht, ein Rennen abgegeben zu haben, aber wir haben es heute wiedergutgemacht. Es ist ein fantastisches Team, und das haben wir heute auf dem Wasser gesehen. Es ist eine Menge darüber berichtet worden, was vor vier Jahren passiert ist. Aber ich liebe diesen Druck. Wenn man nach Bermuda kommt, um den America’s Cup zu gewinnen, dann muss man mit Druck umgehen können.“

„Emirates Team New Zealand ist heute besser gesegelt als wir und hat weniger Fehler gemacht“, fasste Oracle-Steuermann Jimmy Spithill das Geschehen auf dem Wasser zusammen. „Wir sind nun in einer schwierigen Situation, und wir können diese nur meistern, wenn wir lediglich von Rennen zu Rennen blicken. Der Plan war natürlich nicht, in solch eine Position zu kommen. Aber so ist es nun einmal, daher liegt es an uns allen, sich darauf einzustellen zu zu reagieren.“

Die beiden Rennen am Sonntag hatte das Emirates Team New Zealand mit einem Vorsprung von 12 und 30 Sekunden gewonnen. Für Montag ist ab 14 Uhr Ortszeit (19 Uhr deutscher Zeit) der Renntag eröffnet. Sollte es in der ersten Wettfahrt einen Oracle-Sieg geben und damit der Cup noch nicht entschieden sein, dann gibt es das nächste Rennen sofort im Anschluss.

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